Mainhardt Wollfans stricken auch bei 30 Grad

Frank Mätzke (links) lässt sich von Kurt Hochmuth die Funktionsweise von Insekten- und Hummelhotels erklären
Frank Mätzke (links) lässt sich von Kurt Hochmuth die Funktionsweise von Insekten- und Hummelhotels erklären © Foto: Cancellista
Mainhardt / Guido Seyerle 05.06.2018
Hobbyhandwerker informieren sich in Mönchsberg über Holz und Wolle.

Marktschreierisch ist der Handwerkskunst-Markt in Mönchsberg nicht. Keiner preist seine Waren laut an, nirgends sind Roll-ups oder Videosequenzen der feilgebotenen Produkte zu sehen. Die Händler sitzen meist im Schatten, hinter ihren aufgebauten Ständen. Die Besucher haben ausreichend Zeit, die Waren zu begutachten, ohne dass ihnen gleich ein Verkaufsgespräch aufgedrängt wird. Und wer mag, kann sich danach in den Biergarten nebenan setzen.

Evi Munz hat es mit ihren „Wollträumen“ geschafft, dass Besucher regelmäßig zu Märkten kommen, auf denen die Westheimerin ausstellt. „Wir kennen uns aus Wackershofen“, berichtet Angelika Tinger aus Göppingen. „Ich spinne auch, deshalb interessiert mich dieser Stand.“ Sie hat ihre Hunde Dylan und Baby mitgebracht. Nicky, der Schäfer-Mudi-Mix von Evi Munz, hat die geschotterte Ausstellungsfläche in Möchsberg kurz davor verlassen – nicht, ohne vorher noch die gewachste Spindel genussvoll abzuschlecken. „Besonders gut verkauft sich Wolle in Meerfarben und in Lila“, sagt Munz. Tinger ergänzt: „Und Wollfans stricken Socken. Da ist es völlig egal, wenn es 30 Grad hat.“

Nistkasten mit Schnapsinhalt

Kurt Hochmuth aus Niederstetten ist in der Hotelbranche tätig. Allerdings nicht für Zweibeiner, sondern für alles, was in Feld und Flur fliegt. So baut er nicht nur Vogelhäuser, sondern auch Insekten- und sogar Hummelhotels. Diese bestehen nicht, wie die üblichen Insektenhotels, aus Bohrlöchern in verschiedenen Durchmessern, sondern beinhalten auch eine Kiste, die mit einer Art Wolle gefüllt ist. Aber diese stammt nicht von Tieren, sondern von der Kabok-Pflanze. „Dieser Baum gehört  zu den Wollbaumgewächsen, er wird in Südamerika über 60 Meter hoch“, erklärt der rüstige Handwerker. Besonders überrascht sind einige Besucher, nachdem sie seinen Zwitscherkasten geöffnet haben, der wie ein Nistkasten aussieht. Er enthält neben einer Flasche Schnaps auch vier Gläschen.

Ulrike Karnrodt verkauft einige bunte Wolltücher „Das ist auch etwas für heiße Tage“, erklärt sie. Bei Stefanie Roth werden Eltern oder Großeltern bei Kinderkleidung bis Größe 92 fündig. „Eulenkissen und Dreieckstücher sind gefragt“, berichtet die Mutter aus Finsterrot, die abends zum Nähen in den Keller geht.

Herzen aus Hufeisen

Und dann präsentiert sich noch der Handwerkernachwuchs in Person von Luca und Cornelius Bauer. Die beiden aus Ammertsweiler betreiben das Hobby „Holz- und Metallkunst“. Im Winter sind bei ihnen besonders Sterne aus Metall gefragt, nun bei sommerlichen Temperaturen sind es die Herzen, die aus mehreren Hufeisen zusammengeschweißt sind.

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