Heilbronn Weihnachtsempfang der Südwestmetall im Theater: Region spielt eine starke Rolle

Beim Weihnachtsempfang des Arbeitgeberverbands Südwestmetall im Theater Heilbronn unterhalten sich Karl Schäuble (Vorsitzender Südwestmetall-Bezirksgruppe), Alois Schöllhorn (Geschäftsführer Bauunternehmung Böpple), Michael Unser (Geschäftsführer IG Metall Heilbronn-Neckarsulm) und Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall.
Beim Weihnachtsempfang des Arbeitgeberverbands Südwestmetall im Theater Heilbronn unterhalten sich Karl Schäuble (Vorsitzender Südwestmetall-Bezirksgruppe), Alois Schöllhorn (Geschäftsführer Bauunternehmung Böpple), Michael Unser (Geschäftsführer IG Metall Heilbronn-Neckarsulm) und Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall. © Foto: just
Heilbronn / JÜRGEN STEGMAIER 09.12.2015
Übertreibung, Zuspitzung und Verzerrung hatten ihren Platz beim Weihnachtsempfang von Südwestmetall. Dies jedoch weniger in der Rede des Vorsitzenden als vielmehr in einer Karikaturen-Ausstellung.

Karl Schäuble ist der Vorsitzende der Südwestmetall-Bezirksgruppe Heilbronn/Region Franken. Der Geschäftsführer der Illig Maschinenbau GmbH & Co. KG legte seinen Blick am Montag im Heilbronner Theater auch auf die Rolle, die die regionale Wirtschaft im nationalen Vergleich spielt. In der Region Heilbronn-Franken leben 1,1 Prozent der deutschen Bevölkerung. Diese tragen aber 1,35 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Das verarbeitende Gewerbe erzielt weit überdurchschnittliche 2,2 Prozent der deutschen industriellen Wertschöpfung. "Würden wir in der Region nur im Durchschnitt Deutschlands liegen, würde die Bruttowertschöpfung in Heilbronn-Franken Jahr für Jahr um rund sechs Milliarden Euro niedriger ausfallen", machte Schäuble deutlich.

Unzufrieden zeigte sich der Arbeitgebervertreter weniger beim Blick auf die Gegenwart als vielmehr hinsichtlich der Zukunft. Die von der Bundesregierung beschlossenen "sozialen Wohltaten", wie Rentenpaket und Bildungsurlaub, würden Unternehmen der Metall- und Elektrobranche über die Maßen belasten. Reinhold Gall, baden-württembergischer Innenminister, gehörte zu den rund 150 Gästen. Er hörte diese Kritik nicht zum ersten Mal. Hohe Tarifsteigerungen sowie falsche politische und gesetzliche Weichenstellungen würden den Betrieben der Branche zu schaffen machen, so der Vorsitzende.

Karl Schäuble mahnte, dass sich die Kosten nicht so weit entwickeln dürften, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gefährdet wird. Diese Gefahr sei gegenwärtig.

Zweimal während seiner Rede erhielt Schäuble Beifall. "Wir erteilen jeder Form von Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus in unseren Betrieben eine klare Absage", so der Vorsitzende des Arbeitgeberverbands vorgestern. Nach Schäubles Ansicht brauche es Leitplanken im Blick auf die Integration von Migranten: "Jedem Neuankömmling müsse bewusst gemacht werden, dass Deutschland ein gelebtes Wertesystem hat, das auf der Basis verfassungsrechtlich geschützter Normen steht. "Hierzu gehören auch die gleichberechtigte Rolle der Frau und die religiöse Toleranz in einem christlichen Wertesystem."

Teil des Arbeitgeberempfangs war die Eröffnung einer Ausstellung. 20 Karikaturisten zeigen ihre Werke im oberen Foyer des Theaters. Zu sehen sind sie bis 21. Dezember. Titel: Die neue Macht der Alten - Der Generationenspielplatz im Spiegel der Karikatur.

37.000 Beschäftigte in 75 Betrieben der Region

Verband Der Arbeitgeberverband Südwestmetall mit Sitz in Stuttgart vertritt die tarif-, sozial- und bildungspolitischen Interessen von mehr als 1000 Mitgliedsbetrieben der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie mit rund 490.000 Beschäftigten.

Region Die Bezirksgruppe Heilbronn/Region Franken ist eine von 13 Bezirksgruppen von Südwestmetall. Sie betreut rund 75 Betriebe mit rund 37.000 Beschäftigten in der Region Heilbronn-Franken, zu der auch der Raum Hall-Crailsheim-Gaildorf gehört.

SWP

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