Schwäbisch Hall Wenn der Darm durch die Lücken tritt

SWP 11.12.2015
Eine Hernie kommt genauso häufig vor wie ein Herzinfarkt. Diak-Chefarzt Markus Golling hat zu dieser Krankheit einen Vortrag gehalten.

Bruchleiden, oder auch Hernien genannt, würden rund ein Drittel der Männer betreffen, klärte Chefarzt Professor Dr. Markus Golling bei einem Vortrag der "DIAKademie" in der Haller Volkshochschule auf. Dies berichtet das Diak. Bruchleiden treten genauso häufig wie ein Herzinfarkt auf.

Hernien können beispielsweise im Oberbauch, Bauchnabel und in der Leiste auftreten. Am häufigsten ist jedoch der Leistenbruch. Unter einer Hernie versteht man den Austritt von Eingeweiden aus der Bauchhöhle durch eine Lücke in den tragenden Bauchwandschichten. Diese Lücken können angeboren oder erworben sein, zum Beispiel durch Operationen im Bauchraum.

Begünstigt wird das Auftreten einer Hernie durch einen erhöhten Innendruck. Verstärkt wird der Innendruck durch Übergewicht, Verstopfung, Asthma und Rauchen. Behandelt wird eine Hernie, je nach Klassifizierung, durch eine Operation. Ob die Hernie minimalinvasiv oder klassisch operiert wird, hängt davon ab, was der Patient "mitbringt": Vorerkrankungen, Übergewicht oder Medikamenteneinnahme.

Auch heutzutage sind Operationen in der Bauchhöhle immer mit einem erhöhten Infektionsrisiko behaftet. Neue Methoden sollen Nahtbrüche, Wundinfektionen und Narbenhernien verringern, heißt es weiter im Bericht des Diaks. So wurde eine neue Nähtechnik eingeführt, die elastisch und weniger fest ist, um die Kräfte, die auf den Bauchraum wirken, abzufangen.