Bei der Eröffnung des Hotels vor zwei Jahren hatte Maier gehofft, bis 2016 15000 Übernachtungen jährlich zu erreichen. Diese Marke hat das Hotel mit über 20000 Übernachtungen schon im vergangenen Jahr weit übertroffen. Die Auslastung liegt bei mehr als 70 Prozent. Ein Senkrechtstart.

Maier ist auf einem Bauernhof aufgewachsen - zuerst in Michelbach/Heide, dann in Atzenrod, wo seine Eltern einen landwirtschaftlichen Betrieb gekauft hatten. Bei seinem Vater ging er in die Lehre, und er besuchte die Landwirtschaftsschule in Blaufelden. Nach der Lehre und dem Wehrdienst kehrte Maier nicht auf den Hof zum Vater zurück. "Wir sind beide dominante Persönlichkeiten", gibt er als Grund an. Er heuerte in Uffenheim bei der Firma Gilling und Keller an, einem Bauunternehmen, das Ställe und Gewerbehallen in Leichtbauweise errichtete. 17 Jahre lang leitete Maier dort die Montage.

Entwickler und Erfinder

1997 gründete Maier die Firma Farmbau, die sich auf landwirtschaftliche Fertigbauten spezialisierte. Seine Fertigbauelemente, Modulställe und Großflächenschalungen hat sich Maier patentieren lassen. Heute hat das Unternehmen, Farmbau Pro in Insingen eingerechnet, rund 120 Beschäftigte. Längst gehören nicht nur Landwirte zu den Kunden. Maier hat 20 Gewerbehöfe mit einer Fläche von zusammen 40000 Quadratmetern für Jungunternehmer errichtet.

"Mein ganzes Leben ist Entwickeln und Erfinden", sagt Maier, der jedoch keinen Hirngespinsten nachjagt, sondern Ideen daraufhin prüft, ob sie machbar und einträglich sein können. "Die einfachsten Ideen sind die besten", meint er, und im Grunde geht auch das Mawell auf eine einfache Idee zurück. Sie kam Maier in Südtirol, wo er häufig seinen Urlaub in Wellness-Hotels verbrachte. "So etwas gehört nach Hohenlohe", war seine Erkenntnis. In dieser Auffassung wurde er bestärkt durch die Begegnung mit einem älteren Ehepaar aus Süddeutschland, das ihm traurig erzählte, es sei zum letzten Mal beim Wellness-Urlaub in Südtirol, weil ihm die Anfahrt zu beschwerlich geworden sei.

"Langenburg liegt mitten in Süddeutschland, zwischen Stuttgart, Heilbronn, Würzburg, Nürnberg und Ulm. Das ist eine Entfernung, über die sich ältere Paare von ihrem Schwiegersohn fahren lassen können", sagt Maier. Mit dieser Einschätzung sollte er recht behalten: Die meisten Gäste des Mawell-Resorts kommen heute aus einem Umkreis von 100 Kilometern. Ihnen stehen 110 Betten zur Verfügung, und im Schnitt bleiben sie zwei Nächte im Mawell.

Touristischer Magnet in Langenburg

Hotelier ist Maier auch durch einen Zufall geworden. Ihm gehörte nämlich ein Grundstück am Rand des Geländes, auf dem das Feriendorf Roseneck stand, das Ende 2007 geschlossen wurde. Außerdem kaufte Maier das 3,3 Hektar große Roseneck mit seinen 38 Ferienhäusern. "Erst wollte ich Bauplätze daraus machen, aber dafür war der Platz dann doch zu schade", erinnert sich Maier heute.

Heute steht an der Stelle des Feriendorfs das Hotel, das neben dem Schloss der touristische Magnet in Langenburg ist. Sein Untergeschoss ist in den Muschelkalk hineingetrieben, der an vielen Stellen sichtbar ist. Saunen und Schwimmbecken, Ruhezonen und ein Fitnessraum, eine Jogging-Bahn auf dem Dach und ein Schönheitssalon, ein exquisites Restaurant und ein Gewölbekeller - im Mawell bekommt der Gast viel geboten.

Überragt wird das Mawell von einem 27 Meter hohen Aussichtsturm, auf dem sich eine Bar und darüber eine Sauna samt Freiluft-Pool befinden. Wer den Turm aus der Ferne sieht, mag ihn als Fremdkörper in der Landschaft empfinden, wer aber einmal den Blick von dort oben über das Jagsttal erlebt hat, möchte den Turm nicht mehr missen. Efeu sollte an den Wänden des Turms ranken und ihn so der Landschaft anpassen, aber er entwickelt sich nur spärlich. "Das ist das einzige, was beim Mawell nicht geklappt hat", sagt Maier. "Ich bin für Ratschläge, was man mit der Begrünung machen kann, dankbar."

Geleitet wird das Mawell von dem 53-jährigen Hoteldirektor Klaus-Georg Bastendorf, der zuvor als Vizedirektor des Wald- und Schlosshotels Friedrichsruhe und als Betriebsleiter des Haller Sudhauses tätig war. Seine Frau Andrea Bastendorf, die in der Friedrichsruhe den Spa-Bereich leitete, ist im Mawell die Empfangsdirektorin. Beide koordinieren die Arbeit von rund 80 Beschäftigten. Besonders stolz sind sie darauf, dass das Mawell im "Relax Guide" mit 17 von 20 Punkten bewertet worden ist. Klaus-Georg Bastendorf bleibt ehrgeizig: "Wir sind noch im Aufbau", sagt er.