Tradition Was mit einem Bootsrennen begann ...

18 Teams waren beim Beachvolleyballturnier dabei.
18 Teams waren beim Beachvolleyballturnier dabei. © Foto: Ufuk Arslan
Wolpertshausen / Ernst-Walter Hug 31.07.2018
Seit mehr als 30 Jahren feiert der Jugendtreff von Wolpertshausen sein sommerliches Seefest.

Gespeist von einem kleinen Bächlein ohne Quelle, also nur vom Drainagewasser der umliegenden Felder, gibt es an der Straße zwischen Wolpertshausen und Reinsberg einen kleinen See. Umstanden von Büschen und Bäumen und seit einigen Jahren auch gesichert von einem Gitterzaun ist dieses Seegrundstück das idyllische Vereinsgelände des Jugentreff Wolpertshausen. Früher war das Seefest ein spaßiges Bootsrennen über den kleinen See, einmal hin, einmal zurück in selbst gebauten, manchmal nicht ganz wasserdichten Gefährten. Jugendgruppen aus der ganzen Region traten bei dem Rennen gegeneinander an.

Dazu gab‘s (und gibt‘s) Party mit Bier und Bars und Livemusik heimischer Bands. Ein dreitägiges Fest ist im Laufe der Jahre daraus geworden.

DJs unterhalten tagsüber das Publikum, das längst nicht mehr nur aus Jugendlichen besteht. Die Jugendlichen von damals sind ja auch älter geworden und kommen mit ihren ganzen Familien zum Fest: nicht nur zum Biertrinken, es gibt auch Mittagessen und Kaffee und Kuchen und Sportliches zum Anschauen und Mitmachen. Immer noch kommen Gruppen aus der ganzen Region, um sich untereinander zu messen, im Beachvolleyball mittlerweile.

Bierathlon fällt aus

18 Mannschaften aus der ganzen Region von Hall bis Aalen, von Braunsbach bis Michelfeld, standen am letzten Wochenende auf dem Sandplatz gleich neben dem See im Wettstreit. „Das sind“, erklärte Marcel Huß, zweiter Vorsitzender des Jugentreff Wolpertshausen, „keine Sportmannschaften, sondern Freundesgruppen wie wir. Bei uns geht‘s mehr um den Spaß des gemeinsamen Dabeiseins als ums Gewinnen. Na gut, schon auch, und es ist auch ein richtiges zweitägiges Turnier mit Gruppenphase, Viertel- und Halbfinale und Endspiel.“

Und immer noch lassen sich die Verantwortlichen des Jugentreffs Wolpertshausen auch Neues einfallen. Aus dem sportlichen Biathlon wollten sie 2018 – man füge zwei Buchstaben hinzu und erfinde in einem Wortspiel eine neue Sportart – einen Bierathlon veranstalten. Dreierteams sollten volle Bierkästen über eine mehr als drei Kilometer lange Strecke tragen und dabei oder danach leer trinken. Doch es gab nicht genügend Anmeldungen, die Organisatoren mussten den Bierathlon absagen. Und dann, als wäre das noch nicht Panne genug, mussten die Veranstalter auch noch bei der Musik kurzfristig umplanen. Eine der Bands, die ‚Rock-Zinis‘, konnte krankheitsbedingt nicht auftreten.

„Seit ich in Organisation und Vorstand dabei bin, hat‘s noch kein Seefest gegeben, bei dem‘s nicht irgendwelche  Überraschungen gab“, sagte Marcel Huß. „Unser Krisenmanagement hat die Musiker vom ‚Pipe Rock Project‘ engagiert, die unseren rund 1200 Besuchern am Freitag mit Scottish Rock einheizten.“

Obwohl, es war in der Mondfinsternis-Nacht ja eigentlich warm genug. Anders, als am Tag darauf, an dem spätnachmittags ein Gewitter übers Land zog und die Temperaturen und Besucherzahlen etwas nach unten drückte. „Wir sind trotzdem zufrieden mit dem Seefest 2018“, so Marcel Huß. „Es geht uns um die Stimmung und um den Zusammenhalt in der Gemeinde, nicht nur um Zahlen. Auch wenn wir in diesem Jahr – wegen der Zahlen beim Blick in die Kasse – aufs Feuerwerk verzichtet haben. Das gibt‘s künftig nur noch alle drei Jahre, haben wir beschlossen.“

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