Schwäbisch Hall Vom ideellen Wert der Kunst

Der Vernissagen-Redner Michael Klenk und der Kunstvereins-Vorsitzende Peter Ege unterhalten sich über "Gesammelte Werke".
Der Vernissagen-Redner Michael Klenk und der Kunstvereins-Vorsitzende Peter Ege unterhalten sich über "Gesammelte Werke". © Foto: Ralf Snurawa
Schwäbisch Hall / RALF SNURAWA 26.11.2014
Die Sammler stehen diesmal im Mittelpunkt der Mitgliederausstellung des Haller Kunstvereins in der Galerie am Markt. Ausschließlich Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts ist dort zu sehen.

Mit welcher Kunst sich die Mitglieder des Kunstvereins Schwäbisch Hall in ihrem Heim umgeben, das wird bei der Ausstellung "Gesammelte Werke" deutlich. Dabei reicht die Vielfalt von der Walter-Pichler-Zeichnung über Jochen Wahls "Wutbürger"-Plastik bis zur Videoinstallation von Herman de Vries.

Zumeist sind es vom Format her kleinere Werke. Es geht aber auch anders und besonders spannend. Denn Marion Reuters Fotografie "Hommage an die Galerie am Markt" von 1999 beleuchtet - wenn auch eher verwischend - die Aussteller und Sammler selbst. Zu den Großformaten gehören auch der "Moonrider" von 1983 des von der Religion der Yoruba geprägten Twins Seven Seven aus Nigeria oder mit dem "Sehtest" von 1991 das Werk des aus Schwäbisch Hall stammenden, international bekannten Künstlers Wolfgang Staehle.

Auch unter den kleineren Werken finden sich bekannte Namen. Dazu gehören Carl André mit "to Hannah", Markus Lüpertz mit "Monika" und vier titellose Lithografien von Johannes Grützke. Und natürlich zählt eine feine, fast fragil wirkende Zeichnung von Walter Pichler aus dem Jahr 1979 dazu. Die hat Michael Klenk, Leiter der Haller Akademie der Künste, zur Verfügung gestellt. Über sie spricht er auch in seiner von Barham Nikmard musikalisch auf Rahmentrommel und Tombak umrahmten Einführung.

Pichlers Werke habe er durch Kataloge kennengelernt, die sein Kunstprofessor Rudolf Schoofs seinen Studenten zeigte. Einige begannen für Pichler geradezu zu schwärmen. Michael Klenk musste für die Zeichnung 2000 Mark aufbringen: "Viel, viel Geld damals. Aber nie habe ich den Kauf bereut."

Damit kommt Klenk auf die Frage nach dem Wert von Kunst zu sprechen: "Sozusagen eine tolle Wertsteigerung meiner Zeichnung? Das ist mir gleich, sie gehört zu mir, nie würde ich sie verkaufen." Kunstwerke seien das wert, was man ihnen an Wert beimesse. "Und der ist bei Künstlern ein ideeller."

Info Die Schau läuft bis 11. Januar. Die Galerie am Markt ist mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr, am Wochenende von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Am Sonntag, 21. Dezember, um 15 Uhr gibt es eine Führung.

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