Trickfilmfestival 1000 Filme zum Jubiläum

Stuttgart / Dominique Leibbrand 11.04.2018

Zwei Mäuse in Kellnerkluft fangen in einem Schnellrestaurant an, zu steppen. Eine kurze Sequenz, die einen kleinen Vorgeschmack auf das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart (ITFS) gibt. Mehr als 1000 Animationsfilme werden vom 24. bis 29. April an 22 Spielorten in der Landeshauptstadt und der Region gezeigt. Sie alle vereint ein Anspruch: Die Zukunft des Animationsfilms abzubilden.

Trends zu erspüren, war stets das Ziel des Festivals, das in diesem Jahr seine 25. Auflage erlebt. Premiere hatte es bereits im Jahr 1982, anfangs fand es nur alle zwei Jahre statt. Seither hat sich das ITFS zum größten Publikumsfestival für Animationsfilm weltweit gemausert. Untermauert wird seine Bedeutung dadurch, dass es durch die Fachmesse FMX sowie den „Animation Production Day“ flankiert wird – hochkarätige internationale Branchentreffs, bei denen über Entwicklungen diskutiert wird sowie Projekte beschlossen werden.

Herzstück des Festivals ist die große Leinwand auf dem Schlossplatz, auf der täglich gratis Filme gezeigt werden – darunter mehrere Blockbuster. Sie tragen ihren Teil dazu bei, dass jährlich rund 90 000 Besucher gezählt werden. Diese können in diesem Jahr einmalig auf dem Schlossplatz auch eine große Lichtwolke, eine Art Pavillon, besichtigen, die normalerweise nur beim Kongress „Raumwelten“ in Ludwigsburg zum Einsatz kommt.

152 Werke im Wettbewerb

Beim Festival gehen 152 Filme aus 41 Ländern in den Wettbewerb. Preisgelder in Höhe von 100 000 Euro sind zu vergeben. Davon abgesehen sind rund 200 Veranstaltungen zur Jubiläums-Auflage geplant. Zu den Highlights zählen für den künstlerischen Leiter Ulrich Wegenast der futurologische Kongress. Das Theater Dortmund und die Künstlergruppe Sputnic lassen dabei Animationen live auf der Bühne entstehen. Zudem das Konzert des kanadischen Musikers und Animationskünstlers Chad VanGaalen, der seine Musik live zu seinen eigens animierten Musikvideos neu arrangiert. Und die Verleihung des Deutschen Animationssprecherpreises, die ein Klassiker des Festivals ist. Nominiert in diesem Jahr sind Heino Ferch, Martina Hill und Axel Prahl.

Die Geschichte des Festivals lassen die Macher in einer 220 Seiten starken Festschrift Revue passieren. Unter anderem um e-Sports geht es derweil in der Gamezone, in der Spieletrends im Mittelpunkt stehen, wie Dieter Krauß, der neue kaufmännische Leiter, ankündigte. In Kooperation mit dem VfB sollen zum Beispiel die aktuellen Spitzen-Gamer auf der großen Open-Air-Bühne vorgestellt werden.

Auch für Kinder gibt es reichlich Programm – unter anderem in Form einer Trickfilm-Akademie. Im Bürgerzentrum des Landtags lernen die Knirpse von Profis, wie man einen Animationsfilm realisiert.