Förderung Zuschuss für sauberes Wasser

Ilshofen / Ute Schäfer 30.06.2018
Drei Millionen Euro gibt’s für den Ausbau der Kläranlage. Umweltminister Untersteller brachte den Förderbescheid vorbei.

Im Rathaus in Ilshofen war alles vorbereitet: Brezeln, Kaffee und was sonst dazugehört. Da ging die Türe auf und der Umweltminister trat ein – und gleich wurde ihm die Show gestohlen. Von mindestens 50 Grundschülern, die von der Hermann-Merz-Schule herübergelaufen waren. Es war der Grundschulchor und sie sangen dem Minister ein Lied. „Über die Umwelt, natürlich“, sagten sie, „das müsste Sie interessieren.“

Minister Franz Untersteller war gekommen, um der Gemeinde Ilshofen einen Förderbescheid für die Kläranlage zu überreichen. „Mit der neuen Kläranlage werden wir Spitzenreiter sein“, sagte Bürgermeister Martin Blessing zum Minister. Die Technik, die Pläne – alles toll. „Aber wir werden auch Spitzenreiter bei der Abwassergebühr sein.“ Denn das Projekt kostet Geld, 10,4 Millionen Euro insgesamt. Nur die Hälfte davon geht in die Kläranlage in Ilshofen selbst. Die mittlerweile veraltete Anlage wird vergrößert und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Die andere Hälfte des Geldes fließt in das Projekt, das man „Zentralisierung“ nennen könnte. Denn die kleinen Kläranlagen in Ruppertshofen und Unteraspach werden geschlossen.

Die Abwässer aus diesen beiden Ortsteilen werden künftig nach Ilshofen gepumpt und dort dann geklärt. Eine teure Maßnahme, zweifelsohne, so der Bürgermeister. Aber das Projekt sei sinnvoll. Sowohl ökologisch als auch ökonomisch, weil es immer besser sei eine neue, statt drei alte Anlagen zu betreiben.

„Doch damit die Kosten für unsere Einwohner nicht gar zu schlimm werden, dafür sind Sie ja da“, sagte Blessing zu Untersteller. Der Bescheid beläuft sich auf knapp drei Millionen Euro. Baubeginn muss dieses Jahr sein, bis 2022 muss abgerechnet werden. Untersteller: „Damit kann es jetzt losgehen. Ich glaube, das ist für Ilshofen ein guter Tag.“ Das Abwasserkonzept sei zukunftsfähig und zukunftsweisend, so Untersteller. Die Anlage könne nun Wasser für 11 500 Einwohnergleichwerte klären. Damit sind die Ilshofener gemeint, aber auch deren Industrie und Gewerbe. Außerdem erwarte er eine Entlastung der betroffenen Gewässer, „und das ist mir als Umweltminister natürlich auch wichtig“.

Dennoch werde die Anlage in Zukunft immer neue Herausforderungen zu meistern haben. Untersteller nannte hier zum Beispiel Arzneimittelrückstände. „Oder Mikroplastik. Jeder wäscht ja Kleider aus Kunststoff. Dabei lösen sich Fasern und gelangen in die Kläranlagen.“ Deshalb werde man in Zukunft wohl auch über eine vierte Klärstufe nachdenken, die auch diese letzten Stoffe noch aus dem Wasser hole. Die drei anderen Stufen beinhalten die mechanische, die biologische und die chemische Reinigung.

Dass die neue Kläranlage dafür Möglichkeiten und vor allem Platz habe, davon konnte sich Untersteller nach der Übergabe selbst überzeugen. Denn die versammelte Festgemeinschaft marschierte gemeinsam zur Kläranlage hinüber. Dort erläuterte Johann Flohr vom Büro Weber-Ingenieure in Pforzheim die Pläne vor Ort.

Ins Goldene Buch der Stadt eingetragen

Das Goldene Buch, das aufgeschlagen auf den Minister wartete, lag ein bisschen am Rand. Und als die ganze Gesellschaft zur Kläranlage aufbrechen wollte, blieb es fast unbeachtet liegen. Doch Alt-Bürgermeister Roland Wurmthaler, der sich bei der Veranstaltung ebenfalls am Rand aufgehalten hatte, hat aufgepasst. „Eine Unterschrift fehlt noch“, rief er, gerade noch rechtzeitig. Der Minister hielt inne, unterschrieb und das Goldene Buch ziert nun die Unterstellersche Unterschrift. uts

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