Der Steg, der jahrelang den Weg vom Parkhaus zum Diak-Hochhaus geebnet hat, ist seit zwei Wochen abmontiert. Vergangene Woche wurde auf dem Vorplatz nun auch der Raucherpavillon entfernt und die Fläche abgezäunt. Das hat Konsequenzen für Fußgänger, die umgeleitet werden. Der neue Weg für Patienten und Besucher ist laut Diak-­Sprecherin Manuela Giesel nicht länger, nur anders. Er führt über zwei Stege von der oberen Etage des Parkhauses über das Robert-Dürr-Haus zum Bettenhaus. Dort, im Juli 2018 bezogenen Neubau, ist auch der neue Haupteingang des Diaks integriert.

1,4 Millionen Euro Kosten

Das ist aber nicht der Grund, warum der alte Steg demontiert wurde. Er war schlicht im Weg für einen neuen Tunnel. Dieser soll 80 Meter lang werden und das Bettenhaus mit der Kinderklinik verbinden. Das Diak plant mit Kosten von 1,4 Millionen Euro. „Er ist als Ver- und Entsorgungstunnel gedacht“, erläutert Jana Allmendinger, Leiterin für Bau und Technik im Diak. Essen, Material, Wäsche und Abfall ließen sich so leichter zwischen den Gebäuden transportieren.

Bildergalerie Diak-Steg verschwindet

Bei einer Tunnelbreite von 3,8 Metern würden zwar auch Betten durchpassen – auch zwei nebeneinander. Das soll aber eher die Ausnahme sein. Für Patiententransporte und als Weg für die Ärzte dienten weiterhin zwei Brücken, die jeweils das Bettenhaus und die Kinderklinik mit dem Haupthaus verbinden. „Das ist der kürzeste und schnellste Weg“, so Allmendinger.

Realisiert wird der Tunnel vom Ellwanger Unternehmen Hermann Fuchs. 360 Kubikmeter Beton und 50 Tonnen Stahl würden verbaut, rechnet gestern Bauleiter Horst Schierlein vor. Im Schnitt seien bis zur geplanten Fertigstellung im September täglich zehn Arbeiter am Werk. Dazu gehörten auch Beschäftigte von Subunternehmen wie FF-Bau aus Hall, die Erdarbeiten übernehmen, sowie von Motz aus Biberach, die auf Bohrpfähle spezialisiert sind.

Für den neuen Tunnel sind solche Fachkenntnisse gefragt. Für die Konstruktion werden ab kommender Woche sechs Betonbohrpfähle in den Hang gejagt, die mittels Betoninjektionen verankert werden. Dazu kommen 23 Profilstahlpfähle, die mit Dielen verkleidet werden. Laut Schierlein wird für das Projekt am Hang zwischen Parkhaus und Klinik zunächst drei Meter in die Tiefe gegraben – das ist der Voraushub. Später, beim Hauptaushub, geht es noch mal sieben Meter tiefer.

Der Tunneleingang befindet sich später am Bettenhaus direkt unterhalb des Haupteingangs. Von der Kinderklinik geht es ebenfalls im Untergeschoss in den Tunnel. „Die Kinderklinik war damals beim Bau dafür bereits vorbereitet“, sagt Allmendinger. Der Durchgang wurde entsprechend ausgemauert und wird dann wieder geöffnet.

Neubau auf dem Tunnel

Der Tunnelbau sei keine neue Idee, betont Manuela Giesel. Er sei bereits in den Planungen für den Klinikneubau berücksichtigt. Der geplante zweite Bauabschnitt umfasst den Abriss des Hochhauses und den Neubau eines kompakten Gebäudes, das die Flucht zwischen Kinderklinik und Bettenhaus vervollständigt. Dieser Neubau soll später auch auf dem Tunnel aufsitzen. Bis der vierstöckige Bau realisiert ist, dauert es aber noch (siehe Info).

Bis dahin wird der Tunnel faktisch noch ein Steg am Hang sein, der auch vor der Witterung geschützt werden muss. „Wir werden daher temporär eine Holzdecke als Pultdach über die Betonkonstruktion montieren“, sagt Bauleiter Schierlein. Auch wenn später ein Neubau über dem Tunnel sitzt, wird die Konstruktion beispielsweise mit Blick vom Parkhaus sichtbar bleiben.

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Hochhaus wird abgerissen, kompakter Bau geplant


Das Bettenhaus des Diaks wurde im Juli 2018 bezogen. Genau vier Jahre zuvor wurde die neue Kinderklinik eingeweiht. Nun rückt im Zuge des Diak-Neubaus die Sanierung des Waldhauses in den Fokus, die laut Diak-Sprecherin Manuela Giesel rund zwei Jahre dauern wird. Im Waldhaus entstehen Pflegestationen und Funktionsflächen, die gebraucht werden, wenn das Diak-Hochhaus abgerissen wird.

Erst danach kann der zweite Bauabschnitt als kompaktes Gebäude zwischen Bettenhaus und Waldhaus entstehen. Darin wird etwa die neue Intensivstation und eine Entbindungsabteilung mit modernen Kreißsälen integriert.

Die Finanzierung des zweiten Bauabschnitts ist noch unklar. Es fehlen voraussichtlich rund 30 Millionen Euro an Eigenmitteln. Das Diak hat hierzu einen Zuschuss in entsprechender Höhe vom Landkreis beantragt. Parallel laufen Gespräche mit der Diakonie Neuendettelsau. Eine Fusion steht im Raum. Aber auch der Haller Landkreis sucht die Partnerschaft – ohne die Beteiligung aus Neuendettelsau. Mitte März wollen die Aufsichtsgremien der beiden Werke entschieden haben. Am 25. März ist eine nicht öffentliche Sondersitzung des Kreistags geplant. thumi