Hall/Künzelsau Würth kauft Pokal der Schenken

Der Erbschenkenpokal der Limpurger ist ein Meisterwerk der Goldschmiedekunst der Renaissance. Foto: Würth
Der Erbschenkenpokal der Limpurger ist ein Meisterwerk der Goldschmiedekunst der Renaissance. Foto: Würth
Hall/Künzelsau / SWP 13.05.2014
Ein Meisterwerk der Goldschmiedekunst der Renaissance wird bei einer der nächsten Ausstellungen der Sammlung Würth zu sehen sein. Mäzen Reinhold Würth hat den Pokal der Grafen von Limpurg gekauft.

Der Erbschenkenpokal der Grafen von Limpurg gelte als Meisterwerk der Goldschmiedekunst der deutschen Hochrenaissance. Die Sammlung Würth hat ihn gekauft, er wurde auf dem Kunstmarkt angeboten, teilt das Unternehmen mit. Der Pokal stehe im Gesamtverzeichnis national wertvollen Kulturguts und darf deshalb nicht ins Ausland verkauft werden.

Der Schenk ließ den König trinken und nahm den Pokal mit

Während der Krönung des Habsburgers Maximilian II. im Jahre 1562 zum Deutschen König in Frankfurt am Main überreichte Schenk Christoph III. von Limpurg dem Gekrönten diesen Pokal. Er näherte sich dem späteren Kaiser zu Pferde, stieg ab und ließ den neuen Herrscher aus dem Pokal trinken - so lautet die Überlieferung. Zum Dank für diesen zeremoniellen Schenkdienst durfte Christoph III. Pferd und Pokal behalten.

Der Pokal, der bis vor Kurzem als Dauerleihgabe dem Württembergischen Landesmuseum zur Verfügung stand, sei der einzige erhaltene Pokal aus Edelmetall, der bei einer Krönung eingesetzt wurde. Er besteht aus vergoldetem Silber, ist 58 Zentimeter hoch und wurde in den Jahren 1561 und 1562 in Nürnberg von dem Goldschmied Christoph Ritter gestaltet. Das eigentliche Trinkgefäß fertigte wohl später der Haller Goldschmied Philipp Bonhöfer vermutlich wegen einer Beschädigung, teilt das Unternehmen mit.

Der Deckel ist reich verziert mit Rollwerk, Arabesken und Masken, außerdem mit Allegorien der Erdteile: das Pferd für Europa, den Löwen für Afrika und den Elefanten für Asien. Der Schenkenbecher kam nur 1562 zum Einsatz. Für jede Krönung fertigte man ein neues Exemplar an. Seit der Krönung Ferdinands III. am 22. Dezember 1636 in Regensburg wurden Pokale aus Kristallglas verwendet. Der Erbschenkenpokal soll demnächst im Kontext einer Ausstellung der Sammlung Würth der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

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