Häuser und Wohnungen zu bauen, das ist seit 40 Jahren die Profession der Firma Röwisch. Ihren Sitz hat sie in Hessental. Zuvor war sie auch in Gaildorf ansässig. Seit der Gründung hat die GmbH Höhen und Tiefen durchgemacht, Krisen überstanden und vom Bauboom profitiert. Zum 40-jährigen Bestehen haben die Inhaberfamilien Rößler in der Eventscheune des Landgasthauses Kurz in Veinau ein großes Fest mit Geschäftspartnern, Freunden und geladenen Gästen aus Verwaltungen und am Bau Beteiligten  gefeiert. Wichtigster Punkt war dabei die Vorstellung der Röwisch-Stiftung. Sie will für Menschen mit seelischer Behinderung preisgünstigen Wohnraum erstellen. Der Bauplatz in Steinbach ist bereits gekauft.

Beginn mit einer Andacht

„Es ist außerhalb Bayerns schon ungewöhnlich, wenn am Anfang eines Firmenjubiläums eine Andacht steht“, bekannte Pfarrer Johannes Beyerhaus von der Matthäusgemeinde in Hessental. Doch der christliche Glaube spiele in der Familie Rößler eine prägende Rolle. Das wurde an dem Abend noch von vielen Seiten unterstrichen. Beyerhaus schlug einen Bogen vom Bau der Arche und dem Artikel 14 im Grundgesetz, der lautet: „Eigentum verpflichtet“. Wie die Firma 1978 von den Familien Rößler und Wituschek sowie Helga Schmelcher (die kurz danach wieder ausgestiegen war) gegründet worden war, erzählte Manfred und sang Ute Rößler.

Interessante Zahlen

Vier Beschäftigte waren es in der Gründungsphase, heute sind es 18. Die standen auf der Bühne und stellten die Firma anhand von Zahlen vor. Dabei kamen interessante Aspekte zur Sprache. So wurde in den vergangenen 40 Jahren zweimal soviel Stahl verbaut wie beim Eiffelturm in Paris. Früher waren die Außenwände im Schnitt 24 bis 28 Zentimeter dick, heute, dank Dämmung, 40 Zentimeter. Der Jahresumsatz liegt bei 20 Millionen Euro. Die teuerste Wohnung hat 1,253 Millionen Euro gekostet. Auch mit Bürokratie hat die Firma zu kämpfen, sagte geschäftsführender Gesellschafter Marcus Dürr. 128 Seiten umfasse heute ein Vertragswerk, früher sei man mit 20 Seiten ausgekommen.
Manuel und Timo Rößler bedankten sich bei Betrieben und Geschäftspartnern. Dazu gehöre von Anbeginn auch die Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim, die der Firma immer zur Seite gestanden habe. Dass das auch so bleiben werde, versicherte Sparkassen-Vorstandsmitglied Klaus Ehrmann. Der Haller OB Hermann-Josef Pelgrim führte aus, dass Röwisch Städtebaugeschichte schreibe. Das sei an markanten Stellen sichtbar.

Das erste Projekt der Stiftung

Als erstes Projekt sollen im Frühjahr in Steinbach sieben Microwohnungen mit je 28 Quadratmeter Grundfläche für Menschen mit einer seelischen Behinderung gebaut werden. Dort sollen neun Menschen einziehen. Die Miete beträgt sieben Euro je Quadratmeter. Bereits Ende 2019 soll das eingeschossige Gebäude bezogen werden können. Rößlers hoffen, dass das Projekt schon in zwei Jahren abbezahlt ist.
„Wir freuen uns, dass wir Hilfspersonen werden dürfen“, so Christoph Holl von der Samariterstiftung Obersontheim. Die übernimmt als Partner die ambulante psychologische Betreuung. Gerade für diesen Personenkreis sei es schwierig, günstigen Wohnraum zu finden, so Holl. „Die Stiftung baut günstig, aber nicht billig“, so Timo Rößler. Der Stiftungsgrundstock werde „in Stein“ umgewandelt. Das sei zulässig.

Die Röwisch-Stifung


Der Kapitalgrundstock liegt momentan bei 250 000 Euro. Gründer und Stifter sind Manuel und Timo Rößler; Zustifter sind Ute und Manfred Rößler und Simone Bullinger.

Mitglieder des Kuratoriums sind Pia Berner, Pfarrer Tobias Feldmeyer sowie Marita und Rosemarie Rößler.

Zwischen der Stiftung  und Röwisch Wohnbau werde es eine strikte Trennung geben. „Röwisch Wohnbau wird nie eine Rechnung an die Stiftung stellen“, versichert Timo Rößler. Die Gemeinnützigkeit werde zudem alle drei Jahre überprüft.

Noch drei bis vier Wochen, so vermutet Timo Rößler, wird es dauern, bis die Stiftung die Anerkennung als „gemeinnützig“ erhält. Voraussetzung für die Gemeinnützigkeit sei die Stiftungsurkunde, die seit dem 5. Oktober vorliege. Fünf Jahre habe der Kampf mit dem Finanzamt gedauert. kor