Brauchtum Vieh- und Krämermarkt lädt nach Geifertshofen

Nico Beißwenger schafft es mit seinem Limpurger Kalb in seiner Altersklasse auf Platz zwei.
Nico Beißwenger schafft es mit seinem Limpurger Kalb in seiner Altersklasse auf Platz zwei. © Foto: Ufuk Arslan
Geifertshofen / Rainer Richter 07.09.2018
Viele Besucher schauen zu, als Kinder und Jugendliche ihre Tiere vorführen – das auch mal im Partnerlook.

Aus dem ganzen Fischach- und Bühlertal waren die Schaulustigen gekommen und sie wurden gebührend empfangen. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und die Gasthäuser Ochsen und Hirsch hatten geöffnet, um den Ausflug nach Geifertshofen auch kulinarisch zu unterstützen. Für Elke und Karl Otterbach aus Oberfischach ist es mit Tradition verbunden, im „Hirsch“ Kutteln zu essen: „Das machen wir jedes Jahr.“

Die vielen Marktbeschicker hatten sich natürlich auch entsprechend vorbereitet. Denn der Markt, so klein er auch ist, verspricht gute Umsätze. „Bessere als teilweise auf größeren Märkten“, wissen einige Händler. Das Publikum besteht zu einem großen Teil aus Stammkundschaft. Entsprechend leger ist das Klima, man schätzt sich. Alle Bürgermeister des oberen Bühlertals statteten dem Markt einen Besuch ab und unterstützten ihren Bühlerzeller Kollegen Thomas Botschek, der von dem regen Besuch begeistert war.

Schaulauf statt Verkauf

War der Markt zu früheren Zeiten auch ein Verkaufsmarkt für Rinder, so hat sich die Situation im Lauf der Jahre geändert: Tiere werden heute aus dem Stall heraus verkauft. Mit Unterstützung des LKV und der Jungtierzüchter aus Gaildorf wurden Kinder und Jugendliche dazu eingeladen, ihre Lieblingstiere vorzuführen. Hinter der Abkürzung LKV verbirgt sich der Landesverband Baden-Württemberg für Leistungs- und Qualitätsprüfungen in der Tierzucht.

Thomas Botschek ist von der Idee begeistert. Alle Kinder können die Tiere anfassen und erleben. Die Aktiven im Alter von vier bis neun Jahren waren mit Begeisterung dabei. Sie mussten ihre Kälber vorführen, indem sie sich mit ihnen bei einem kleinen Rundgang präsentierten. Alle gaben an, für das Ereignis regelrecht trainiert zu haben. Die Kälber machten zwar einen friedlichen Eindruck, sie schienen allerdings teilweise genauso nervös wie ihre jungen Freunde und waren manchmal auch ein bisschen bockig. Das Schaulaufen wurde bewertet. Es ist ja nicht ganz leicht, ein Tier in ungewohnter Umgebung ruhig im Kreis zu führen. Die Kids mussten zeigen, dass sie mit ihren Begleitern umzugehen wussten.

Gemeinsamer dritter Platz

Für den Schauevent hatte sich unter anderem Amelie Sauter beworben. Die Vierjährige meisterte mit ihrem Schwarzbunt-Hol­stein-Kalb die Aufgabe souverän und erhielt den ersten Preis in ihrer Altersklasse. Anne Schäuble landete bei den Älteren mit ihrem Fleckvieh-Kalb auf dem ersten Platz, Nico Beißwenger mit seinem Limpurger Kalb auf dem zweiten. Den gemeinsamen dritten Platz belegten Pia Freitag und Romy Freitag. Pia Freitag hatte für ihr Kalb ein Halsband ausgesucht, das mit der Farbe ihres Gürtels übereinstimmte, Partnerlook sozusagen.

Die Limpurger sind wieder im Kommen

Bei diesen Rindern handelt es sich um eine sogenannte Dreinutzungsrasse. Das bedeutet, dass sie nicht nur Milch und Fleisch geben, sondern auch als Zugtiere eingesetzt werden können. Das Bœuf de Hohenlohe ist eine jetzt wieder populäre Vermarktungsform dieser Rasse.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel