Zum Abschied

SWP 31.12.2013

nach zwölf Jahren als Verleger und Herausgeber des Haller Tagblatts verabschiede ich mich von Ihnen. Das ist in erster Linie Anlass, Ihnen zu danken. Sie haben mit Ihrer Treue als Leser den größten Anteil daran, dass die Zeitung als kraftvolle Stimme der Stadt und der Region im Verbund der Südwest Presse gestaltend mitwirken konnte und weiterhin kann. Mit dem Gesellschafter, der Neuen Pressegesellschaft Ulm, verbinden das Haller Tagblatt vertrauensvolle Beziehungen, die noch auf den früheren Verleger Emil Schwend zurückgehen; weitblickend führte er das Haller Tagblatt für die überregionalen Inhalte und Anzeigen in die Redaktionsgemeinschaft mit der Südwest Presse. Daran konnte ich nach der Insolvenz der Druckerei Schwend bei der Sanierung des Verlags und der Weiterentwicklung der Zeitung anknüpfen.

Die Entwicklung der Medientechniken prägt immer die gesellschaftliche Entwicklung. Das war so, als Johannes Gutenberg den Buchdruck erfand. Das ist jetzt wieder so, seit das Internet die persönlichen Informationsgewohnheiten und die massenmediale Kommunikation durchdringt.

Mit der Kompetenz und den wirtschaftlichen Kräften eines größeren Verlags kann eine kleine Zeitung den damit verbundenen Marktveränderungen chancenreicher folgen, als es die eigenen Ressourcen personell und ökonomisch erlaubten. Der Region kann es zustatten kommen, dass das Haller Tagblatt als die auflagenstärkste Zeitung des Kreises mit den ebenfalls in der Neuen Pressegesellschaft erscheinenden Nachbarblättern Hohenloher Tagblatt aus Crailsheim und Rundschau aus Gaildorf enger zusammenarbeitet.

Die lokale Bindung bleibt der wirtschaftliche Nährboden und die publizistische Aufgabe; sie verlangen Dienst in Verantwortung vor den Lesern und den Anzeigenkunden. Wenn heute immer von den Communities im Internet gesprochen wird - was sind solche den wechselnden Winden des Zeitgeistes folgenden, auf sich selbst bezogenen Gruppen gegen die großen Gemeinschaften, die sich jeden Tag als Leser der lokalen Zeitungen in der Bindung an ihre Heimat zusammenfinden?

Das ist eine der Stärken unseres Landes: Dass lokale Strukturen den Föderalismus stützen und dem Zentralismus, gehe er von Berlin oder von Brüssel aus, entgegenwirken. Die lokalen Zeitungen spielen dabei eine wichtige Rolle in den Kernzellen einer pluralistischen, demokratischen und liberalen Gesellschaft.

Zum Abschied als Verleger und Herausgeber wünsche ich der Stadt und der Region, dass sie mit ihrer in ihrer Geschichte wurzelnden Stärke, dem Selbstbewusstsein ihrer Bürger und der Energie ihrer Unternehmer und Unternehmen in Freiheit am friedlichen Zusammenwachsen Europas mitwirken können. Das Haller Tagblatt soll Ihnen, liebe Leserinnen, liebe Leser, dabei als zuverlässige Informationsquelle und Stimme der Region weiterhin täglicher Begleiter sein.

Für mich bleiben viele persönliche Beziehungen mit Stadt und Region, auf deren Fortsetzung ich mich freue.

Mit vielen guten Wünschen grüße ich Sie in Verbundenheit