Gemeinderat Weichen werden auf „neu“ gestellt

Das Bild vom Wasserturm zeigt auch aus der Ferne den Verlauf der Hohen Straße (links im Bild) sowie gleichzeitig den neuen und den alten Wasserturm.
Das Bild vom Wasserturm zeigt auch aus der Ferne den Verlauf der Hohen Straße (links im Bild) sowie gleichzeitig den neuen und den alten Wasserturm. © Foto: Maya Peters
Mainhardt / Maya Peters 07.12.2018
Die Hohe Straße in Mainhardt-Hohenstraßen erhält einen Vollausbau – doch nicht sofort. Vorab gilt es weitere Maßnahmen zu klären.

Wir fragen die Marschrichtung ab“, beginnt Ortsbaumeister Volker Heiden beim Tagesordnungspunkt „Hohe Straße“. Dem Mainhardter Teilort Hohenstraßen hatte man für die namengebende Straße schon vor dem Neubau des Wasserturms eine Fahrbahnrenovierung versprochen, dieser geht 2019 ans Netz. Einen äußerst schlechten Gesamtzustand attestiert ihr der Ortsbaumeister. Voraussichtlich 2020/21 soll auf 840 Metern Länge nun ein Vollausbau der Hohen Straße realisiert und nicht nur die Fahrbahndecke erneuert werden. Im kommenden Jahr erfolge die detaillierte Planung.

Mit rund 670 000 Euro rechnet Heiden für die Maßnahme mit Randeinfassungen. Die 4,5 Meter breite Fahrbahn umfasse 4050 Quadratmeter Fläche. Allein aufgrund der Länge müsse man von zwei Bauabschnitten ausgehen, je nach Haushaltslage auch von drei, so Heiden. „Das sollten wir nicht machen“, spricht sich Gemeinderat Bernhard Schweizer deutlich für einen schnelleren Ausbau aus. Man warte im Ort schon lange darauf. Dem schließt sich auch Walter Mack an: „Die Hohenstraßener hatten schon Einschränkungen wie verrückt, das sollte in einem gehen“. En bloc sei unwahrscheinlich beim Vollausbau, weiß Heiden.

„Im Vorfeld wollen wir einen Förderantrag auf Unterversorgung in Hohenstraßen stellen“, erläutert Heiden. Nur dann habe man die Chance auf die höchstmöglichen Fördermittel beim Breitbandausbau. „Das Land gibt uns die Taktung vor. Wir können in Mainhardt jeden Euro gebrauchen“, betont Heiden mit Blick auf die Großprojekte.

Voraussichtlich koste der Breitbandausbau auf 1230 Metern Länge vom Lammsee aus 64 000 Euro. „Hohenstraßen ist unser Sorgenkind in Sachen Internet“, erläutert Bürgermeister Damian Komor den Hintergrund. Obwohl die Telekom im Hauptort Glasfaser bis zu den Kabelverzweigern verlege, werde es in Hohenstraßen voraussichtlich nur geringfügige Verbesserungen geben. Der Bereich Hohe Straße ist an den weit entfernten Verzweiger beim Mainhardter Feuerwehrmagazin gebunden. „Kupferkabel können nur Entfernungen bis 400 Meter gut überbrücken“, weiß er.

Parallel kommt eine weitere Aufgabe auf die Gemeinde zu: Die an der Bundesstraße ansässige Firma Adga, die Meterstäbe fertigt, will eine Ringstraße bauen. Diese sei im Brandfalle wichtig und bringe zudem eine Erleichterung für die Holztransporter. Diese mussten bislang in der Sackgasse rangieren, so Geschäftsführer Michael Weingart. Direkt unter dem noch unbebauten Privatgelände der Adga befinde sich jedoch ein Teilabschnitt der Hauptwasserleitung vom Wasserturm nach Mainhardt. „Wir sind in der Vorplanung, haben einen Geometer beauftragt und auch die Gemeinde informiert“, berichtet Weingart von weiteren, noch vagen Plänen. „Eine Verlegung der Hauptwasserleitung von dort wird mittelfristig nötig“, betont Heiden vor dem Gremium. Denn diese müsse zugänglich bleiben. Eine Lösung könnte sein, nur das betroffene Drittel neben einem Feldweg neu zu verlegen. Dies scheine mit 325 000 Euro Kosten zwar wirtschaftlicher, doch müsse man die Folgekosten bedenken. Für die Berechnungen arbeite man mit dem Ingenieurbüro Bürgel zusammen. Die Gussleitung sei bereits um die 50 Jahre alt.

Komplette Leitung neu

„Zwei Drittel der Leitung wären dann weiterhin in einem fragwürdigen Zustand. Das ist keine normale Haushaltsleitung und sie bekommt künftig noch mehr Druck – bis zu vier Bar - durch den neuen Wasserturm“, erläutert er. Man prüfe deshalb auch eine Verlegung mit Erneuerung der kompletten Hauptwasserleitung vom Wasserturm über eine teils neue Route entlang der Bundesstraße. Dafür würden etwa 590 000 Euro fällig. „Dann wäre aber alles neu und hält sicher Jahrzehnte“, so Heiden.

Ein Vorteil sei, dass man ohne Einschränkungen die alte Leitung nutzen könne bis die neue gebaut sei. Die Verlegung würde größtenteils kostengünstig im Grünen und mit dem Bau der Hohen Straße erfolgen. Zudem würde man die Löschwasserentnahmestellen optimieren. „Die große Lösung ist sinnvoller“, wirbt Heiden. Einstimmig wird die Verwaltung im Anschluss ermächtigt, die Planung zur Erneuerung der Wasserleitung, den Breitbandausbau nach Hohenstraßen und den Voll­ausbau der Hohen Straße in Angriff zu nehmen.

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