Feuerwehrmagazin Wieder im Zeitplan

Ilshofen / Von Jochen Korte 08.09.2018
Das neue Domizil am Ortseingang von Obersteinach steht im Rohbau. Die Kosten liegen bei etwa 800.000 Euro. Dort entsteht auch ein kleines Gewerbegebiet mit rund drei Hektar Fläche.

Darauf haben die Feuerwehrleute aus Obersteinach lange warten müssen: Ihr Magazin steht im Rohbau. Schon bei der Anfahrt aus Richtung Hörlebach fällt das neue Gebäude ins Auge. Es ist nicht aus Stein gebaut, sondern aus Holz. „Das ist zukunftsträchtiges Bauen“, schwärmt Markus Luithardt, der seit drei Jahren Chef von Holzbau Beck aus Jungholzhausen ist. Zur Entscheidung zum nachhaltigen Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen könne er dem Ilshofener Gemeinderat nur gratulieren.

Rückstand wieder aufgeholt

Luithardt räumte ein, dass es beim Bau zu Verzögerungen gekommen sei. Auch wegen der Betriebsferien bei Holzbau Beck. Doch durch die Arbeit der vergangenen zwei Wochen habe man den Rückstand wieder aufgeholt. Verantwortlich dafür machte er auch Lieferschwierigkeiten beim Holz. Das Baumaterial sei sehr gefragt. Jetzt gehe es zügig weiter. Die Dachplatten sollen bis Ende der Woche montiert sein, dann werden die Fenster eingebaut. In die kreisrunden Löcher an den Wänden werde Zellulose geblasen. Damit soll die Wärmedämmung gewährleistet sein. Pro Kubikmeter würden 55 Kilogramm Zellulose eingeblasen. Verbaut würden 33,48 Kubikmeter Holz, inklusive der Fermacellplatten seien es 46 Kubikmeter.

Den Ilshofener Stadträten war anzumerken, dass sie die Gründe für die Verzögerungen eher zähneknirschend akzeptieren. Denn die Bodenplatte war schon im Mai fertig. Doch nach der Luit­hardt’schen Selbstkritik überwog die Freude auf das Projekt. „Das Feuerwehrmagazin haben wir schon seit Jahren gebraucht“, erklärte Abteilungskommandant Harald Oberndörfer, Chef der 32 Obersteinacher Feuerwehrmänner. Doch erst der Feuerwehrbedarfsplan habe den Bau möglich gemacht. Bürgermeister Martin Blessing führte aus, dass mit dem neuen Magazin die Eintreffzeiten eingehalten werden könnten.

Neues Fahrzeug für die Wehr

Die Abteilung erwartet am 5. Oktober ein brandneues Hilfslöschfahrzeug HLF 10 von der Firma Magirus. Bis dahin soll die Fahrzeughalle stehen. Die macht aber nur 63 Quadratmeter aus. Die Wartung des Fahrzeugs erfolgt in Ilshofen. Aus Kostengründen wurde in Obersteinach auf eine Waschplatte verzichtet.

Auf den restlichen 235 Quadratmetern werden Werkstatt, Lager, Funkraum, Mannschaftsraum und sanitäre Anlagen untergebracht. Bürgermeister Blessing bezeichnete die Obersteinacher Wehr als „rührig und engagiert“. Sie ist dieses Jahr schon zu 14 Einsätzen ausgerückt. Tagsüber sind im Schnitt vier Feuerwehrleute einsatzbereit. Auch auf der Autobahn 6 waren die Feuerwehrleute bei der Hilfeleistung aktiv. Architekt Manfred Löw führte für die Verzögerungen auch Optimierungen ins Feld, die bei der Holzständerbauweise nötig seien. Auch er zeigte sich bei der Führung durch den Rohbau überzeugt, dass der Zeitplan einge­halten werde. Bauliche Erweiterungen seien ebenfalls möglich. Angelegt würden auch 16 Parkplätze.

Kosten liegen bei 800 000 Euro

Die Kosten für das neue Feuerwehrgerätehaus liegen bei 800 000 Euro. Davon fließen 60 000 Euro als Projektförderung für Feuerwehrzwecke. Das HLF 10 schlägt mit 356 285 Euro zu Buche, dafür sind 90 000 Euro Fördergeld bewilligt. Das alte Fahrzeug war im ehemaligen Farrenstall in Obersteinach untergebracht und soll verkauft werden. Das Gebäude hat die Stadt an eine Privatperson veräußert, erklärt der Bürgermeister.

Kleines Gewerbegebiet beim Magazin

An der Ortseinfahrt von Obersteinach aus Richtung Hörlebach entsteht beim Feuerwehrgerätehaus auch ein kleines Gewerbegebiet mit rund drei Hektar Fläche. Etwa die Hälfte davon ist erschlossen. „Es gibt schon zwei bis drei Interessenten aus dem Bereich des Kleingewerbes“, sagte Bürgermeister Martin Blessing. Der Gemeinderat hat den Quadratmeterpreis bei 47 Euro festgelegt. Stadtrat Klaus Fischer führte aus, dass die Stromversorgung künftig per Erdkabel und nicht mehr über Freileitungen erfolgen soll. Netze BW hätte nach seinen Informationen mit den Arbeiten eigentlich schon begonnen haben sollen. Die Aufschüttung der Straße sei notwendig gewesen, damit das Regenwasser im natürlichen Gefälle ins neue Regenrückhaltebecken fließen könne. Das Becken ist mit einem stabilen und rund zwei Meter hohen Metallgitterzaun gesichert, damit niemand hineinfallen kann, so Bürgermeister Martin Blessing. kor

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