Langenburg Wehrleute lernen über Gefahrenstoffe

Langenburg / Oliver Färber 19.06.2018
Ehrenamtliche aus mehreren Mannschaften kommen in Langenburg zusammen, um ihr Wissen über Gefahrstoffe aufzufrischen.

Wer mit einem Feuerwehrfahrzeug ehrenamtlich ausrücken und anderen helfen will, der muss zuerst die Schulbank drücken. 70 Stunden alleine nebst praktischer und theoretischer Prüfung in der Freizeit dauert die Grundausbildung, die dazu qualifiziert. Wer aber am Ball bleiben will, muss sich weiter informieren. Friedrich Rath, Chef des gleichnamigen Langenburger Energieunternehmes, ermöglichte das am vergangenen Samstag mehreren Mannschaften kostenlos. 20 Feuerwehren hatte er eingeladen, gekommen waren unter anderem Vertreter aus Langenburg, Wolpertshausen und Untermünkheim.

Da ließ es sich auch Langenburgs Bürgermeister Wolfgang Class nicht nehmen, die Gäste zu begrüßen und kurz über die Stadt zu informieren. „Es ist sicher eine interessante Veranstaltung“, meinte er.

Rath hatte zwei echte Fachleute nach Hohenlohe geholt, die ihr Wissen vermittelten. Den Auftakt bildete Eberhard Laiss von der Straßenverkehrsgenossenschaft Süd. Diese zeigt sich für Gefahrstoffe als Spezialist und Tippgeber, vor allem, wenn diese transportiert werden sollen. Der Referent ist selbst seit 30 Jahren bei der Feuerwehr und wusste, wo der Schuh drückt. Er ging sowohl allgemein darauf ein, was Einsatzkräfte bei Unfällen mit gefährlichen Stoffen erwartet, aber auch auf Spezielles.

Beispielsweise beim Thema Lithium-Batterien, die immer häufiger in Elektroautos verbaut werden. „Lithium und Wasser, das geht los wie der Teufel“, verdeutlichte der Fachmann. Da würden jetzt wieder Metallpulver- oder Kohlendioxidlöscher wichtig.

Besonders wichtig war ihm aber die Warnung vor Gefahrgut, das einzeln, in kleinen Mengen verpackt, auf Lastern bis acht Tonnen transportiert werde – ohne besondere Papiere und spezifische Kennzeichnung. Nur ein einziges Symbol, ein auf der Spitze stehendes Quadrat bei dem die obere und untere Spitze schwarz gefärbt ist, weise darauf hin.

Der Sachverständige Hannes K. Junginger aus Friolzheim informierte über den Umgang mit Gasen – besonders mit Flüssiggas, mit dem Autos betrieben werden. Er machte auch mehrere Experimente damit.

„Manches aufgefrischt“

Dieter Wolpert von der Untermünkheimer Wehr ist dankbar für solche Angebote. „Man lernt da vieles“, sagte er. Denn man stecke ja nicht in jedem Thema tief drin – die Aufgaben der Feuerwehr seien heute vielfältig. „Manches frischt man so auch wieder auf, was seit der Ausbildung ins Hintertreffen geraten ist“, nannte er einen weiteren Punkt.

Firmenchef Rath schätzte das Interesse. Auch der Bevölkerung habe er schon sein Areal geöffnet. „Damit die Menschen wissen, was wir hier haben. Und sie sehen, welche Vorschriften wir beachten müssen, damit es hier wirklich sicher ist“, erklärte er. Für die Langenburger Wehr bot er am Ende der Vorträge noch eine Führung an.

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