Obersontheim Wettschreien: Hannibal kräht 28-mal

Die Sieger mit ihren Hähnen (von links): Tilo Neshyba mit Blacky (zweiter Platz), Botho Dzubiel mit Toni (vierter Platz), Jürgen Däschler mit Hannibal (erster Platz) und Martin Dierolf.
Die Sieger mit ihren Hähnen (von links): Tilo Neshyba mit Blacky (zweiter Platz), Botho Dzubiel mit Toni (vierter Platz), Jürgen Däschler mit Hannibal (erster Platz) und Martin Dierolf. © Foto: Rainer Richter
RAINER RICHTER 24.07.2014
Ein Hahnenwettgeschrei war der Höhepunkt des Sommerfestes von Kleintierzuchtverein und Gesangverein in Untersontheim. Die Gaudi war groß.

Hahnenkämpfe sind heutzutage noch in vielen Ländern Tradition. Sie widersprechen allerdings unseren Tierschutzvorstellungen. Eine unblutige Variante hat jetzt der Kleintierzuchtverein Untersontheim wiederbelebt: das Wettkrähen der Hähne.

Der dort vor Jahrzehnten noch praktizierte Wettkampf ist in Untersontheim schon fast in Vergessenheit geraten. Aber er eignet sich ideal für Gesang- und Kleintierzuchtverein, die das Sommerfest ausgerichtet haben: krähende Hähne, das ist etwas fürs Auge und fürs Ohr.

Start war am Sonntagmorgen um 10.30 Uhr. 14 Hähne standen in ihren Käfigen bereit. Wer am häufigsten krähte, sollte den Sieg davontragen. "Hannibal" von Jürgen Däschler brachte es in einer halben Stunde auf 28 Schreie und gewann. Den vierten Platz erreichte "Toni" von Margarethe Deininger aus Ziegelbronn mit 14 Jodlern. Botho Dzubiel, der "Toni" transportierte, war begeistert. Er zählte jeden Schrei mit. Er habe ein Faible für die Tiere, meinte er. Und: "Man soll die Vereine unterstützen, wenn sie eine Tradition wiederbeleben."

Bei Punktgleichheit wäre es in die Verlängerung gegangen. Aber "Hannibal" siegte mit vier Zählern Vorsprung vor "Blacky" aus Holenstein (24 Kräher) und "Whity" (15).

Manche Züchter versuchten ihre Hähne zu animieren. Einer frohlockte, als sein Hahn verspätet zum Krähen ansetzte: "Jetzt greift er an." Ein anderer murmelte enttäuscht: "Der wird geschlachtet." Das Fazit eines älteren Besuchers: "Die ausländischen Göckel sind nix." Gedopt war kein Tier. Man weiß noch nicht, wie das gehen könnte.

Nach dem Wettkampf war gemütliches Beisammensein angesagt - wie schon am Samstagabend. Für die Kinder wurde am Vortag eine Spielstraße eingerichtet, dazu gab es noch einen Fackelzug.