Großhandel Wieder Fahrt aufgenommen

Ein defekter Lkw kann die Fahrt nicht fortsetzen. Für den Spediteur sind solche Ausfallzeiten teuer. Berner hat sich darauf eingestellt und liefert in diesem Segment immer mehr seiner Produkte direkt dorthin, wo der Kunde sofortige Hilfe benötigt.
Ein defekter Lkw kann die Fahrt nicht fortsetzen. Für den Spediteur sind solche Ausfallzeiten teuer. Berner hat sich darauf eingestellt und liefert in diesem Segment immer mehr seiner Produkte direkt dorthin, wo der Kunde sofortige Hilfe benötigt. © Foto: Berner Group
Künzelsau / swp 17.07.2018
Die Berner Group ist nun bereits  im dritten Jahr in Folge gewachsen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2017/2018 konnte das Unternehmen mit seinem Sitz auf dem Garnberg bei Künzelsau gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent steigern.

Die Berner Group ist nun bereits  im dritten Jahr in Folge gewachsen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2017/2018 konnte das Unternehmen mit seinem Sitz auf dem Garnberg bei Künzelsau den um Konsolidierungseffekte bereinigten Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent steigern.

Insgesamt machte Berner mit dem Verkauf seiner Produkte an Profis in Industrie, Autowerkstätten und Handwerksbetrieben einen Umsatz von rund 1,042 Milliarden Euro. Ein Plus von etwa 24 Millionen Euro.

Dabei agierte die Kernmarke Berner besonders erfolgreich und erwirtschaftete einen Umsatz von  876 Millionen Euro (plus 3,6 Prozent). „Wir sind näher am Kunden, erkennen Marktveränderungen früh und entwickeln unser Geschäftsmodell weiter“, sagt Vorstandsmitglied Carsten Rumpf. Veränderungen, die sich gerade an dem für Berner so wichtigen Bereich Automotive verdeutlichen lassen.

Vor fünfzehn Jahren dominierten in diesem Segment die Umsätze mit kleinen, freien Auto­werkstätten. Heute werden immer mehr Reparaturen an wesentlichen Bestandteilen etwa den neuen Motorgenerationen und Assistenzsystemen, spezielle Diagnosetechnik, Reparaturanleitungen oder das Training überwiegend von Vertragswerkstätten durchgeführt und die Autohersteller konzentrieren sich auf wenige sehr große Werkstätten in ihren Netzwerken. Das Wachstum von freien Werkstätten ist somit begrenzt. Auch wenn Berner als „B2B-Partner“ diese Werkstätten nach wie vor umfassend unterstützt, muss man sich andere Wachstumsfelder suchen.

Im Nachbarland Frankreich, wo Berner ohnehin mit seiner größten Niederlassung vertreten ist, haben die Künzelsauer deshalb die  Geschäftsfelder Baumaschinen, Agrar und kommerzieller Verkehr massiv ausgebaut (mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes im Segment). Berner liefert dazu die Produkte direkt an den Einsatzort, etwa an das Getreidefeld oder an die Autobahn. Dadurch können Reparaturen ohne Werkstattaufenthalt gemacht werden und „teure Ausfallzeiten“ werden verkürzt.

Im Rekordjahr 2016/2017 war die Caramba Chemie-Gruppe (CCG) auch aufgrund von nicht geplanten Einmalgeschäften stark gewachsen (plus 11,5 Prozent). In den zurückliegenden Monaten gelang es nun, diese besonderen Effekte zu kompensieren und den Umsatz auf 137 Millionen Euro zu halten. Gleichzeitig investierte die CCG in den Kauf von Grundstücken am Standort Duisburg, die Entwicklung neuer Produkte und stockte das Personal um 60 auf etwa 1000 Mitarbeiter auf.

Auch der dritte Marktbereich, der Handwerksspezialist BTI, konnte „seine Position als einer der führenden Zulieferer“ behaupten. Bei einem Plus von 0,3 Prozent wurden rund 118 Millionen Euro an Umsatz erzielt. Wie in der Hauptmarke wurden auch in der Direktvertriebstochter BTI eine Reihe von Maßnahmen zur Vertriebsunterstützung umgesetzt und so die Produktivität weiter erhöht. Die Steigerung betrug in den beiden Gesellschaften mehr als drei Prozent. Dabei wurde gerade auch das E-Com­merce-Geschäft weiterentwickelt und ausgebaut.  Das erklärt auch, warum sich die Zahl der Außendienstmitarbeiter etwas verringert hat (45 weniger), nachdem dort zuletzt überproportional Personal aufgebaut worden war. In 2017/2018 stand die Steigerung der Produktivität der Mitarbeiter im Vordergrund.

„Wir haben das Umsatzplus bei deutlich weniger Arbeitstagen erreicht. Das operative Ergebnis ist zugleich überproportional zum Umsatzplus gestiegen, womit wir den Spielraum für Investitionen in die Transformation weiter ausbauen“, erklärt Finanzvorstand Jürgen Schulte-Laggenbeck. Generell sind die Unternehmen der Berner Group auch gut in das erste Quartal des aktuellen Geschäftsjahres 2018/2019 gestartet. Berner, BTI und Caramba Group konnten in Summe um rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen. Dabei profitiert die Firmengruppe nach eigenen Angaben von der guten Nachfrage in den Branchen Bau, Automotive und Industrie. Außerdem greifen parallel dazu immer mehr der Veränderungen, die das Unternehmen bereits eingeleitet hatte. „Wir haben gute Fortschritte bei der Transformation gemacht. Diesen Kurs setzen wir konsequent fort, denn die aktuell gute Konjunkturlage wird nicht auf Dauer so bleiben. Je schneller wir unsere Hausaufgaben machen, desto besser sind wir auf weitere Herausforderungen eingestellt“, sagte Christian Berner.

Dazu wird auch fleißig an der Holding-Struktur gearbeitet. Dort sind in Köln und Künzelsau derzeit jeweils rund 100 Mitarbeiter beschäftigt. Die Zahlen sind gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben. Hinzu kommen aber in Künzelsau noch weitere 16 Mitarbeiter des Service-Zentrums, die für die gesamte Gruppe buchhalterische Aufgaben wie die Lohnabrechnungen  übernehmen.

50

Gesellschaften bilden das Firmennetzwerk der Berner Group. Herzstück ist der Firmensitz am Garnberg, wo die Holding, das Stammhaus der Marke Berner und der Hauptsitz der Marke BTI beheimatet sind.

Familienunternehmen

Die Berner Group mit ihrem Stammsitz in Künzelsau ist ein familiengeführtes Handelsunternehmen mit derzeit rund 8500 Mitarbeitern und einer Firmenhistorie, die vor 61 Jahren mit Gründer Albert Berner als „Ein-Mann-Betrieb“ begann.

Vielfältiges Angebot. Mit seinen Produkten –  Ausstattung für Werkstätten, Materialien und Brandschutz für Bauprojekte oder Spezialchemie für Industrie und Gebäudereinigung –  beliefert Berner sogenannte „B2B-Kunden“ in 25 Ländern in Europa.

Multikanal-Prinzip. Dabei nutzt die Firmengruppe mehrere Vertriebskanäle und bedient die Partner persönlich vor Ort mit rund 5500 Experten im Außendienst, mobil und digital im Online-Shop, im stationären Handel oder via Callcenter.

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