Ufer Weilerwiese: Stadt will Areal für 3 Millionen Euro umgestalten

Neugestaltung der Uferpromenade an der Weilerwiese.
Neugestaltung der Uferpromenade an der Weilerwiese. © Foto: Stadt Hall
THUMILAN SELVAKUMARAN 11.12.2015
Die Weilerwiese soll sich zu einem attraktiven Lebensraum mausern - nicht nur auf der Freizeitfläche neben dem Ärztehaus und seinem Zwillingsbau. Die Stadt will auch die Uferpromenade neu gestalten. Mit PDF zum herunterladen.

Das Ziel ist klar formuliert: Das "technisch gerade Ufer" auf Höhe der Weilerwiese soll aufgerissen werden, um das Areal attraktiver zu gestalten und gleichzeitig Lebensraum zu schaffen. Peter Geitz vom Büro Geitz & Partner aus Stuttgart stellt am Mittwoch die Pläne im Haus der Bildung vor und schwärmt von einem Panoramadeck. Zudem berichtet er von einer 112 Meter langen Fischaufstiegsanlage, die die "nicht funktionsfähige Fischtreppe" am Wehr ablösen soll. Geplant sind Trittsteine und Stufen sowie Lernorte, wo etwa Schüler Kleintiere beobachten können.

Der Landschaftsarchitekt spricht vor rund zwei Dutzend Vertretern von Stadt, Landkreis, Regierungspräsidium, Umweltzentrum und Besuchern. "Das ist für uns eine Premiere", berichtet Peter Klink, städtischer Fachbereichsleiter Planen und Bauen. Erstmals sei die Öffentlichkeit zum Scoping eingeladen - die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der Umweltverträglichkeit.

Die Experten diskutieren über Strömungsverläufe, Wasserpegel und Hochwasserschutz. "Wir haben das ganze Gebiet detailliert vermessen", berichtet Andreas Eisner, Mitarbeiter von Geitz. Durch die geplanten Eingriffe gebe es keine Verschlechterung der Hochwassersituation - "im Gegenteil, wir rechnen mit einer Verbesserung".

Der Maßnahmenkatalog ist umfangreich. Geplant sind unter anderem flache Böschungen. Hufeisenförmige Elemente sollen im Kocher Strömungsschatten für Fische schaffen. Südlich der Friedensbrücke soll ein Teil des Ufers so abgegraben werden, dass eine Insel entsteht. "Das ist enorm wichtig für die Strömung", erläutert Geitz. So könne verhindert werden, dass sich unter der Brücke weiterer Sand anhäuft. Der sei lebensfeindlich und begünstige Überschwemmungen.

Möglich wird das Vorhaben durch die Umgestaltung der Weilerwiese. Der Fußweg wird einige Meter nach Westen auf das Dach der im Bau befindlichen Tiefgaragen verlegt. Dadurch könne der Flussabschnitt "ökologisch und gestalterisch aufgewertet" werden, so Klink.

Baustart könnte im September 2016 sein. Der Gemeinderat hat bereits sein generelles Okay gegeben. Die Detailplanung wird am Montag öffentlich im Bau- und Planungsausschuss diskutiert. Das Vorhaben ist mit rund 3 Millionen Euro veranschlagt, wovon die Stadt nach Abzug möglicher Förderungen rund eine halbe Million tragen müsste.

Für das Projekt wurden auch Lebensräume von Tieren geprüft. Simon Frädrich vom Büro Stadtlandingenieure Aalen berichtet von Eisvögeln, Fledermäusen und Gelbbauchunken. Für die Groppe stelle das Wehr eine unüberwindbare Hürde dar. Die geplante Fischaufstiegsanlage könne helfen.

Martin Zorzi vom Umweltamt begrüßt das Vorhaben. Er bittet aber, auf die Gebirgsstelze zu achten, die er dort beobachtet habe. "Daher stört die Aussichtsplattform an dieser Stelle." Auch gibt er zu bedenken, dass der mit Büschen abgetrennte Lernort einen Raum schaffe, wo abends "Sachen laufen könnten, die man nicht haben will".

Auch Manfred Böhm vom Fischzuchtverein lobt die Pläne - auch wenn seinem Verein "zu viel Wasser wegfällt". Denn 30 Meter vor und nach einer Fischaufstiegsanlage gelte Angelverbot. "Hier betrifft es einen Bereich von 172 Metern."

Die Neugestaltung in der Übersicht (PDF zum Download):