Bühlertal Viel Geld für schmale Feldwege

Bühlertal / Sigrid Bauer 08.06.2018
Nach jedem Winter müssen ländliche Kommunen viel Geld in die Instandhaltung ihrer Feld- und Waldwege investieren. Nach einem nassen Winter sind vor allem steile Wege sanierungsbedürftig.

Wasser schadet den Feld- und Waldwegen am meisten. Das wichtigste Ziel ist deshalb, es vom Weg direkt abzuleiten“, weiß Dieter Herrmann, Hauptamtsleiter im Obersontheimer Rathaus. Dafür würden pa­rallel zum Weg meist Entwässerungsgräben angelegt. Problematisch seien aber Wege, die in die Landschaft eingeschnitten sind oder deren Seitenstreifen zu hoch sind. In beiden Fällen laufe das Wasser auf dem Weg ab und schwemme Schotter und Splitt weg.

Schotter wird weggespült

„Besonders problematisch sind Steilstrecken. Insbesondere bei starken Regenfällen lässt es sich nicht vermeiden, dass das reißende Wasser den Schotter teilweise wegspült. Eine Asphaltierung würde bei Steilstrecken eine deutliche Verbesserung bringen. Es ist aber aus Kosten- und Umweltgründen nicht möglich, alle gefährdeten Abschnitte zu asphaltieren“, schildert Herrmann.

Entwässerungsgräben müssen regelmäßig ausgeräumt werden, damit das Niederschlagswasser tatsächlich abfließen kann. Wenn der Weg ausgefahren oder ausgewaschen ist und die Bankette zu hoch sind, um das Wasser seitlich ablaufen zu lassen, werden sie abgefräst. Löcher werden mit Asphalt oder Schotter aufgefüllt.

Jedes Jahr tragen die Obersontheimer Bauhofmitarbeiter auch auf rund drei Kilometern befestigter Feldwege eine neue Spritzdecke auf. Dabei wird auf die Oberfläche Asphalt aufgetragen und in den noch weichen Belag Splitt eingewalzt. „Wir sind das ganze Jahr über mit der Instandhaltung der Wege beschäftigt“, führt Herrmann aus. Im Bereich von Ober- und Untersontheim sei das Wegenetz in einem recht guten Zustand, auch dank der Flurbereinigungen der letzten Jahre, so der Hauptamtsleiter.

Die Feldwege von Mittelfischach dagegen seien zum Teil sanierungsbedürftig, weil sie in den 70er-Jahren angelegt wurden. Dort habe die Gemeinde erste Abschnitte erneuert. „Ganz allgemein ist es für die Stabilität der Feldwege ein Problem, dass die Fahrzeuge in der Landwirtschaft ständig breiter und schwerer werden“, erklärt er. Dieses Jahr hat Obersontheim 70.000 Euro für Feldwege in den Haushalt eingestellt. Die letzten beiden Jahre waren es je 75.000 Euro. Die Waldwege werden vom Forstamt unterhalten. Die Kosten übernimmt aber die Gemeinde. Dabei beteiligen sich in Obersontheim die Jagdgenossenschaften Mittelfischach und Untersontheim: Die Einnahmen, die sie aus den Pachtzahlungen der Jäger erzielen, fließen in den Waldwegebau.

Asphalt für steile Strecken

„Jedes Jahr werden vor allem die Steilstrecken der Feldwege ausgewaschen. Wir haben deshalb beschlossen, nach und nach diese Bereiche zu asphaltieren, auch wenn das vielleicht Probleme mit der Wasserführung mit sich bringt“, teilt Bühlertanns Bürgermeister Michael Dambacher mit. Im vergangenen Jahr wurde im Dambachtal der Anstieg nach Vetterhöfe befestigt, diese Jahr ist ein steiler Weg von Kottspiel zum Heuhof an der Reihe. 140.000 Euro hat Bühlertann für die Instandhaltung seiner Feldwege 2018 zur Verfügung. „Sonst waren es immer zwischen 80 000 und 100.000 Euro“, so Dambacher.

Auch Bühlerzells Bürgermeister Thomas Botschek betont, dass das Wasser möglichst schnell von den Feldwegen abfließen müsse. „Bei einer dachförmigen Profilierung fließt es beidseitig ab. Wenn das nicht geht, sollte der Weg einseitig geneigt sein“, erklärt er. Oft sei aber das Bankett zu hoch und verhindere, dass das Wasser in den Graben abläuft. „Das sieht man nicht nur an Schotterwegen, sondern auch bei asphaltierten Wegen. Das Bankett muss dann abgefräst werden“, verdeutlicht er. Botschek will in den nächsten Wochen zusammen mit Bauhofleiter Elmar Klaus alle Feldwege abgehen und mit ihm die notwendigen Maßnahmen besprechen. „Wir hoffen, dass wir für die Modernisierung Fördergelder vom Land bekommen. Wegen der großen Landmaschinen müssen die Wege und Bankette verstärkt und teilweise auf 3,50 Meter verbreitert werden“, sagt er. Es gehe auch darum, für die Hauptwirtschaftswege, die teilweise Gemeindeverbindungsstraßen sind, Zuschüsse aus diesem Programm zu bekommen. Knapp 80.000 Euro sind im Haushalt 2018 für Feld- und Waldwege eingeplant, 15.000 Euro davon übernehmen die Jagdgenossen. In den Jahren zuvor waren diese Beträge laut Thomas Botschek ähnlich hoch.

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