Ehrung Zwei in Schwarz-Rot-Gold

Erinnerungsfoto (von rechts): Bürgermeister Damian Komor, Stiftungsräte Simon Müller und Tilman Schoch, EM-Zweite im Parallelslalom Julia Schleger, Stiftungsrätin Doris Braun, Deutscher Meister in Karate Tim Steiner, die Stiftungsräte Bernhard Schweizer, Walter Mack und Heiko Feger.
Erinnerungsfoto (von rechts): Bürgermeister Damian Komor, Stiftungsräte Simon Müller und Tilman Schoch, EM-Zweite im Parallelslalom Julia Schleger, Stiftungsrätin Doris Braun, Deutscher Meister in Karate Tim Steiner, die Stiftungsräte Bernhard Schweizer, Walter Mack und Heiko Feger. © Foto: Maya Peters
Mainhardt / Maya Peters 07.06.2018
Die Mainhardter Sportler Tim Steiner (16) und Julia Schleger (21) werden von der Gemeinde und der Mainhardter Bürgerstiftung für ihre Erfolge geehrt.

Als frischgebackener deutscher Meister U 18 in Karate ist Tim Steiner zur Feierstunde in den Rathaussaal gekommen. Er könnte sich noch in diesem Monat für die Jugendolympiade in Buenos Aires qualifizieren, neben der Europameisterschaft (EM) und der Weltmeisterschaft (WM) sein größtes sportliches Ziel.

Julia Schleger hat im Weltcup kürzlich den achten Platz (Vorjahr: zehnter Platz) in ihrer Sportart Inline-Alpin errungen und im August 2017 bei der EM im Parallelslalom die Silbermedaille gewonnen. Auch sie will bald „ganz vorne dran stehen“.

Die Stars des Abends

Beide sind aufgrund ihrer sportlichen Erfolge seit vergangenem Monat Teil der deutschen Nationalmannschaft in ihren Sportarten. Tim Steiner trägt am Dienstagabend auch sein weißes Shirt mit der schwarz-rot-goldenen Flagge.

„Sie sind die Stars des heutigen Abends“, begrüßt Bürgermeister Damian Komor die beiden. „Wir in Mainhardt sind stolz auf junge Menschen wie Sie“, ehrt er die Sportler und zählt ihre Leistungen individuell auf. Sport gebe Orientierung, sei ein Sinnbild für Leistungsentfaltung und von hohem kulturellen Wert.

Auch die Trainer sind dabei

Neben Freunden und Familienmitgliedern der Geehrten sind auch die Trainer gekommen. Sven Wiesler vom Skiclub Künzelsau begleitet die 21-jährige Julia Schleger. Cakir Köksal, selbst 30-facher deutscher Karatemeister, ist der Trainer des noch 16-jährigen Tim Steiner, der sowohl beim MTV Ludwigsburg und seit 2007 Mitglied beim VfL Mainhardt ist. „Aber hier hatten Sie kaum mehr Trainingspartner auf Ihrem hohen Niveau“, erklärt Komor scherzend den Wechsel an den Neckar.

Mit Doris Braun, Heiko Feger, Walter Mack, Tilman Schoch und Bernhard Schweizer ist der Stiftungsrat der 2015 gegründeten Mainhardter Bürgerstiftung vollständig anwesend. Die Ausschüttung fällt mit 200 Euro pro Person zwar noch symbolisch aus, doch dafür sind die Schecks riesengroß.

Mit Sportgeschäftgutschein, Naturalien und Mainhardt-Tassen bekommen Steiner und Schleger weitere Geschenke überreicht. „Die Stiftung ist mir eine Herzensangelegenheit“, betont Komor und ist dankbar, dass nach kontroversen Diskussionen damals die positive Entscheidung dafür im Gemeinderat fiel. Er freue sich, den Sportlern gezielt eine finanzielle Unterstützung zukommen lassen zu dürfen. „Sie haben es verdient.“

Freude über Anerkennung

Im Winter 2017 gab es bereits Ausschüttungen für Aktive bei Seniorentreffen. Rund 1000 Euro können heuer von der Stiftung an besonders engagierte Menschen der Gemeinde weitergegeben werden.

„Es ist wirklich toll, wenn man Anerkennung für seinen Sport bekommt, besonders bei Randsportarten“, freut sich Steiner. Sowohl er wie auch Schleger haben nur in Teilbereichen Sponsoren. „Das ist schon ungewöhnlich genug“, wissen beide um die Besonderheit. „Es ist toll, dass die Gemeinde Mainhardt für uns einen Empfang ausrichtet“, ist Schleger dankbar über die öffentliche Anerkennung.

Bei Siegen erhalte man bestenfalls neben der Medaille oder Urkunde Gutscheine oder geringe Sachwerte. Von den hohen Siegprämien wie in anderen Sportarten können beide nur träumen. Die Ausrüstung und die Reisen zu den Wettbewerben finanzieren sie selbst und wurden und werden dabei stark von ihren Familien gefördert.

Grundstock liegt bei 80.000 Euro

Die Bürgerstiftung Mainhardt will Ideen und Initiativen für das Mainhardter Gemeinwohl gezielt und unabhängig unterstützen. Der Stiftungszweck ist laut der Satzung breit gefasst: Jugend- und Altenhilfe, Kunst und Kultur, Denkmalschutz und Denkmalpflege, Bildung und Ausbildung, Naturschutz und Landschaftspflege, Wohlfahrtswesen, Rettung aus Lebensgefahr, Feuerschutz, Gesundheit und Sport, Heimatpflege und Heimatkunde, mildtätige Zwecke, Förderung internationaler Gesinnungen oder bürgerschaftliches Engagement zugunsten gemeinnütziger Zwecke gehören dazu. Ende 2015 gegründet, wächst die Stiftung durch Spenden und Zustiftungen stetig an. Spenden sind zweckgebunden und müssen innerhalb von drei Jahren verwendet werden. Zustiftungen hingegen dienen der Erhöhung des Eigenkapitals für dauerhafte Ausschüttungen. Das derzeitige Kapital beträgt 80.000 Euro, gestartet ist die Bürgerstiftung mit 62.500 Euro. Davon zahlte die Gemeinde 50.000 Euro ein, 12.500 Euro gab die Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim dazu. may

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