Region Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH: Fortführung trotz IHK-Rückzug möglich

Dr. Andreas Schumm ist der Geschäftsführer der WHF. Regelmäßig lädt die Gesellschaft zum Strategietreffen der Weltmarktführer in die Jagstmühle ein.
Dr. Andreas Schumm ist der Geschäftsführer der WHF. Regelmäßig lädt die Gesellschaft zum Strategietreffen der Weltmarktführer in die Jagstmühle ein. © Foto:  
JÜRGEN STEGMAIER 08.12.2015
Nachdem die regionale IHK der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH die weitere Gefolgschaft verweigert hat, schien deren Ende gekommen. Das war vor einem Jahr. Doch das Blatt wendet sich wohl.

Totgesagte leben manchmal länger - diese Weisheit könnte auf die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH zutreffen. Zwar fehlt der Gesellschaft künftig der jährliche Anteil der IHK in Höhe von 135000 Euro, doch dieser wird eventuell von den verbliebenen Gesellschaftern übernommen.

Die Industrie- und Handelskammer begründete ihren Ausstieg im Dezember 2014 damit, dass die WHF die Aufgaben einer effizienten und zukunftsorientierten Wirtschaftsförderung nicht mehr erfüllen würde.

Das sehen einige der Akteure inzwischen anders. Die Arbeit der WHF wurde in den zurückliegenden Monaten häufig gelobt. Tatsächlich agierte Geschäftsführer Dr. Andreas Schumm klar, sachlich und konsequent. Schumm sieht die derzeitige Lage dennoch eher nüchtern: "Der Fortbestand ist dann gesichert, wenn jeder Gesellschafter der neuen Gesellschaftsstruktur zugestimmt hat. Dies ist gegenwärtig noch nicht der Fall." Die WHF beschäftigt derzeit neben Geschäftsführer Schumm eine Vollzeit-Mitarbeiterin sowie zwei geringfügig Beschäftigte. Angedockt an die WHF ist das Welcome Center Heilbronn-Franken. Für dieses arbeiten drei Mitarbeiter.

Zwischenzeitlich waren einige Gesellschafter davon ausgegangen, der Regionalverband (Vorsitzender ist der Neckarsulmer Oberbürgermeister Joachim Scholz) werde der Wirtschaftsförderung eher gerecht als die WHF. Doch diese Variante spielt in der aktuellen Diskussion keine Rolle mehr. Vom Heilbronner Landrat Detlef Piepenburg war zu hören, dass sich sein Landkreis vorstellen kann, den Betrag, der durch den Rückzug der IHK fehlt, anteilig zu übernehmen. In der Heilbronner Stimme wird Piepenburg mit den Worten zitiert: "Es macht Sinn, eine solche Organisation zu haben." Elementar wird sein, wie sich die Stadt Heilbronn verhält. Sie will wohl ihren 32-Prozent-Anteil an der WHF verringern. Angeblich werde derzeit hinter verschlossenen Türen über die Neuverteilung der Gesellschaftsanteile verhandelt.

Die IHK hält unterdessen an ihrem Ausstieg fest. "Diese Entscheidung ist endgültig", ließ die Kammer auf Anfrage wissen.

Die IHK empfiehlt den Regionalverband als geeignete Plattform für Wirtschaftsförderung. Heilbronn-Landrat Piepenburg scheint sich über diesen Vorschlag zu wundern. Der Regionalverband dürfe die Aufgabe allenfalls übernehmen, wenn das Landesplanungsgesetz geändert wird. Dies ist nicht zu erwarten.

Schwäbisch-Hall-Landrat Gerhard Bauer lässt die Frage unbeantwortet, um wie viel der Landkreis Hall seine Beteiligung an der WHF erhöhen würde, um sie am Leben zu halten. Der Landrat macht aber klar, was er von der Gesellschaft hält: "Ohne die WHF würde die Region einen herben Rückschlag bekommen." Gerhard Bauer hofft sehr, dass die WHF Bestand hat. "Sie macht eine sehr gute Arbeit und ergänzt sich hervorragend mit unserer Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Als regionale Kontakt- und Vernetzungsorganisation ist die WHF für die überregionalen Institutionen ein wichtiger Ansprechpartner", so Bauer.

Gibt es die WHF in drei Jahren noch? Diese Frage beantwortet Geschäftsführer Schumm nicht direkt: "Ich gehe davon aus, dass es auch in drei Jahren eine regionale Wirtschaftsfördergesellschaft für die Region Heilbronn-Franken geben wird."

Was sich die WHF zu ihrer Aufgabe macht

Förderung Die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF) bündelt die regionalen Wirtschaftsförderungsaktivitäten und ist bei Wirtschaftsförderungs- und Standortmarketingfragen Ansprechpartner und Koordinator für die Region Heilbronn-Franken. Als weiteren Tätigkeitsschwerpunkt unterstützt die Gesellschaft Unternehmen bei der Fachkräfteakquise, indem sie national und international auf die Arbeits- und Lebensbedingungen in der Region Heilbronn-Franken aufmerksam macht.

Gesellschafter Stadt Heilbronn; IHK Heilbronn-Franken (scheidet Ende des Jahres aus); Hohenlohekreis; Landkreis Heilbronn; Landkreis Schwäbisch Hall; Main-Tauber-Kreis; Regionalverband Heilbronn-Franken; Handwerkskammer Heilbronn-Franken.