Mainhardt Was ist Mainhardt wert?

Das Mainhardter Schulzentrum mit der Steinbühlhalle gehört in der Eröffnungsbilanz wegen seiner Größe zum wertvollsten bebauten Grundbesitz der Gemeinde.
Das Mainhardter Schulzentrum mit der Steinbühlhalle gehört in der Eröffnungsbilanz wegen seiner Größe zum wertvollsten bebauten Grundbesitz der Gemeinde. © Foto: Gustav Döttling
Mainhardt / Gustav Göttling 11.07.2018
Das Team der Mainhardter Kämmerei hat die Bewertung des Gemeindevermögens für die Eröffnungsbilanz zur Einführung des neuen kommunalen Haushaltsrecht abgeschlossen.

Jetzt haben es die Mainhardter Bürger schwarz auf weiß: 56,64 Millionen Euro ist ihre Kommune mit Infrastruktur, Wald, Immobilien und ihrem immateriellen Vermögen zum 1. Januar 2017 wert. Auf diesen Betrag beläuft sich die Summe der Eröffnungsbilanz zum Stichtag für die Einführung des neuen kommunalen Haushaltsrechts (Doppik) in der Gemeinde im Schwäbischen Wald.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Eröffnungsbilanz rückwirkend zum Stichtag 1. Januar 2017. Zwei Jahre hat Kämmereimitarbeiterin Cornelia Scheuner Daten und Fakten zusammengetragen und anhand von Abschreibungstabellen bewertet. Daniela Kübler, stellvertretende Leiterin der Finanzverwaltung im Rathaus, hat aus diesen Daten die Eröffnungsbilanz erstellt. „Eine Herkulesaufgabe und großartige Leistung“, würdigte Mainhardts Rathauschef Damian Komor die Arbeit des Kämmereiteams. „Mit 27,7 Millionen Euro macht unser Infrastrukturvermögen mit Straßen, Wegen und öffentlichen Einrichtungen den größten Bilanzposten aus“, erläuterte Daniela Kübler im Gemeinderat die Eröffnungsbilanz.

14,65 Millionen für Grundstücke

Zweitgrößte Bilanzposition seien die bebauten Grundstücke mit einem Wert von 14,65 Millionen Euro. Das immaterielle Vermögen der Kommune, beispielsweise Softwarelizenzen, belaufe sich auf 22.880 Euro. Einen Wert von 5,6 Millionen Euro stellen die Kultur-, Sport- und Gartenanlagen von Mainhardt dar. Auf 2,2 Millionen beziffert die Eröffnungsbilanz den Wert der Mainhardter Schulen. Rund 3,8 Millionen Euro sind die Rathäuser sowie andere Dienst-, Geschäfts- und Betriebsgebäude wert.

Einen großen Bilanzposten stellen auch die Kanal- und Kläranlagen mit 12,57 Millionen Euro dar. Insgesamt verfügt die Kommune über 396 Anlagegüter mit einer Abschreibungsdauer von 40 Jahren. Das Finanzvermögen Mainhardts betrug zum Stichtag 5,5 Millionen Euro.

Leichte Zweifel hegten die Gemeinderäte an der Bewertung der Kunstgegenstände der unselbstständigen Manfred-Pahl-Stiftung. Den Wert der rund 200 verkäuflichen Werke des Künstlers hat das Kämmereiteam mit 2,78 Millionen Euro beziffert. „Ich kenne kein Bild, das auf der Liste steht und beim Verkauf den genannten Preis erzielt hat“, bezweifelte Walter Mack (CDU) die Bewertung. „Jetzt haben wir eine Zahl, die man bei der Versicherung der Kunstwerke anwenden kann“, meinte Udo Kallina (UWV). Es seien Bilder an die Stiftung Würth und an die Sparkasse Stuttgart verkauft worden, dafür müsste es Belege geben.

Den Vorschlag der Verwaltung, das Stiftungsvermögen von der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) prüfen zu lassen, befürwortete Wolfgang Feuchter (UWV). Auf der Passivseite beträgt das Basiskapital der Kommune 31,25 Millionen Euro. „Unsere Eigenkapitalquote beträgt 55,18 Prozent“, verkündete Daniela Kübler eine wichtige Bilanzkennzahl.

Eine Million „erwirtschaften“

Die durchschnittliche Eigenkapitalquote eines deutschen Unternehmens mit mehr als zehn Mitarbeitern liege Stand 2014 bei 25,5 Prozent. Allerdings suggeriere diese Quote bei Kommunen eine nicht vorhandene Pufferfunktion, weil die Gemeinde über viel nicht veräußerbares Vermögen verfüge. Die Gemeinde müsse jedes Jahr eine Million Euro „erwirtschaften“, um ihren Vermögensstand zu halten.

„Das war eine Riesenaufgabe, großes Lob“, sagte Wolfgang Feuchter. „Hochachtung, sehr gut gemacht“, lobte Walter Mack. Ob es bereits Eröffnungsbilanzen vergleichbarer Gemeinden gebe, wollte der CDU-Gemeinderat wissen. „Michelfeld hat eine Eröffnungsbilanzsumme von rund 42 Millionen Euro, Oppenweiler von 62 Millionen Euro, da sind 56 Millionen für unsere Gemeinde durchaus plausibel“, erklärte Daniela Kübler.

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