Tradition Wo Glühwein- und Punschtassen dampfen

 „Feuermeister“ Wengert beim Schüren.
 „Feuermeister“ Wengert beim Schüren. © Foto: Gustav Döttling
Wüstenrot / Gustav Döttling 09.01.2019
Über 700 Besucher genießen beim 7. Wüstenroter Dorfplatzglühen die rustikale und stimmungsvolle Atmosphäre.

Hell lodern die Flammen aus den großen Schwedenfackeln im Schnee am Rande des Wüstenroter Dorfplatzes. Der Wind lässt die Funken tanzen. „Wenn die abgebrannt sind, habe ich noch zwei Stämme in Reserve“, sagt Rentner Eberhard Wengert (75). Als „Feuermeister“ der Spritzigen Maibaumfreunde Wüstenrot sorgt er beim Dorfplatzglühen für den Nachschub an den vier offenen Feuerstellen.

Ein Festmeter reicht

„Die Erfahrung zeigt, dass ein Festmeter trockenes Holz reicht“, sagt Wengert. Den hat er auf der Ladefläche seines Pickup mitgebracht. Dicke, meterhohe Baumstammstücke dienen rings um den großen Lichterbaum in der Dorfplatzmitte und in Pavillonzelten als rustikale Abstellmöglichkeiten. Große Gläser mit brennenden roten Kerzen, schmücken die „Stamm-“Tische. An den sechs Verkaufshütten für Glühwein, Punsch, Glühbier, Schnäpse, Kaffee Steaks und Waffeln und am Grillzelt bilden sich ab 17 Uhr schnell Warteschlangen.

„Mit oder ohne Schuss?“, ist an diesem Abend die häufigste Frage die Adelheid Schöllmann und Otto Zeltwanger am Stand mit Glühmost und „heißer Birne“ stellen. Der „Schuss“ ist beim Glühmost ein Schluck Rum und beim heißen Birnensaft ein Schnapsglas mit Williams-Christ Edelbrand. „Erst wird gegessen, dann kommt der Durst“, weiß Adelheid Schöllmann.

Markus Holzwarth und Marion Sanzenbacher aus Backnang wärmen sich an einer Feuerschale äußerlich und mit Glühwein innerlich. „Wir kommen schon einige Jahre, mir gefällt diese entspannte Atmosphäre, bei der man freundliche Menschen trifft und sich zwanglos unterhalten kann“, sagt Holzwarth.

„Ist das Steak auch gut durch?“, möchte Christa Bokma-Schmidt von Metzgermeister Gerhard Kircher wissen. Kircher schneidet zum Beweis mit seinem Messer in das zarte Fleisch und überzeugt die Wüstenroterin. „Köstlich“, meint sie nach dem ersten Bissen. 250 Steaks hat Kircher im Kühlschrank dabei. Im Grillzelt daneben kommen Wilfried Schoch und sein Team mit dem Wurstgrillen kaum nach. Dampfwolken steigen aus einem großen Edelstahltopf und es duftet verführerisch. „Wir haben erstmals Erbswurst-Suppe mit Wursteinlage im Angebot“, meint Rolf Bosch. Er gibt die Suppe aus.

Auch der Weinadel schaut vorbei

Den Glühwein aus der Fürstenfasskellerei lassen sich die Hohenloher Weinkönigin Kim-Philin Pfisterer und ihre Weinprinzessinnen Linda und Marina Pfäfflin schmecken. „Es ist zwar nicht unser Hoheitsgebiet, aber zu so einem Event kommen wir gern“, sagt die Weinkönigin. Die Winzer vom Weinsberger Tal sind Lieferanten für Glühwein Rot, Weiß und erstmals Rosé.

Hochbetrieb herrscht bei den Waffelbäckerinnen Christa, Beate, Cornelia und Hanne, die auch alkoholfreien Punsch ausschenken. Die Wüstenroterin Annette vermisst „etwas vegetarisch Deftiges“. „Wir brauchen nächstes Jahr unbedingt eine Kartoffelsuppe für Vegetarier“, stimmt Suppenkoch Bosch zu. Zum Dorf passend und authentisch“, findet Steffen Ostermann das Dorfplatzglühen. „Es ist toll, wenn die Funken fliegen“, meint Anna (8). „Ein Traum“, findet ihr Papa Sven Hoppe. Erst um 1.30 Uhr geht der letzte Besucher.

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Ein eingespieltes Team sorgt für den Aufbau

Für ihr Dorfplatzglühen in Wüstenrot haben die Spritzigen Maibaumfreunde Wüstenrot ein eingespieltes Team mit 50 Helfern im Einsatz. Sechs Stunden am Freitag und sieben Stunden am Samstag brauchen 20 Helfer für das Räumen des Dorfplatzes vom Schnee und den Aufbau von sechs hölzernen Verkaufshütten, Grillzelt, „Disco-Zelt“, mehreren Zeltpavillons mit Heizpilzen sowie für das Aufstellen der Baumstammtische. Zusätzlich schmücken die Maibaumfreunde den Dorfplatz und ihre Verkaufsstände mit Fichten- und Tannenbäumen. döt

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