Landkreis Zwölf Grund- und drei Förderschulen im Kreis stellen auf Ganztagsangebote um

Grundschüler in Michelfeld bei der Nachmittagsbetreuung. Die dortige Grundschule bietet ein umfassendes Programm, gehört aber nicht zu den Schulen, die jetzt offiziell den Antrag als Ganztagesschule gestellt haben.
Grundschüler in Michelfeld bei der Nachmittagsbetreuung. Die dortige Grundschule bietet ein umfassendes Programm, gehört aber nicht zu den Schulen, die jetzt offiziell den Antrag als Ganztagesschule gestellt haben. © Foto: Marc Weigert
SWP 24.07.2014
Bessere Lernbedingungen verspricht sich die grün-rote Landesregierung mit Ganztagsangeboten an Grund- und Förderschulen. 15 Schulen im Landkreis Hall bieten dies ab dem kommenden Schuljahr an.

An zwölf Grund- und drei Förderschulen im Landkreis Schwäbisch Hall wird es ab dem kommenden Schuljahr ein Ganztagsangebot geben, steht in einer Pressemitteilung des Haller SPD-Landtagsabgeordneten Nikolaos Sakellariou. Er erklärt: "Kommunen und Schulen können flexibel auf den Bedarf vor Ort reagieren. Die Konzepte sind familienfreundlich und versprechen bessere Lernerfolge."

Zahlreiche Schulen in der Region Schwäbisch Hall würden ihren Unterricht auf das neue Ganztageskonzept umstellen. "Der Ganztagesbetrieb verspricht wesentliche Vorteile: Durch das erweiterte Schulangebot stärken wir den Bildungserfolg der Schüler und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf", so Sakellariou. Das Kultusministerium hat die Anträge genehmigt, der Ganztagsbetrieb kann im September starten.

Genehmigungsgrundlage ist die in der vergangenen Woche vom Landtag beschlossene Änderung des Schulgesetzes. Diese ermögliche die flächendeckende Einführung von Ganztagsangeboten an Grundschulen. "Dabei haben wir darauf geachtet, dass Kommunen und Schulen bei ihren Konzepten flexibel auf die Bedürfnisse vor Ort reagieren können", verdeutlicht Sakellariou. Sie dürfen verschiedene Formen anbieten, verpflichtend oder freiwillig, mit sieben oder acht Zeitstunden an drei oder vier Tagen in der Woche.

"Die Schulen haben dabei die Eltern miteinbezogen und können ihnen die Lösung anbieten, die vor Ort am besten funktioniert. Um das zu garantieren, haben wir im Gesetz daher die Rolle der Schulkonferenz und damit die Mitbestimmungsrechte der Eltern gestärkt", erläutert der Abgeordnete.

Sakellariou führt zudem aus, dass die Ganztagsschule mehr sei als Betreuung. Sie erlaube neue Gestaltungsmöglichkeiten des Lernprozesses. Über den Tag verteilt können sich traditioneller Unterricht, individuelle Vertiefungsphasen und Übungszeit, musische Angebote oder Sport abwechseln. Hausaufgaben werden in der Schule mit Hilfe der Lehrer erledigt. "Diese so genannte Rhythmisierung verspreche nach Ansicht von Bildungsforschern den größten Lernerfolg", heißt es in der Mitteilung. "Das System bietet außerdem die Chance, Kinder an die Vereinswelt und das kulturelle Leben heranzuführen. Das stärkt das Gemeinwesen insgesamt", erläutert Nikolaos Sakellariou.

In den kommenden Jahren rechnet die grün-rote Landesregierung mit einem weiteren Anstieg der Ganztagsschulen im Grundschulbereich: bis 2023 sollen es landesweit rund 70 Prozent der Grundschulen sein.

Ganztagsschulen im Kreis

Betreuung Ab dem Schuljahr 2014/2015 bestehen an folgenden Schulen im Landkreis neue Ganztagsschulangebote: Grundschule Altenmünster, Käthe-Kollwitz-Schule, Astrid-Lindgren-Schule, Reußenbergschule, Geschwister-Scholl-Schule, Leonhard-Sachs-Schule und Eichendorffschule (alle in Crailsheim), Grundschule Steinbach, Grundschule Breitenstein und Grundschule am Langen Graben (alle in Schwäbisch Hall), Gemeinschaftsschule Rot am See, Hermann-Merz-Schule, Maria-Montessori-Schule (beide Ilshofen), Johannes-Gutenberg-Förderschule Kirchberg und Grund- und Werkrealschule Satteldorf.

SWP