Kirche Zentrum für 2,6 Millionen Euro

Wettbewerbsfläche für das neue Gemeindezentrum.
Wettbewerbsfläche für das neue Gemeindezentrum. © Foto: HT-Grafik/Brenner
Schwäbisch Hall / THUMILAN SELVAKUMARAN 26.11.2014
Die katholische Kirchengemeinde St. Joseph in Hall will ein neues Gemeindezentrum bauen - für 2,6 Millionen Euro. Ein Architektenwettbewerb läuft. Am Freitagabend will die Jury den Sieger auswählen.

Von der Kirche führt ein steiler Weg nach oben. Für manche Ältere war dieser Gang zum Gemeindezentrum zu beschwerlich. Die Innenstadt-Gemeinde St. Joseph hat daher vor zehn Jahren das in Stufenform gebaute Haus oberhalb der Kirche abgegeben. Dort ist heute die katholische Sozialstation, die Caritas, das Verwaltungszentrum der Diözese Rothenburg-Stuttgart sowie das Dekanatsbüro und Schuldekanat untergebracht.

Pfarrhaus aus dem Jahr 1893 soll abgerissen werden

Die Kirche selbst hat seither kein eigenes Gemeindezentrum mehr. "Wir nutzen unter anderem die Kellerräume des Kindergartens nebenan. Empfänge sind nur außerhalb möglich", so Hermann Fenbert vom Kirchengemeinderat. "Das 125-jährige Bestehen der Kirche haben wir vor zwei Jahren im Sibilla-Egen-Haus am Marktplatz gefeiert." Für die Kirchengemeinde eine ungenügende Situation, die sich schnellstmöglich ändern soll. In Absprache mit dem bischöflichen Bauamt der Diözese hat die Gemeinde für einen Neubau einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. 20 Modelle wurden eingereicht.

Geplant ist, so die für den Wettbewerb zuständige Architektin Anna Blaschke aus Stuttgart, ein Gebäude mit insgesamt rund 600 Quadratmetern Nutzfläche zu bauen - mit Räumen für Gemeindehaus, Pfarrhaus und Wohnungen für Pfarrer samt Angestellte. Das bestehende Pfarrhaus aus dem Jahr 1893 (zwischenzeitlich mehrfach umgebaut) soll abgerissen werden. "Da kämen sonst hohe Sanierungskosten auf uns zu", sagt Fenbert, der Vorsitzender des Bauausschusses ist.

Das neue Gebäude soll ebenerdig zugänglich sein, verspricht Fenbert. Der Zugang soll direkt auf Höhe der Kirche erfolgen, wo derzeit Garagen in den Hang gebaut sind. "Wie das später aussehen wird, ist noch unklar", meint Fenbert. Architektin Blaschke hält sich bedeckt. "Bislang kennt keiner aus der Jury die Einsendungen. Ich werde daher nichts dazu verraten."

Die Einsendungen seien anonym nummeriert, damit die Preisrichter unvoreingenommen über die Modelle entscheiden können. Besetzt ist das 18-köpfige Gremium, davon sind acht stimmberechtigt, durch Architekten, Kirchenvertreter, aber auch durch das städtische Bauamt. "So können während des laufenden Wettbewerbs Dinge angesprochen werden, die letztlich baurechtliche Konsequenzen hätten. Das Vorhaben muss ja noch genehmigt werden." Es würden von der Jury drei Preise ausgelobt sowie zwei bis drei Anerkennungen ausgesprochen. Damit sichern sich die Bauherren die Rechte an den Modellen.

Pläne für Neubau haben schon vor zehn Jahren existiert

Für den Wettbewerb sind insgesamt 25.000 Euro Preisgeld vorgesehen. Das gesamte Projekt habe ein Volumen von 2,6 Millionen Euro, teilt Michael Ehrenfried, Leiter des katholischen Verwaltungszentrums mit, der die Finanzen im Blick behalten muss.

Bereits vor zehn Jahren waren Pläne für einen Neubau weit vorangeschritten. "Es gab sogar eine Baugenehmigung", erinnert sich Fenbert. Damals sollte das Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite des Kurzen Grabens, wo ein Parkplatz der Gemeinde ist, entstehen. "Es gab verschiedene Probleme, unter anderem mit der Statik. Dann wurden die Pläne verworfen." Ein Preisrichter habe ihm dazu gesagt: "Die Kirche baut immer schön, es dauert aber elend lange."

Nun hofft Fenbert, dass mit dem Architektenwettbewerb eine seniorengerechte Lösung kommt. Wann gebaut werden kann, lasse sich allerdings frühestens nach Freitagabend abschätzen.

Modelle werden in der Bausparkasse ausgestellt

Wettbewerb Die Kirchengemeinde hat den Wettbewerb am 29. Juli landesweit ausgeschrieben. Fünf Büros wurden direkt eingeladen, die restlichen 15 Plätze wurden gelost, teilt die Stuttgarter Architektin Anna Blaschke mit. Am Freitag will die 18-köpfige Jury ab 9 Uhr in den Räumen der Bausparkasse tagen. In mehreren Runden sollen die Plätze 1 bis 3 und zusätzlich zwei bis drei Anerkennungen vergeben werden.

Öffnungszeiten Die Modelle sind nächste Woche von Montag bis Donnerstag im Kunstforum der Bausparkasse für die Öffentlichkeit zugänglich. Geöffnet ist von 9 bis 18 Uhr, am Donnerstag nur bis 12 Uhr.

SWP

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