Wüstenrot / Sabine Friedrich  Uhr
Die Entkernung der Burgfriedenhalle in Neuhütten läuft seit 20. Mai. Die Generalsanierung liegt im Zeitplan und soll Ende September/Anfang Oktober fertig sein. Die Gesamtkosten liegen bei 3,54 Millionen Euro.

Die Halle ist komplett eingerüstet, damit die Männer auf einem Zwischenboden in etwa vier Metern Höhe unterhalb des Dachs Stück für Stück abtragen können. Die Burgfriedenhalle Neuhütten gleicht fast einem Rohbau. Seit 20. Mai wird sie entkernt. Die Vereine sind anderswo untergekommen, die Schulen veranstalten Freiluft-Sport. Ende September/Anfang Oktober soll die Generalsanierung fertig sein. Ein ehrgeiziges Unterfangen bei einem Gesamtvolumen von 3,54 Millionen Euro. „Wir sind im Zeitplan“, sagt Thomas Löffelhardt vom Wüstenroter Bauamt.

„Es ist halt 2019 geworden“, sagt er weiter. „Aber Hauptsache, es ist losgegangen.“ Denn schon zweimal ist das Projekt verschoben worden, weil die Gemeinde die Finanzierung nicht ohne die Zuschüsse des Landes stemmen kann. Im dritten Anlauf sind Mittel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum genehmigt worden.

Die Sanierung der Burgfriedenhalle wird vor dem Breitbandausbau im Jahr 2019 das größte Projekt.

Fast alles muss raus

Die größte Sport- und Veranstaltungsstätte in der Gemeinde hat 42 Jahre auf dem Buckel. Das sieht man ihr an, der Charme der 1970er-Jahre ist längst verblasst, die Technik überholt. Fast alles muss raus – bis auf den Hallenboden und das Parkett im Foyer. Beim Dach ist nur noch die Fläche über den Umkleiden herzurichten. Darauf kommt die neue Hybridanlage mit Fotovoltaik und Solarthermie. Die neue Wärmepumpe wartet auf den Einbau. Sie versorgt die etwa 1500 Quadratmeter große Halle und das benachbarte VfB-Sportheim. Öl wird laut Löffelhardt künftig nur noch für die Spitzenlast benö-
tigt.

Wie sieht der bisherige Unterbau aus? Die Stirnseiten erhalten neue Prallwände, die Sprossenwände werden verkleidet. Aus energetischen Gründen erhält die Fassade Dämmplatten und Putz, sodass die Burgfriedenhalle künftig nicht mehr in rohem Beton gekleidet ist. Über das Farbkonzept des Haller Architekturbüros Kraft + Kraft entscheidet der Gemeinderat am 23. Juli. Außen werde es sich an dem Weiß der Grundschule Neuhütten orientieren. „Es gibt einige farbige Elemente“, so Löffelhardt weiter.

Apropos Farbe: Der Kalksandstein in den Fluren des Umkleide- und Sanitärbereichs ist in Flieder und Vanille gestrichen, dazu kommt ein Senfgrün an den Wänden in den Räumen. Der neue Anstrich wird für das Auge wohltuender ausfallen, verspricht Löffelhardt.

Der Wüstenroter Gemeinderat billigt städtebauliches Konzept für die Seewiesen in Neuhütten und ändert Flächennutzungsplan für den Neubau einer Kindertagesstätte.

Sowohl im Foyer als auch im Sanitärbereich sind Toiletten und Duschen abmontiert, die Fliesen abgeschlagen. Die Holzdecke wird gegen Gipskarton ausgetauscht, das wirke freundlicher und erhöhe den Schallschutz. Die Halle erhält ein neues Deckensystem in Kassettenform mit integrierter Beleuchtung. Die Oberlichter werden ersetzt, die neue Verglasung entspricht der Energieeinsparverordnung.

Zwei Mitarbeiter der Firma Kneitschel brechen ein Stückchen Wandverkleidung an den Stirnseiten auf, um den Aufbau zu prüfen. Neue Prallwände sollen die Unfallgefahr minimieren, die Sprossenwände und Kletterseile verschwinden hinter einer Verkleidung, die sich wie ein Schrank öffnen lässt. Der Brandschutz muss modernisiert werden, Türen werden ausgetauscht, Brandabschnitte gebildet.

Besserer Betriebsablauf

Hausmeister Andreas Zenth freut sich auf die neue Lüftungs- und Heizungstechnik, die er dann übers Handy steuern kann. Sein Kollege Andreas Gauker ist überzeugt, dass Neuhütten nach der Sanierung eine genauso schöne Halle hat wie Wüstenrot. „Wir werden die Unterhaltungskosten durch einen besseren Betriebs­ablauf reduzieren können“, sagt Löffelhardt. Bisher sind dafür jährlich rund 300.000 Euro angefallen. Die Energiekosten würden sich minimieren.

Alleine könnte das finanzschwache Wüstenrot die Generalsanierung der Burgfriedenhalle in Neuhütten nicht stemmen. Die Baukosten inklusive Honorar belaufen sich auf 3,54 Millionen Euro. Die 1,8 Millionen Euro, die sich die Kommune vom Land erhofft hatte, sind es nicht ganz geworden, aber immerhin 1,48 Millionen Euro. 635.320 Euro fließen aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum, 294.000 Euro aus dem Sportstättenförderung und 555.000 Euro aus dem Ausgleich­stock.

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