Wenn die Uni nicht das Richtige ist

Ob sich ein Studienabbruch lohnt oder nicht, sollte gut durchdacht werden.
Ob sich ein Studienabbruch lohnt oder nicht, sollte gut durchdacht werden. © Foto: Igor Palamarchuk/Shutterstock.com
dpa/tmn 19.09.2018

Manchen Schülern spukt sie schon vor dem Abitur durch den Kopf, andere stellen sich erst danach die Frage: Was mache ich jetzt? Oft liegt der Schritt an die Uni nahe. Doch nicht für jeden ist eine akademische Laufbahn das Richtige. „Viele Studienanfänger treffen ihre Wahl ohne sich gründlich zu informieren“, sagt Hans-Werner Rückert, Leiter der Studienberatung an der Freien Universität Berlin. Was sich hinter einem Studium im Allgemeinen und hinter einem bestimmten Fach verbirgt, merkten sie erst mittendrin.

Den Zweifeln daran, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben, müssen Studenten sich stellen, sagt der Psychologe. „Das kann schon einer kleinen Krise gleichkommen.“ Deshalb mache es Sinn, sich Rat von Kommilitonen, Eltern oder in der Studienberatung zu holen. Dann gelte es, herauszufinden, ob es sich bei den Schwierigkeiten um anfängliche Probleme handle oder ein Studium insgesamt nicht passe. Doch wann ist es endgültig zu viel? Indikatoren dafür, dass die eigenen Grenzen erreicht sind, seien  Müdigkeit, Lustlosigkeit und depressive Gedanken.

Auch wenn das Studium nicht gepasst hat, helfen die gesammelten Erfahrungen, den Wechsel in eine andere Laufbahn vorzubereiten, meint Rückert. Im Gespräch mit einem Studienberater oder einer Bezugsperson könne man rekapitulieren und sich fragen: Was hat mir an der Uni missfallen? Was kann ich gut?  Hilfreich ist es auch, Berufe auszuprobieren: „Ein Praktikum oder eine Hospitanz können einen Eindruck vermitteln, wie eine Ausbildung aussieht“, erklärt Rückert. Wer vor dem Wechsel schon länger studiert hat, sollte sich außerdem erkundigen, ob sich Leistungen aus dem Studium anrechnen lassen. Einen neuen Weg einzuschlagen, kann auch etwas Positives sein, sagt Matthias Jaroch vom Deutschen Hochschulverband. „Mit jedem Umweg  sammelt man Erfahrungen. Und häufig zeigt eine Umorientierung auch, dass man sich mit den eigenen Stärken und Schwächen auseinandergesetzt hat.“

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