Gastronomie Wirrwarr um Gipsmühlen-Pächter

Ein Laster steht auf der Zufahrt neben der Gipsmühle. Das als Kiosk-Gebäude genutzte Holzhaus wird abgebaut. In der neuen Saison soll wieder aus dem Lokal heraus verkauft werden.
Ein Laster steht auf der Zufahrt neben der Gipsmühle. Das als Kiosk-Gebäude genutzte Holzhaus wird abgebaut. In der neuen Saison soll wieder aus dem Lokal heraus verkauft werden. © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Thumilan Selvakumaran 14.03.2018
Die GWG stoppt die Suche nach einem neuen Wirt am Starkholzbacher See. Der bisherige Betreiber bleibt nun doch. Er soll aber Kiosk abbauen und regelmäßige Öffnungszeiten einführen.

Stillstand herrschte seit Oktober auf dem Areal der Gipsmühle. Seit damals hängt dort ein Schild mit dem Hinweis, dass umgebaut wird. „Wir waren schon enttäuscht“, sagt Jan Müller vom Förderverein des Starkholzbacher Sees. Denn für die vielen Spaziergänger und die „täglich rund 100 Besucher an den Eistagen auf dem See“ habe es so weder ein gastronomisches Angebot gegeben noch öffentlich zugängliche Toiletten. Nun rückt die Sommersaison immer näher.

Die Enttäuschung wandelte sich in Frust, als am 14. Februar dieses Jahres eine Anzeige der städtischen Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft – Eigentümerin des Fachwerkhauses – in dieser Zeitung erschien: „Gipsmühle sucht neuen Wirt/Wirtin zur Übernahme im laufenden Betrieb“. Dabei hat Christos Kastameras das Lokal, das für den Haller Badesee eine große Bedeutung hat, erst zur letztjährigen Saison als Betreiber übernommen. Auf der Homepage steht noch immer: „Jetzt wieder geöffnet! Endlich Sommer!“

Keine Einigung mit Bewerbern

Der Pächter erklärt diese Woche auf Nachfrage, dass er nun doch weitermachen will. „Ich wollte die Gipsmühle erst abgeben. Das hat sich aber nicht ergeben.“ Derzeit liefen Umbauarbeiten, die bis Ende März abgeschlossen sein sollen. Dann, so der Plan Kastameras, soll der Betrieb im April wieder anlaufen. Der Pächter, der auch ein weiteres Restaurant in Michelfeld führt, nennt keine Hintergründe.

Marius Schell, Sprecher der GWG, teilt mit, dass der Pachtvertrag bis Anfang 2022 läuft, die städtische Tochter aber einverstanden war, diesen vorzeitig zu beenden. Nach der Ausschreibung hätten sich mehrere Interessenten gemeldet. Doch eine Übernahme kam nicht zustande.

Nach Informationen dieser Zeitung wollte der Pächter den kompletten Betrieb samt Inventar an den Nachfolger verkaufen, worüber es aufgrund des Preises keine Einigung gab. Es folgte ein Rückzug vom Rückzug – unter Bedingungen der GWG. Ein Streitpunkt war ein zusätzlich aufgebauter Kiosk des Pächters, in dem er 2017 Speisen zubereitete und Getränke verkaufte – unter Selbstbedienung für Biergartenbesucher und Badegäste.

Sowohl der Stadt als auch der GWG war der Holzschuppen ein Dorn im Auge: „Er zerstört den Charme der Gipsmühle“, begründet Schell. Der Pächter habe sich aber einsichtig gezeigt. Tatsächlich rollte am Dienstag ein Lkw an. Arbeiter waren beschäftigt, die Holzhütte wieder abzubauen. Was bleibt, ist ein Küchenproblem, denn die fehlt seit Sommer im eigentlichen Lokal. Investitionen sind nötig, an denen sich die GWG nicht beteiligen will. „Wir stellen das Gebäude. Das Inventar hat der Pächter von seiner Vorgängerin übernommen. Er ist dafür selbst verantwortlich.“ Die GWG hat aber selbst noch eine Forderung: dass verlässliche Öffnungszeiten eingeführt werden.

Pizzen und Getränke

Das ist die Krux an der Gipsmühle. An sonnigen Tagen brummt das Geschäft, wenn es regnet, kommt kaum einer auf das abgelegene Areal. Das weiß auch Jan Müller vom Förderverein. „Das Geschäft muss sich tragen. Man muss es aber auch mögen da draußen.“ Es brauche trotz allem „eine gewisse Zuverlässigkeit“.

Bei der Putzete am Wochenende hätten Ehrenamtliche auch das Areal der Gipsmühle sauber gemacht. Viele Überbleibsel nach ausgearteten Schüler- und Jugendpartys seien aber über Wochen und Monate liegen geblieben. Vandalismus sei insgesamt ein Problem. „Aber der Gastronom muss da natürlich auch anpacken, um unmittelbar die Schäden zu beseitigen.“

Kastameras will das Programm an der Gipsmühle nun „etwas herunterfahren“. Es bleibe bei der Selbstbedienung. Er will Pizzen und Getränke anbieten, bei gutem Wetter draußen auch einen Grill aufbauen und Würstchen zubereiten. Mitarbeiter habe er dafür nicht. „Letztes Jahr habe ich alles alleine gemacht,  mit der Unterstützung meiner Familie.“

Gesang und Rufe von Vögeln

Der Förderverein des Sees bietet Führungen, um Vögel  an ihrem Ruf und Gesang zu erkennen. Termine sind jeweils sonntags am 18. März, 9 Uhr, 15. April, 8 Uhr, und 27. Mai, 8 Uhr. Treffpunkt ist der Parkplatz Gipsmühle. Infos bei Peter Trka: 01 76 / 61 61 93 06

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