Freibad Wie sich das Schenkenseefreibad in Jahrzehnten veränderte

WOLF-DIETER RETZBACH 28.05.2016
Ein Wohnungstausch und eine Postkarte stehen am Anfang dieser Geschichte. In ihr geht es um die Historie des Schenkensee-Freibads.

Familie Schneider hat einen weiten Weg vor sich. Es ist das Jahr 1960, Horst Schneider, seine Frau und seine beiden Kinder machen sich von Hall aus auf den Weg nach Cuxhaven. Der Grund: Die Schneiders machen mit der Familie eines früheren Kollegen einen Wohnungstausch: Die einen wohnen zwei Wochen lang im Norden, die anderen zwei Wochen im Süden.

Horst Schneider lebt seit 1957 in Hall. Als er und seine Familie in Cuxhaven weilen, bekommen sie eine Postkarte aus der Heimat. Horst Schneider blickt auf das Motiv und weiß genau, worum es sich dabei handelt. Der frühere Kollege hat den Schneiders eine Karte aus Hall geschickt, auf der das Schenkenseefreibad zu sehen ist.

Jetzt, 56 Jahre später, hat Horst Schneider die Postkarte an das Haller Tagblatt geschickt. Grund genug, um der Aufnahme aus der Anfangszeit des Bads eine neuere gegenüberzustellen – und so zu zeigen, was sich in Jahrzehnten auf dem Gelände verändert hat und was nicht (siehe Fotos). So ist der Sprungturm auf dem historischen Bild der gleiche wie heute. “Allerdings wurde er im Laufe der Zeit saniert, um Geländer und andere Leitern ergänzt und auch farblich neu gestaltet“, sagt Thomas Deeg, Abteilungsleiter Marketing, Vertrieb und Energiehandel bei den Stadtwerken Schwäbisch Hall. Erhalten seien heute noch die Sandsteinplatten des alten Beckenumgangs (auf dem Bild als  dunkler Strich direkt um das Becken herum zu sehen). Diese seien teils für die Stufen vor dem Kiosk  und für die Sitzmöglichkeit am Sportbecken wiederverwendet worden.

“Ebenfalls erhalten ist der rechte Teil des langen Gebäudes, dort sind heute Duschen und Umkleiden  untergebracht“, so Deeg. Wo der linke Teil war, ist heute die Wassertechnik im Keller untergebracht, darüber stehen der Kiosk und die Freiluftumkleiden. Auch zwei steinerne Wasserspeier in Seelöwenform wurden erhalten: Sie sind heute im Bachlauf eingebaut.
 

Im Jahr 1942 wird das Schenkenseebad eröffnet

Historie Ein “richtiges Schwimmbad“ habe es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Schwäbisch Hall noch nicht gegeben. 1836 wurde jedoch eine “Oeffentliche Bad- und Schwimmanstalt“ eingerichtet, wie in der 2011 erschienenen Festschrift zum 40-Jahr-Jubiläum der Stadtwerke Schwäbisch Hall zu lesen ist. 1864 errichtete die Stadt neue Anlagen, “die nun tatsächlich die Bezeichnung ,Badeanstalt’ verdienen“, heißt es. Es beginnt mit einem Männerbad, einem Knabenbad und einer „Schwimm-Anstalt“, bis der Gemeinderat sich dafür entscheidet, ein Frauenbad zu bauen. Dieses wird 1892 mit dem Mädchenbad zusammengelegt, das 1876 in den Ackeranlagen entstanden war, wie in der Festschrift zu lesen ist.  Im Jahr 1934 begannen die Planungen für ein eigenständiges Freibad in Hall. 1942 wurde das Schenkenseefreibad eröffnet.

 

Statistik 2015 war, im Vergleich zu den vergangenen neun Jahren, Spitzenreiter bei den Besuchszahlen: Das Freibad wurde 123 389 Mal besucht. Thomas Deeg, Abteilungsleiter Marketing, Vertrieb und Energiehandel bei den Stadtwerken, nennt weitere Zahlen. 2014 gab es 83 999 Besuche in dem Freibad, im  Jahr davor 109 713. Im Jahr 2012 waren es 113 699 Besuche. Die Zahlen weiterer Jahre: 2011 gab es 99 287 Besuche im Schenkenseebad, ein Jahr zuvor 108 664. 2009 wurde es 117 026 Mal besucht. 2008: 99 568. 2007: 94 818. wd