Mitmenschlichkeit Zur Belohnung gibt es Rollbraten

Paul Gerich hat die Blutspende schadlos überstanden. Ein halber Liter Lebenssaft kann jetzt für Patienten verwendet werden, die dringend darauf angewiesen sind.  Arzthelferin Christa May hat die Einstichstelle versorgt.
Paul Gerich hat die Blutspende schadlos überstanden. Ein halber Liter Lebenssaft kann jetzt für Patienten verwendet werden, die dringend darauf angewiesen sind. Arzthelferin Christa May hat die Einstichstelle versorgt. © Foto: Paul Gerich hat die Blutspende schadlos überstanden. Ein halber Liter Lebenssaft kann jetzt für Patienten verwendet werden, die dringend darauf angewiesen sind. Arzthelfern Christa May hat die Einstichstelle versorgt. Foto: Sonja Alexa Schmitz
Von Autor 06.10.2018

Am frühen Montagnachmittag ist es noch übersichtlich in der Mehrzweckhalle in Wolpertshausen. Noch gibt es keine Wartezeiten, weder vor dem improvisierten „Labor“, wo dem Spender der Blutdruck und die Körpertemperatur gemessen werden, noch vor den mit einem Vorhang versteckten Arztkabinen, in denen eine kleine Menge Blut abgenommen und getestet wird und ein paar Fragen zur Gesundheit gestellt werden. Zuvor hat der Blutgeber schon einen Fragebogen ausgefüllt und von den jungen Damen an der Anmeldung ein gut gelauntes „Viel Spaß!“ mit auf den Weg bekommen.

In Wolpertshausen kommen zur Blutspende in der Regel um die 145 Frauen und Männer. Etwa so viele sind es auch heute. Damit in Baden-Württemberg die Blutreserven nicht ausgehen, müssten täglich zwischen 1500 und 1700 Menschen Blut spenden. Pro Jahr veranstaltet der Blutspendedienst des DRK deshalb in diesem Bundesland 5500 Blutspendetermine. Doch nur etwa sechs bis sieben Prozent der Bundesbürger sind tatsächlich Blutspender.

Mindestgewicht 50 Kilogramm

Steht der Blutabnahme nichts im Wege, der Spender demnach zwischen 18 und 73 Jahren alt ist (Erstspender dürfen jedoch nicht älter als 64 Jahre sein), der Blutdruck weder zu hoch, noch zu tief ist, man mindestens 50 Kilo wiegt, gesund und nicht schwanger ist, dann geht es auf eine der acht aufgestellten Liegen.

Eine Arzthelferin setzt die Kanüle und gemächlich fließt das Blut in einen Plastikbeutel. Der wird von einem Gerät hin- und herbewegt. Wenn die Digitalanzeige 500 Milliliter anzeigt, meldet sich die Technik mit einem Piepsen und das Zapfen hat nach ein paar Minuten ein Ende.

Paul Gerich liegt entspannt auf seiner Liege. Er hat schon ein Dutzend Mal Blut gespendet. Der junge Mann hat es irgendwann einmal ausprobiert, weil es halt „eine gute Sache ist“ – und dann einfach weitergemacht. Er spüre kaum etwas. Hinterher auch nicht, außer vielleicht einen leichten Schwindel.

Darum wird jeder, der fertig ist, von einem DRK-Helfer am Arm genommen und entweder zu einer weiteren Liege geführt, wo man sich noch ausruhen kann oder gleich zum Ruhebereich gebracht.

Nadeln nicht jedermanns Sache

Der Arm, in dem vorhin die Kanüle steckte, wird noch ein, bis zwei Minuten in die Höhe gehalten. Im Ruhebereich bekommen die Spender etwas zu trinken und zu essen. Heuer gibt es Rollbraten mit Kartoffelsalat. Oder Hefe- oder Nusszopf. Serviert von den Landfrauen Claudia Schlipf, Ingrid Fischer und Gerlinde Federolf. „Ich habe es nicht so mit Nadeln“, antwortet Ingrid Fischer lachend auf die Frage, ob sie auch spende.

Weniger Probleme mit Nadeln hat dagegen Hendrik Mohr. „Ich habe das Schild gesehen, hatte Zeit und bin gekommen“, sagt der Wolpertshausener. Es war sein erstes Mal und alles lief glatt. Seine Motivation: „Es kann ja nicht schaden“. Außerdem lockt der gute Rollbraten, den er und die Männer, die mit ihm am Tisch sitzen, loben.

Info Die nächsten Blutspendetermine des Deutschen Roten Kreuzes sind am 9. Oktober von 15.30 bis 19.30 Uhr in Rosengarten in der Rosengartenhalle, am 15. Oktober von 15.30 bis 19.30 Uhr in der Rudolf-Mühleck-Halle in Bühlerzell und in der Mainhardter Waldhalle am 19. Oktober von 14.30 Uhr bis 19.30 Uhr.

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