Ulm/Künzelsau / Jürgen Stegmaier  Uhr

Wieviel Geld Würth für die fehlenden 33,3 Prozent bezahlt, ist nicht zu erfahren. „Über weitere Details haben die Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart“, sagt eine Würth-Unternehmenssprecherin gestern.

Die Anteile übernimmt Würth zum 1. Januar von Ernst Prost, falls die Kartellbehörde zustimmt. Er ist die Schlüsselperson hinter Liqui Moly (LM). Der Topmanager und Gesellschafter führte die Geschäfte des Unternehmens seither – und er tut es weiterhin.

Oft wurde Prost als Alleineigentümer bezeichnet. Spätestens seit der gestrigen Veröffentlichung von Würth weiß man, dass der 60-Jährige das zumindest seit 1998 nicht ist. Damals stieg Würth als sogenannter stiller Teilhaber ein. Ein stiller Teilhaber tritt nach außen nicht in Erscheinung und er nimmt in aller Regel auch keinen Einfluss auf die Geschäftsführung, es sei denn, es ist anderes vereinbart.

Zwei Geschäftsführer

Prost wird Geschäftsführer bleiben, ihm zur Seite steht Günter Hiermaier. Er war bisher Vertriebsleiter.

Was verspricht sich Würth von der Übernahme? Auf diese Frage geht Peter Zürn, stellvertretender Sprecher der Würth-Konzernführung, nicht im Detail ein. „Liqui Moly hat bis heute eine beeindruckende Erfolgsgeschichte geschrieben und ist eine weltweit bekannte Marke mit einer sehr guten Marktposition. Die Würth-Gruppe hält seit 1998 eine stille Beteiligung an Liqui Moly und ist nach wie vor vom Potenzial der Marke und dem unternehmerischen Geschick von Herrn Prost und dessen künftigen zweiten Geschäftsführer Günter Hiermaier überzeugt.“

Liqui Moly habe mit Würth eine ideale Eigentümerin gefunden, die den Ulmern auch in Zukunft volle unternehmerische Freiheit gewähre.

Weiterhin eigenständig

Liqui Moly agiere weiterhin unabhängig und mit eigenständiger Marke. Die Rahmenbedingungen seien Garant für die Kontinuität und nachhaltig, erfolgreiche Weiterentwicklung von LM in der Zukunft, hofft man in der Künzelsauer Unternehmensgruppe.

Wer den Würth-Konzern charakterisieren will, nennt gerne folgende Zahlen: mehr als 70 000 Mitarbeiter, mehr als 400 Gesellschaften, die in mehr als 80 Ländern aktiv sind. Die wievielte Gesellschaft ist Liqui Moly unter dem Würth-Dach? Das ist nicht herauszufinden, die Künzelsauer veröffentlichen dazu keine Zahlen.

Schmierstoffe, Motoröle, Additive, Fahrzeugpflege

Liqui Moly hat seinen Sitz in Ulm. Das Unternehmen setzte mit etwa 800 Mitarbeiter im zurückliegenden Jahr rund 500 Millionen Euro um. 1957 wurde Liqui Moly gegründet, der Betrieb entwickelt und produziert nach eigenen Angaben ausschließlich in Deutschland.