POLIZEIKONTROLLE Yelp: Polizei stoppt Autos mit neuen Anhaltesignalen

Landkreis Hall / 09.05.2015
Wer über amerikanische Highways düst, wird von der Polizei mit einem schrillen Sirenenton angehalten. Das Yelp-Signal geben nun auch Streifenwagen im Landkreis ab, um Fahrer zum Stoppen zu zwingen.

So richtig geregelt war es in Deutschland nicht, was Polizeibeamte genau tun müssen, wenn sie einen Fahrer für eine Kontrolle anhalten wollen. Das ist ab sofort anders: Wenn eine Streifenwagenbesatzung ein Fahrzeug anhalten will, schaltet sie zunächst eine LED-Schrift zwischen den Blaulichtern ein, auf der abwechselnd in rot „Stopp“ und „Polizei“ zu lesen ist – und zwar in Spiegelschrift, damit dies einfacher im Rückspiegel zu erkennen ist.

Reagieren die Frau oder der Mann am Steuer nicht darauf, wird der so genannte Flasher (englisch für Blitzer) hinzu geschaltet: Es ist ein greller roter LED-Blitz, der abwechselnd und seitlich zu der Schrift aufblinkt. Wer der Aufforderung der Beamten dann immer noch nicht folgt, kommt in den Genuss des akustischen Yelp-Signals (englisch: yelp für gellender Schrei). Es ist ein greller Sirenenton, so laut wie das Martinshorn, und ähnelt dem amerikanischer Polizeiautos (Hör- und Videobeispiele gibt es auf unserem Internet-Themen-Special).


 

 

Wer auf dieses Signal nicht reagiert, rechts heranfährt und anhaltet, kann bestraft werden. In Paragraph 36 der Straßenverkehrsordnung ist geregelt, dass „Zeichen und Weisungen von Polizeibeamten Folge zu leisten ist“. Laufschrift, Flasher und Yelp zählen dazu. Wer das nicht macht, zahlt. 70 Euro Strafe und einen Punkt in der Verkehrssünderdatei in Flensburg können für diese Ordnungswidrigkeit fällig werden.

Insgesamt 645 neue Streifenwagen der Marke Mercedes Benz übernimmt die Polizei derzeit nach und nach landesweit als Leasingfahrzeuge für 24 oder 36 Monate. Sie alle sind mit den neuen Funktionen und auch mit einem neuen Design ausgestattet, das sich Vespa nennt: Anstatt blau-silber sollen die Autos künftig dank einem neongelb-blau besser zu erkennen sein.

90 Prozent der Einsatzfahrzeuge können Yelpen und Flashen

Auch im Bereich des Polizeipräsidiums Aalen, das seit der Reform für den Landkreis Hall zuständig ist, sind schon einige der neuen Fahrzeuge angekommen. Auch bei etlichen älteren Fahrzeugen waren Yelp und Flasher zu aktivieren. Insgesamt sind es im ganzen Land über 2200 Streifenwagen, die nun Yelpen und Flashen. „Im Bereich des Polizeipräsidiums Aalen können es rund 90 Prozent der Einsatzfahrzeuge“, verrät Peter Hamprecht, der für den Fuhrpark in der Region zuständig ist. Die restlichen zehn Prozent werden nach und nach ausgetauscht: Es sind ältere Leasingfahrzeuge oder Wagen, welche die Polizei gekauft hat.
 




 

Noch etwas ändert sich: Künftig hält das Polizeiauto nun hinter dem Wagen, den die Beamten stoppen wollen. Vorteil: Zum einen kann der Streifenwagen das angehaltene Auto absichern, zum anderen kehren die Beamten beim Aussteigen den Auto-Insassen, die sie kontrollieren wollen, zu keiner Zeit den Rücken. Martinshorn und Blaulicht gibt es übrigens weiter: Sie signalisieren, dass dem Einsatzfahrzeug Platz zum Vorbeifahren gemacht werden soll.


Hier geht's zum Internet-Spezial rund um das neue Anhaltesystem der Polizei<br /> Dort gibt es mehr Informationen und einen direkten Link zur offiziellen Seite der Polizei zu diesem Thema