Führung Wanderung an Bibel entlang

Interessiert lauschen die Besucher im Bibelgarten am Sieger-Köder-Zentrum auf die Bibelworte zur Pflanze.
Interessiert lauschen die Besucher im Bibelgarten am Sieger-Köder-Zentrum auf die Bibelworte zur Pflanze. © Foto: Helga Steiger
Rosengarten / Helga Steiger 21.06.2018
In einem Bibelgarten sind Pflanzen nicht nach optischen Gesichtspunkten, sondern nach der Reihenfolge ihrer Nennung in der Bibel angeordnet.

Zwanzig Jahre lang, von 1975 bis 1995, war Sieger Köder Pfarrer in Rosenberg und Hohenberg. Die Pfarrkirche Mater Dolorosa und die Jakobuskirche sind mit den farbgewaltigen Werken des „Predigers mit Bildern“ geschmückt. Die Gemeinde Rosenberg hat mit dem 2011 eingeweihten Sieger-Köder-Zentrum einen Ort geschaffen, in dem der Werdegang des bekannten Künstlers erlebbar wird. Eine Herzensangelegenheit des 2015 gestorbenen Köder war dabei der Bibelgarten, durch den der Besucher auf seinem Weg zum Museum geht.

Der Rosenberger Gerhard Gaugler bietet bei seiner Führung viel Hintergrundwissen und Hintergründiges zur Persönlichkeit Sieger Köders. Zum Prinzip des Bibelgartens erklärt Gaugler: „Sieger Köder wollte den Garten so anlegen, dass man an der Bibel entlang wandern kann.“ So sind über 60 Pflanzenarten in der Reihenfolge ihrer Nennung zu sehen. „Welches ist die erste Pflanze?“, fragt Gaugler bei der Führung, die bei einem Baum vor dem Eingang zum Museum beginnt. Die Antworten sind – erwartungsgemäß – falsch.

Beim Rundgang durch den Garten liest Gaugler dann die Bibelstellen vor, erläutert Zusammenhänge, erwähnt Wissenswertes zu den einzelnen Pflanzen. So führt der Weg rund um die acht Bildtafeln, die von Sieger Köder und Rudolf Kurz für die Landesgartenschau Heidenheim 2006 geschaffen worden waren. Sie zeigen Darstellungen des Gartens Eden und des Gartens Gethsemane und bilden mit ihrer Kreuzform das Zentrum der Anlage.

Der Großteil der Pflanzen, wie Amberbaum, Granatapfel, Zwiebeln und Rizinus sind im Alten Testament erwähnt. Eine Vielzahl an Pflanzen werden im Hohelied genannt. Dort vergleichen sich die beiden Liebenden wechselseitig mit Pflanzen, mit deren Sinnlichkeit und Schönheit: „Du bist gewachsen wie ein Lustgarten von Granatäpfeln mit edlen Früchten, Zyperblumen mit Narden, Narde und Safran, Kalmus und Zimt, mit allerlei Weihrauchsträuchern, Myrrhe und Aloe, mit allen feinen Gewürzen.“ So zeigt sich, dass Nutzen und Schönheit nicht voneinander getrennt gesehen werden können.

Im Neuen Testament finden ebenfalls Würzpflanzen sowie Lein Erwähnung. Die letzte Pflanze, am Eingang zum Rosenberger Bibelgarten, ist der Maulbeerbaum, der in Lukas 17,6 in einem Gleichnis zur Stärke des Glaubens erwähnt wird. Gerhard Gaugler sagt dazu: „Bei der Nennung der Pflanzen in der Bibel wird deutlich, dass man nicht alles wörtlich nehmen kann, sondern den Sinn erfahren kann, der dahinter steht.“

Der Bibelgarten in Rosenberg ist frei zugänglich

Das Sieger-Köder- Zentrum in der Haller Straße in Rosenberg hat sonntags von 10 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet, der Bibelgarten ist frei zugänglich. Wer erfahren möchte, welche Pflanze als erste in der Bibel erwähnt wird: Führungen im Zentrum und dem Bibelgarten kann man bei der Gemeinde Rosenberg unter Telefon 0 79 67 / 90 00 22 oder unter info@siegerköder.de buchen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel