Start Weicheres Wasser für vier Gemeinden

Frankenhardt / Holger Ströbel 17.04.2018

Anfang März wurde die Enthärtungsanlage im Wasserwerk Schweighausen in Betrieb genommen. Die Bürger in Crailsheim, Jagstzell, Rosenberg und Frankenhardt erhalten nun Trinkwasser mit einer Wasserhärte von circa 13 dH (Härtebereich mittel). Durch die Verwendung des weicheren Wassers wird den Einwohnern geraten, ihre Haushaltsgeräte und den Einsatz von Wasch-, Reinigungs- und Entkalkungsmittel auf den neuen Härtegrad anzupassen.

Im Wasserwerk Schweighausen werden jährlich rund 1,8 Millionen Kubikmeter Trinkwasser aufbereitet. Das Rohwasser stammt aus 20 Quellen und elf Tiefbrunnen, die sich in den beiden Quellgebieten Orrottal und Fischbachtal befinden. Aufgrund der geologischen Lage der Quellgebiete hatte das dort gewonnene Wasser in der Vergangenheit eine Wasserhärte von rund 18 dH (Härtebereich hart).

Startschuss 2014

Mitte 2014 wurde eine engere Zusammenarbeit zwischen der NOW und ihrem Verbandsmitglied, dem Zweckverband Wasserversorgung Jagstgruppe, vereinbart. Seitdem betreut die NOW die Wassergewinnungsanlagen der Jagstgruppe, zu dem auch das Wasserwerk Schweighausen gehört. Die Kooperationsvereinbarung der beiden Zweckverbände sah vor, dass im Wasserwerk Schweighausen die Wasseraufbereitungsanlage mit einer zusätzlichen Enthärtungsanlage ausgestattet wird.

Der für die Enthärtungsanlage notwendige Anbau wurde 2016 errichtet. Nach Fertigstellung  der elektrotechnischen und hydraulischen Arbeiten begann Ende 2017 der Probebetrieb der Enthärtungsanlage. Seit Anfang März wird nun weicheres Wasser an die Gemeinden Crailsheim, Jagstzell, Rosenberg und Frankenhardt abgegeben. Statt mit Chemikalien erfolgt die Regeneration der Ionenaustauscher durch eine CO2-gesättigte Lösung.

Die Enthärtung erfolgt mit einer Ionenaustauscher-Anlage im Carix-Verfahren. Die Anlage besteht aus mehreren mit Harzgranulat gefüllten Kesseln, mit denen die Härtebildner Calcium und Magnesium aus dem Rohwasser teilweise zurückgehalten werden. „Statt mit Chemikalien erfolgt die Regeneration der Ionenaustauscher im Carix-Verfahren umweltfreundlicher durch eine CO2-gesättigte Lösung, die das Harz wieder in seinen Ausgangszustand versetzt“, erklärt Geschäftsführer Dr. Jochen Damm.

Da das Land die Kosten für eine Enthärtungsanlage nicht fördert, übernimmt die NOW die Kosten von rund 5,6 Millionen Euro komplett. Restarbeiten im Wasserwerk sowie das Herrichten der Außenanlagen werden wohl noch einige Zeit beanspruchen.

Einwohner sollen sich umstellen

Durch die Verwendung des weicheren Wassers sollten die Einwohner in Jagstzell, Rosenberg und Frankenhardt ihre Haushaltsgeräte und den Einsatz von Wasch-, Reinigungs- und Entkalkungsmittel auf den neuen Härtegrad anpassen. Auch der Betrieb privater Enthärtungsanlagen sollte angepasst werden.

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