Erweiterungspläne Zustimmung als Faustpfand

Der Gewerbepark Kupferzell umfasst aktuell etwa 150 Hektar. Wenn der Flächennutzungsplan Rechtskraft erlangt hat, könnte er in etwa ein bis zwei Jahren erstmalig erweitert werden. Die Untermünkheimer Gemarkung ist davon nicht betroffen.
Der Gewerbepark Kupferzell umfasst aktuell etwa 150 Hektar. Wenn der Flächennutzungsplan Rechtskraft erlangt hat, könnte er in etwa ein bis zwei Jahren erstmalig erweitert werden. Die Untermünkheimer Gemarkung ist davon nicht betroffen. © Foto: Archiv
Kupferzell / Christian Nick 14.09.2018
Der Gemeinderat möchte vor seinem Ja zum Ausbau des Gewerbeparks Kupferzell um 5,5 Hektar eine bessere Radwegeanbindung. Auch das Verkehrsproblem soll gelöst werden.

Für die Vergrößerung des Gewerbeparks um 5,5 Hektar fordern die Kupferzeller Gemeinderäte eine bessere Radwegeanbindung und ein Verkehrskonzept, das der erhöhten Belastung Rechnung trägt. Insbesondere geht es um die Randbereiche. Bisweilen lohnt es sich auch in der Kommunalpolitik, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen – und seine Stimme nicht zu billig zu veräußern: Die Versammlung des Zweckverbands Gewerbepark Hohenlohe hat unlängst beschlossen, das Verbandsgebiet im nordwestlichen Bereich um 5,5 Hektar auf Kupferzeller Areal erweitern zu wollen. Ziel dieser Begradigung ist ein besserer Zuschnitt der Gewerbeflächen. Nun stellte Bürgermeister Joachim Schaaf dieses Vorhaben dem Gemeinderat zur Abstimmung und schlug gleichzeitig vor, in der Art eines „Deals“ die Zustimmung zu der Grenzverschiebung an zwei Forderungen an die Partner zu knüpfen, die den Kupferzellern schon lange unter den Nägeln brennen.

Radfahrer kommen nicht durch

Als da wäre Nummer eins: Seit Monaten kommen Radfahrer, die auf dem nahe gelegenen Radweg unterwegs sind, der Schwäbisch Hall und Künzelsau verbindet, nicht mehr durch den Gewerbepark hindurch. Sie müssen um diesen herumfahren.

Der Vorschlag des Bürgermeisters: Der Radweg, der gegenwärtig durch das Firmengebäude von Ziehl-Abegg abgeschnitten wird, soll zukünftig an diesem vorbei und entlang der A 6 auf einer Länge von rund 420 Metern erneut durch den Gewerbepark führen, um die Verbindung wiederherzustellen. Sollte das Gremium der Vergrößerung zustimmen, so Schaaf, müsse vonseiten des Gewerbeparks eben auch dafür Sorge getragen werden, dass im Zuge der Erweiterung bessere Kapazitäten und Infrastruktur im Umfeld geschaffen würden.

So regte der Rathauschef ebenfalls an, den seit geraumer Zeit als Schleichweg genutzten Reutweg zur regulären Straße auszubauen. Denn: „Da explodiert es gerade.“ Mehrere Hundert Fahrzeuge täglich beführen den Feldweg – hauptsächlich Mitarbeiter des Gewerbeparks und Pendler nach Hall, so Schaaf.

Einigkeit herrschte im Plenum jedoch nur bezüglich der von Joachim Schaaf geforderten Wiederherstellung der Anbindung an den Radweg Hall-Künzelsau. Die fand einhellige Zustimmung.

Kontroverse Auffassungen

Hinsichtlich des Reutwegs blieben die Auffassungen kontrovers. Unisono war man aber darüber erfreut, dass man mit der Zustimmung zu der Erweiterung ein Pfund in die Hand bekommen hat, mit dem man gegenüber den Partnerkommunen wuchern kann, um den Kupferzeller Anliegen im Zweckverband Nachdruck zu verleihen. Joachim Deitigsmann (UWG) forderte anstatt kleinteiliger Ansätze auf Gemeinde- oder Gewerbepark-Ebene gar ein gänzlich konzertiertes Konzept: „Das Nadelöhr an der B 19 muss endlich beseitigt werden, denn im Zuge des Wachstums werden immer mehr Verkehrsteilnehmer sich hinten herumdrücken wollen, um auf die Achse Kesselfeld/Neuenstein zu kommen.“ Seine Forderung: „Der Kreis muss hier endlich aktiv werden. Es kann nicht die Aufgabe Kupferzells sein, eine Lösung zu finden.“

Über die drei Punkte wurde separat abgestimmt, die Flächenerweiterung mit knapper Mehrheit (sieben Ja-, fünf Gegenstimmen und sieben Enthaltungen) auf den Weg gebracht.

Klar war für Verwaltung und die meisten Räte indes: Die Zustimmung erfolgte vorbehaltlich der erneuerten Radwegeanbindung und der Erstellung eines Verkehrskonzeptes. Das soll auch die Randbereiche Westernach, Löcherholz und Hesselbronn berücksichtigen und Lösungen für zu erwartende erhöhte Verkehrsaufkommen anbieten.

Die Frage des Ausbaus des Reutwegs verwies der Rat zunächst an den Ortschaftsrat Westernach, der sich mit möglichen Lösungen befassen soll.

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