Schwäbisch Hall Comburg wird zum reinen Seminarort herabgestuft

Blick vom Karl-Kurz-Gelände auf die Comburg. Die Blätter verfärben sich. Naht das Ende der Lehrerakademie als eigenständige Institution?
Blick vom Karl-Kurz-Gelände auf die Comburg. Die Blätter verfärben sich. Naht das Ende der Lehrerakademie als eigenständige Institution? © Foto: thumi
Schwäbisch Hall / Tobias Würth 05.11.2018
Die Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen wird aufgelöst, die Comburg bleibt Tagungsort.

Seit Jahrhunderten thront das einstige Kloster auf dem Berg über Steinbach. Selbst Kriege und Notzeiten konnten es nicht erschüttern.

Verunsicherung herrscht allerdings jetzt darüber, was in den Räumen der Comburg in Zukunft geschieht. Die grün-schwarze Landesregierung will die Lehrerfortbildung verändern. Die Reform rüttelt an den dicken Klostermauern. Viele Fragezeichen tauchen zuletzt bei der Verleihung des Comburg-Literaturstipendiums an Mariana Leky auf.

„Direktor der Akademie Comburg ist heute noch der richtige Titel“, sagt der Haller OB Pelgrim bei der Begrüßung an Hans-Reiner Soppa gewandt. Soppa nickt und sagt: „Heute noch.“ Die Bezeichnung gilt bis 31. Dezember. Und dann? Soppa sagt auf Nachfrage: „Ich weiß gar nichts. Ich kann nur hoffen, dass es auf der Comburg gut weitergeht. Auch darüber, wo ich eingesetzt werde, weiß ich nichts. Für mich persönlich sehe ich das gelassen, ich kann auch in Rente gehen.“

Ministerin setzt aufs Kloster

Doch das Kloster und die für viel Geld renovierten Gebäude werden so schnell nicht verwaisen. 300 Seminare werden jährlich abgehalten. „Der Standort Comburg bietet für die Lehrerfortbildung ideale Bedingungen“, versichert Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann auf Nachfrage dieser Zeitung. „Wir werden die Comburg deswegen als wichtigen und zentralen Standort für die Lehrerfortbildung im Rahmen des Qualitätskonzepts erhalten und gehen davon aus, dass der Standort weiterhin sehr gut ausgelastet sein wird.“ Das „Qualitätskonzept für das Bildungssystem Baden-Württembergs“ werde wie geplant umgesetzt. Anfang 2019 werden die bei(Also.... ide Jöllden Institutionen, das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) und das Institut für Bildungsanalysen Baden-­Württemberg (IBBW) mit Sitz im Großraum Stuttgart, gegründet. Klar sei, dass sich nicht alles schlagartig ändert, sondern dass es einen Übergangsprozess geben wird, teilt das Ministerium mit.

Bereits 2017 hieß es in einer Pressemitteilung: „Die Aufgaben der bisherigen Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen werden vollständig auf das neue Zentrum übergehen.“

Neuer Job für Soppa

Die Rechtsnachfolge und damit auch die Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiter der Landesakademie übernehme das Land Baden-Württemberg. Ziel der Neustrukturierung sei es, die bisherige Zersplitterung und teilweise Doppelung von Verantwortlichkeiten zu beseitigen.

„Die Comburg wird als Standort für die Lehrerfortbildung auch in der Zuordnung zum Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) erhalten bleiben. Die Comburg wird dann institutionell an das ZSL angebunden sein und als zentraler Ort für Tagungen, Fortbildungen und andere Veranstaltungen zur Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften zur Verfügung stehen. Wir gehen aktuell von einer weiterhin hohen Auslastung der Akademiestandorte (Comburg, Esslingen und Bad Wildbad) aus“, schreibt ein Ministeriumsmitarbeiter.

Eine Entscheidung, ob die Kleincomburg ausgebaut wird, sei noch nicht getroffen worden. Dort war geplant, ein Gästehaus als Ergänzung zur Großcomburg einzurichten. Das komme darauf an, ob die aktuellen Kapazitäten ausreichend sind, oder ob diese erweitert werden sollten, so das Ministerium.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel