Schnelldorf Wahrhaft beste Perspektiven

Mithilfe von kooperativer Technik werden die Sendungen zusammengestellt. In Europa ist die Sendung innerhalb von 24 Stunden beim Kunden. Weltweit innerhalb von drei Tagen.
Mithilfe von kooperativer Technik werden die Sendungen zusammengestellt. In Europa ist die Sendung innerhalb von 24 Stunden beim Kunden. Weltweit innerhalb von drei Tagen. © Foto: Merck
Schnelldorf / Heribert Lohr 19.09.2018
Logistik Merck plant Millioneninvestitionen am Standort Schnelldorf und wird dort auch zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Das Distributionszentrum öffnet am kommenden Samstag erstmals sein Pforten für die Öffentlichkeit.

Am kommenden Samstag, 22. September, ist der „Tag der offenen Tür der Chemie“. In Schnelldorf nutzt die Sigma-Aldrich Chemie GmbH die Gelegenheit, sich 20 Jahre nach der Ansiedlung erstmals einem breiten Publikum vorzustellen.

In der Vergangenheit gab sich das Werk relativ zurückhaltend, seit aber der frühere US-Konzern zur Darmstädter Merck-Gruppe gehört, hat sich auch die Öffentlichkeitsarbeit geändert: „Wir wollen uns – soweit es die betrieblichen Abläufe zulassen – stärker öffnen und damit auch die Verbundenheit zum Standort intensiver dokumentieren“, sagt der neue Standortleiter Christoph Karkossa. Der Distribution-Director-und-Site-Manager kennt die Region. Lange Jahre war er für Procter & Gamble tätig und arbeitete auch im Werk in Crailsheim.

Hohe Investitionen in Logistik

Christoph Karkossa wurde nun mit einer großen Aufgabe betraut. Es gehört zur Firmenphilosophie von Merck, die Logistik seiner Produkte zu bündeln und die Kunden dann zentral zu bedienen. Davon profitiert das Distributionszentrum am Kappelweg in Schnelldorf nun über die Maßen. Rund 100 Millionen Euro will Merck in seinem autobahnnahen Standort in den nächsten vier Jahren investieren. Mit der Vergrößerung der Kapazitäten, einem zusätzlichen Rohstofflager  und einer  Abfüllung wird sich der Standort räumlich nahezu verdoppeln.

„Gerade die zusätzliche Abfüllung ist für uns ein besonderer Schritt“, erklärt Christoph Karkossa, „denn damit sind wir am Standort nicht nur für den Warenumschlag, sondern eben auch für die Verarbeitung von Produkten zuständig.“ Um die zusätzlichen Aufgaben zu bewältigen, wird auch die Zahl der Mitarbeiter kräftig steigen, denn am Standort sollen „200 bis 250 zusätzliche Arbeitsplätze“  geschaffen werden. Das wäre noch einmal die Stärke der heutigen Belegschaft.

Schon heute ist das Durchlauf-Volumen beeindruckend. Jährlich werden von Schnelldorf aus etwa 2,6 Millionen Lieferpositionen in rund 15.000 Transporten an die Kunden gebracht. Der Merck-Standort ist für die Distribution des Geschäftsbereiches Life Science zuständig. Zu den Kunden zählen unter anderem Krankenhäuser, Labore oder Forschungseinrichtungen. Die individuell, über ein „chaotisches Lagersystem“ zusammengestellten Lieferungen, die meist aus kleinen Flaschen, Schachteln oder Tüten bestehen, summieren sich über das Jahr zu einer  Tonnage von 7000 Tonnen auf. Um das hohe Liefertempo sicherzustellen, werden in Schnelldorf derzeit rund zwei Millionen Gebinde in zwei Paletten-, einem automatischen und einem manuellen Kommissionierungslager  vorgehalten. Nach Bedarf werden empfindliche Produkte auch entsprechend gekühlt. Täglich werden etwa 30.000 Gebinde ausgeliefert. Rund zwei Drittel der Artikel werden in Europa ausgeliefert. „Das alles muss absolut präzise ablaufen“, sagt Christoph Karkossa. Das erklärte Ziel ist, so genau zu arbeiten, dass es keine Beanstandungen gibt.

Christoph Karkossa ist stolz: „Eine hochfunktionale Logistik unter den strengen Sicherheitsvorgaben, denen wir unterliegen – das beherrschen nur wenige.“ Erich Frick, HR Business Partner, bei Merck: „Wir setzen hier nicht nur auf hocheffiziente Technik, sondern auch auf flexible und motivierte Mitarbeiter, denen wir perspektivisch beste Arbeitsplätze bieten.“ Davon können sich die Besucher des Tages der offenen Tür am Samstag von 10 bis 16 Uhr selbst überzeugen.

Ein hoch angesehener Weltkonzern mit großer Historie

Tradition Das Unternehmen Merck geht auf eine Apotheke zurück, die Jakob Merck ab 1668 in Darmstadt betrieb. Die Firmengruppe feiert in diesem Jahr ihr 350-jähriges Bestehen. Die Merck KGaA beschäftigt in 66 Ländern und 217 Gesellschaften über 53 000 Mitarbeiter. Merck gehört zu den besten Arbeitgebern und wurde für seine Personalarbeit mehrfach ausgezeichnet.

Spektrum Zum Portfolio zählen über 300 000 Produkte, die an akademische Einrichtungen, Labore, Pharmaproduzenten, klinische Diagnostik, Umweltanalytik und die Lebensmittelbranche geliefert werden.

Übernahme 2014 wurde der US-amerikanische Produzent von chemischen Forschungsmaterialien, Sigma Aldrich, übernommen. Das Tochterunternehmen mit Sitz in St. Louis bietet Dienstleistungen und Expertise entlang der Wertschöpfungskette für die Life Science Industrie. Die Synergien durch die Übernahme belaufen sich jährlich auf etwa 250 Millionen Euro.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel