Untermünkheim Zwei Jungstörche sitzen im Nest

Einer der beiden Elternstörche in Untermünkheim.
Einer der beiden Elternstörche in Untermünkheim. © Foto: ars
Untermünkheim  / Elisabeth Schweikert 14.06.2018
Die Großvögel auf dem Rathaus Untermünkheim sind geschlüpft. In vier Wochen sollen sie beringt werden.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind es  zwei Jungstörche, die im Nest auf dem Untermünkheimer Rathaus sitzen, berichtet Solveig Kübler, Inhaberin des Gasthauses Traube. „Vor gut zwei Wochen dürften die Jungen geschlüpft sein“, sagt sie, „darauf deutet das veränderte Verhalten hin.“ Ob es tatsächlich zwei oder mehr Junge sind, weiß man nicht mit Bestimmtheit, denn die Einsicht ins Nest ist schwierig.  „Beide Elternvögel gehen im Wechsel auf Futtersuche. Bei der Rückkehr begrüßen sie sich mit lautem Klappern, und dann fliegt der andere los.“ Nach wie vor sorge der ungewohnte Anblick der Großvögel im Ort für Aufsehen, besonders dann, wenn die Störche im Tiefflug über die Bundesstraße wegfliegen.

Die Beringung der Vögel soll in circa drei, vier Wochen stattfinden, berichtet Ute Reinhard, Storchenbeauftragte im Land Baden-Württemberg. Sie war in den vergangenen Tagen in Crailsheim und Stimpfach mit der Beringung beschäftigt.

Wirkt sich der aktuelle Starkregen auf die Gesundheit der Jungstörche aus?  Helmut Vaas, Weißstorchbetreuer aus Ellwangen, verneint dies: „Noch sitzen die Jungvögel unter den  Altvögeln und sind geschützt“, berichtet  Vaas. Er hat diesen Dienstag die sechs Wochen alten Jungstörche in Ingersheim auf dem Mobilfunkturm beringt. „Es waren nur zwei Junge, die vom Gewicht unerwartet wenig auf die Waage brachten. Mal sehen, ob der Kleine es mit seinen 2,1 Kilogramm schafft.“  Das dortige Storchenpaar habe bisher stets zwischen drei und fünf Junge gehabt, die immer ein stattliches Gewicht hatten.

In Untermünkheim sei das Elternpaar jetzt damit beschäftigt, so viel Futter anzuschleppen als möglich. Ein vier Wochen alter Jungstorch brauche eine tägliche Futterration von 1,5 Kilogramm am Tag. „Ein Kilogramm entspricht 26 Mäusen oder 1100 Regenwürmern“, berichtet Vaas. Der tägliche Zuwachs betrage bei guter Ernährung 100 bis 150 Gramm. Bei Futterknappheit verzögere sich die Entwicklung. „Jungstörche fliegen nach neun bis zehn Wochen aus“, weiß Vaas – wenn die Ernährung optimal ist.  In den Wochen zuvor übten die Jungstörche das Fliegen, kräftigten die Muskulatur, indem sie immer wieder im Nest hochfliegen.  Diese Hüpfer könnten bis zu vier Meter hoch ausfallen. Vaas: „Wenn dann eine starke Windböe kommt, dann steht er plötzlich unten.“

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