Entwurf Wohngebiet Sonnenrain: Heimat für bis zu 800 Personen

Hessental / THUMILAN SELVAKUMARAN 06.11.2014
Ideen, wie das künftige Wohngebiet Sonnenrain in Hessental aussehen kann, zeigen 18 Modelle im städtebaulichen Wettbewerb. Die Verwaltung will bis zum Frühjahr einen Bebauungsplan-Entwurf vorlegen.

Südwestlich des Kreisverkehrs an der Bühlertalstraße in Hessental wird fleißig gebaut: Die Mittelhöhe wächst und soll hunderten Hallern eine neue Heimat bieten. Südöstlich des Kreisverkehrs besteht seit Jahren eine gewachsene Siedlungsstruktur. Felder dominieren dagegen den Teil nördlich der Straße: zwischen Schulzentrum Ost, Solpark und Tafelberg. Das soll sich am östlichen Zipfel ändern.

Beim städtebaulichen Ideenwettbewerb wurden 20 Modelle eingereicht. Zwei wurden abgelehnt - "darunter eins von einem renommierten Büro aus Stuttgart", berichtet Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim am Montag im Vorfeld der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses. Grund: Alle Beiträge müssen anonym eingereicht sein, da sich die Jurymitglieder ein unvoreingenommenes Bild machen sollen. "Die beiden waren nicht anonym."

Überzeugen konnten letztlich mehrere Modelle. Die Stadt zahlt für die ersten vier Preisgelder zwischen 14000 und 35000 Euro. Zudem wird ein weiteres Modell für 12.000 Euro zugekauft. Aus diesen Beiträgen werde ein neuer Bebauungsplan gestaltet, teilt Peter Klink, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, mit. Die Abteilung werde Teams bilden und Details ausarbeiten, aber auch formale Punkte erfüllen. Dazu gehört etwa ein Lärmgutachten. "Unser Ziel ist, die Pläne im ersten Halbjahr 2015 vorzustellen", erläutert Klink. Dann muss der Gemeinderat entscheiden. "Der Satzungsbeschluss bis Ende 2015 ist ehrgeizig." Aber nur so lasse sich der Baubeginn 2016 realisieren.

300 bis 350 Wohneinheiten könnten im Sonnenrain entstehen, so Karl Haag, Vorsitzender der Jury. "Platz für 600 bis 800 Einwohner." Das Gebiet, das in nördliche und westliche Richtung von einem landwirtschaftlich geprägten Landschaftspark umschlossen werden soll, biete Spielraum für Erweiterungen. Zudem lasse sich der Tafelberg als künftige Freizeitfläche integrieren.

Die Jury favorisiert das Modell von Thomas Schüler aus Düsseldorf, der am Montag persönlich in der Blendstatthalle dabei ist. Wesentliches Gestaltungsmerkmal: ein Boulevard für Fußgänger, der vom Kreisverkehr bis zum Solpark führt. "Der grüne Anger verbindet die beiden Wohngebiete", erklärt er. Die Zufahrt erfolge über die geplante Trasse zur Tüngentaler Straße (nördlich vom Kreisverkehr) und über eine neue Anbindung zwischen Tüv und Hem-Küchenstudio.

"Damit können die künftigen Bewohner die bestehende Infrastruktur im Siedlungskern von Hessental bequem erreichen", argumentiert Pelgrim. Entlang der Bühlertalstraße ist in Schülers Modell eine Lärmschutzwand vorgesehen. Die 15 Hektar große Wettbewerbsfläche hat er vorwiegend mit Einfamilienhäusern bestückt.

Die Haller Landschaftsplanerin Anette Traub, die selbst ein Modell eingereicht hatte und erfolglos blieb, findet lobende Worte: "Die Entwürfe sind allesamt gelungen." Michael Reber (CDU) kritisiert den seiner Meinung nach in der Mitte durchschnittenen Landschaftspark. "Es wäre gut, wenn Landwirte in der Planung beteiligt werden."

Jutta Niemann (Bündnis 90/Die Grünen) bemerkt, dass die vom Gewinner überplante Fläche das Wettbewerbsgebiet an den Rändern überschreitet. "War das nicht die Fläche, die rein sollte, aber wieder herausgeflogen ist, weil das einfach zu viel ist, was Hall ausweisen wollte?"

Pelgrim kontert: Die damalige Meinung des Landes habe auf Bevölkerungszahlen des statistischen Landesamtes aus dem Jahr 2008 basiert. Vor drei Jahren habe es eine neue Aufstellung gegeben. "Zwischen 2008 und 2011 liegen Welten." Die vom Wettbewerbsgewinner zusätzlich genutzte Fläche könne in einem weiteren Verfahren als Wohngebiet ausgewiesen werden.

Info Die Modelle sind diese Woche noch in der Blendstatthalle zu sehen. Geöffnet ist bis Freitag von13 bis 18 Uhr, am Samstag von 10 bis 17 Uhr.

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