Schultheater Von der Kraft des Augenblicks

Die Schüler auf der Bühne der Arche.
Die Schüler auf der Bühne der Arche. © Foto: ff
Herbert Kohl 18.07.2017

Ein Mädchen geht durch die Stadt. Überall sind Blumen. Sie pflückt sie und will sie verschenken. Aber an wen? Um sie herum sind Menschen, die im Getriebe des Alltags gefangen sind. Sie telefonieren, laufen scheinbar ziellos umher oder warten auf die Straßenbahn. Am Ende gehen die Menschen, gestresst und entnervt, sogar mit ihren Schirmen aufeinander los.

Die Blumen lassen sie zueinander finden. Sie reden, tanzen und freuen sich gemeinsam. So wechseln Szenen der Poesie und Ruhe mit Szenen der Hektik und des Durcheinanders. Dabei steht die Blume als Symbol im Mittelpunkt. Sie steht für die Schönheit des Augenblicks, aber auch für das Vergängliche, denn der Alltag hört nicht einfach auf.

Als Grundlage für das Stück, das Jugendliche der Sonnenhofschule auf der Bühne der Arche zeigen, diente das Bilderbuch „Überall Blumen” des kanadischen Autors Jon Arno Lawson. Was die zwölf Schüler daraus machen, lässt das Publikum nicht unberührt. Die Besucher lachen viel und lassen sich von der Musik – manchmal ruhig und seelenvoll, dann wieder treibend und mitreißend – in die Gefühlswelt des Stückes mitnehmen.

Theaterpädagoge wirkt mit

Unterstützt werden die Mitglieder der Theater-AG in ihrem Spiel von Praktikantinnen des Sonnenhofs und Schülern anderer Schulen. Es ist erstaunlich, was Dorothee Edeler und Karin Rühle, die Leiterinnen des Theaters am Sonnenhof, mit ihren Schützlingen jedes Jahr auf die Bühne zaubern. Beteiligt ist diesmal auch Wolfgang Rosenzweig, der für seine Verdienste als Theaterpädagoge den Preis der Haller Bürgerstiftung erhalten hat. Die Freilichtspiele haben den Sonnenhof bei diesem Projekt mit ihrer Technik unterstützt.

Mit dem Stück und mit wenigen Worten lassen die jungen Akteure eine Welt entstehen, in der sich der Zuschauer wiederfindet. Am Ende der Aufführung steht ein warmer und kräftiger Applaus. Doch damit nicht genug: Die jungen Schauspieler verlassen die Bühne und verschenken Blumen an ihr Publikum. Poesie und Wirklichkeit gehen ineinander über.

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