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Stuttgarter Straße
Schwäbisch Hall / TOBIAS WÜRTH Lastwagen und Busse rauschen auf den Straßen vorbei, in Sichtweite stehen Häuser. Anwohner können sich freuen: Die Stadt baut Lärmschutzwände - in Wackershofen und an der Dr.-Max-Bühler-Straße. Mit Bildergalerie.

Eigentlich sollte gestern die große Bohrmaschine anrücken, um Löcher fürs Fundament am Rand der Dr.-Max-Bühler-Straße zu rammen. Doch das Gerät wurde auf einer anderen Baustelle länger benötigt als geplant. "Es ist auf dem Weg nach Hall und trifft am Freitag ein", sagt Ingenieur Helmut Harlaß von der Haller Baubehörde.

"Ein Tag hin oder her - für den Gesamtbauzeitplan hat das keine Bedeutung", sagt Reinhold Goisser. Die Lärmschutzwand zwischen Heimbach und dem neuen Gewerbepark West werde pünktlich fertig. Der Tiefbauamtsleiter betont: "Es ist eine Freiwilligkeitsleistung der Stadt Schwäbisch Hall." Von den Lärmwerten her wäre die 175 Meter lange Wand zwischen der Kreuzung der Westumgehung mit der Stuttgarter Straße und der Raibacher Straße nicht gesetzlich vorgeschrieben gewesen.


Anwohner hat drei Jahre lang auf den Schutz gewartet

Einige Anwohner von Heimbach berufen sich aber darauf, die Lärmschutzwand versprochen bekommen zu haben. Zum Jubeln ist Matthias Kößer noch nicht zumute. "Ich will erst etwas dazu sagen, wenn es fertig ist." Eine viel zu lange Zeit mit viel zu vielen nicht eingehaltenen Versprechen sei verstrichen. Er rechnet vor, dass er fast drei Jahre auf die Schutzwand warten musste. Zudem müsste sie einen halben Meter höher werden als geplant.

"Es wird einen signifikanten Lärmschutz geben", ist sich hingegen Bernd Köhler sicher. Der Ingenieur vom Planungsbüro "I.S.T.W." leitet den Bau. 2,80 Meter sei die Wand hoch, mit 38 Bohrpfählen im Boden verankert. Ab heute müssen vier Meter tiefe Löcher in den Boden gebohrt werden. Die würden mit Stahl und Beton gefüllt. Darauf liege ein Betonsockel, alle fünf Meter ragt ein Stahlträger aus dem Fundament. Zwischen diesen Stützen würden die Holzelemente der Lärmschutzwand befestigt. Sie sehe am Ende so aus wie die in Breitenstein. Die Fläche der Paneele umfasst 30000 Quadratmeter. Alles zusammen kostet das 217000 Euro. Auf der straßenzugewandten Seite weist die Wand Lamellen auf. In der Mitte folgt eine Schicht mit Lavasteinen, die den Lärm schlucken soll, und eine Schicht Steinwolle. Auf der den Anwohnern zugewandten Seite ist die Wand mit Holz beplankt. Bis Mitte Dezember soll sie stehen.

Schon viel früher werde die Lärmschutzwand in Wackershofen fertig. Dort befüllen Arbeiter der Firma KSW aus Gailsbach derzeit Drahtkörbe mit Steinen. Diese so genannten Gabionen-Wände finden sich immer häufiger auch in Grundstücksbegrenzungen in Neubaugebieten. "Wir haben alles geklärt: Die Stützlast der Bahnbrücke reicht aus", berichtet Goisser. Die Gabionenwand sei mit 80000 Euro preiswerter als ein bepflanztes Modell, das zwischenzeitlich im Gespräch war.

Auch hier ging ein jahrelanger Streit voraus: Wer soll den Lärmschutz an der Kreisstraße bezahlen? Nun finanziert die Stadt Hall die Steinwand für rund 80000 Euro. Die erhöht den bestehenden Erdwall um ein bis eineinhalb Meter. Der 200 Meter lange Steinriegel soll in drei Wochen fertig sein.