Rosengarten / Beatrice Schnelle Bei der Rosengartener Gemeindeputzete finden die freiwilligen Helfer weniger Sperrmüll als im Vorjahr.

„Jeder Spaziergänger müsste einen kleinen Beutel zum Sammeln mit in den Wald nehmen und nicht immer nur denken: ‚Das wird schon irgendjemand wegräumen‘, wenn er Müll am Wegrand sieht“, fordert Leo, 20 Jahre alt.

Als einer von rund 50 Rosengartener Bürgern hat sich der junge Mann am Wochenende aufgemacht, um wildfremden Menschen den Dreck hinterherzuräumen, den sie in Wald und Flur hinterlassen. Es ist das dritte Jahr in Folge, in dem die Gemeinde zur großen Putzete aufgerufen hat, da entsprechendes Interesse bei der Bevölkerung bestehe, wie Bürgermeister Jürgen König erklärt.

Einige Sünder erwischt

Thomas Herkle kann eine gewisse Verbesserung im Vergleich zu den Vorjahren feststellen. Berge von Autoreifen und Mobiliar wie eine halbe Einbauküche, die beim letzten Mal im Dickicht und in den Gräben der Gemarkung auftauchten, liegen diesmal nicht auf den Hängern mit der insgesamt zwei Tonnen schweren „Beute“. Offenbar zeigt es Wirkung, dass der Gemeindevollzugsbedienstete und seine Leute rund ums Jahr ein scharfes Auge auf illegal in der Landschaft entsorgten Müll haben und schon einige Sünder erwischen konnten.

„Bei größeren Ablagerungen mache ich mir die Mühe und suche nach Hinweisen auf den Verursacher“, warnt Herkle. Wird er fündig, gibt’s eine Anzeige.

Viele trinkfreudige Zeitgenossen lassen Berge von Bier-, Wein- und Schnapsflaschen in der Natur zurück. Sogar leere Bierfässle sind dabei. An einer bestimmten Stelle bei Tullau finden sich regelmäßig an die 30 Flachmänner, die dort, so die Vermutung, von ein und derselben Person „unauffällig“ entsorgt werden. Ansonsten registriert Herkle jede Menge Plastikmüll, von Trink­bechern über Radkappen bis zu riesigen Abdeckplanen.

Das in Sachen Abfall erfahrene Team des Westheimer Recyclingunternehmens Deininger ist zum zweiten Mal dabei und hat auch wieder den warmen Fleischkäse mitgebracht, den die fleißigen Helfer am Ende zur Belohnung verspeisen dürfen. Die Mitarbeiter der Tullauer „Pappe“ kümmern sich um das Gelände rund um ihren Betrieb. Einen ganzen Sack voll von zur Paletten­sicherung gedachten Antirutsch­matten habe er am Kocherhang eingesammelt, erzählt Einkaufsleiter Peter-Otto Reutter kopfschüttelnd. Den Täter wähnt er unter seinen eigenen Lieferanten. Eine „Riesensauerei“ sei eine ganze Ladung Bauschutt gewesen, die ebenfalls am steilen Flussufer abgekippt wurde.

Angler halten Bibers sauber

Übung im Müllsammeln haben die Mitglieder der Sportfischergemeinschaft Rieden: Seit der Vereinsgründung 1975 halten sie das Ufer „ihrer“ Bibers vom Kastenhof bis zur Ziegelmühle sauber. Natürlich sind die Herren geschlossen zur Putzete erschienen. Den früher häufigen, landwirtschaftlichen Abfall, wie etwa Kunstdüngersäcke, gebe es heute kaum noch, zieht der 77-jährige Angler Klaus Wittmann Bilanz.

Ausgespart werden die Seitenstreifen der B 19, weil der Autoverkehr für die ehrenamtlichen Müllsammler gefährlich ist. Dort räume irgendwann die Straßenmeisterei auf, „aber man braucht Geduld, bis es so weit ist,“ merkt Bürgermeister Jürgen König kritisch an.

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