Gambistin Hélène Godefroy eröffnete den Abend mit einem Stück von Tobias Hume: „Er war ein leidenschaftlicher Soldat.“ Das werde man dem Stück anhören, erklärte sie den etwa 50 Zuhörern. Zunächst erinnerten die gezupften Töne zu Beginn mehr an Lautenklänge. Daraus formte Godefroy mit dem Bogen die melodischen Linien aus, ehe das akzentuiertere Spiel mit punktierter Rhythmik und zupackend gespielten Saitenwechseln folgte.

Zu zweit – auf Altblockflöte und Cembalo – gingen die Musiker Andrew Parchams einzige überlieferte Sonate an. „Diese Sonate ist eine Mini-Oper“, hielt Flötistin Ulrike Fackelmann fest. Sie fühle sich bei der Musik dieses Zeitgenossen von Henry Purcell ein wenig an die damals übliche Schauspielmusik erinnert.

Federnd und heiter im Ton wurde der Eingangssatz der „Sonata in G“ wiedergegeben. Spannend wurden schnelle Ausdruckswechsel vorgetragen: mal erzählerisch klingend, mal innehaltend oder auch erschreckt. Im finalen Satz, einer Aria, überwog das versöhnliche gesangliche Moment, wobei die beiden Instrumente innig duettierten.

Suitenhafte Sonate

Ein weiteres Duett folgte mit Marin Marais‘ a-Moll-Sonate. Godefroy nahm sich mit Bernhard Fackelmann einer eher suitenhaften Komposition dieses französischen Gambisten über Kopien der Originalnotation an: „Man spürt viel mehr, was gemeint war.“ Verzierungsreich und tiefschürfend ließ Godefroy ihr Instrument im Prélude erklingen, während Fackelmann die Akkorde in arpeggiertem Cembalospiel aufrauschen ließ. Der Allemande-Satz brachte ersten musikalischen Fluss als Gegensatz dazu, gefolgt von einer gesanglich klingenden Gavotte und tänzelndem Imitieren der Instrumente untereinander in der Gigue. Ausholende Gestik bestimmte den Caprice-­Satz, eine wunderbar zurückgenommene Lautstärke die Wiederholungen in der tänzerischen Musette und energische Betonungen den mit „La Sautillante“ überschriebenen Schlusssatz.

Packendes Duett

Als Kontrast stellten die Musiker dem Stil Marais‘ den von Benedetto Marcello mit dessen d-Moll-Sonate op. 2 Nr. 11 gegenüber, nun in Triobesetzung. Das gesangliche, an der menschlichen Stimme orientierte Element bestimmte dabei recht innig vorgetragen die langsamen Sätze. Der erste schnelle Satz brachte ein packendes Duett von Altblockflöte und Gambe, während im Schlusssatz die Motivimitationen in tänzelnder Weise hervorgehoben wurden.

Fast ein wenig zu viel Nobilität verbreiteten Godefroy und Fackelmann mit dem ersten Satz aus Antoine Forquerays erster Suite aus den „Pièces de viole“. Sanft und etwas seufzend erklang im Anschluss „La Cottin“ und kraftvoll, zum Teil mit Springbogen gespielt „La Portugaise“.

Am Ende des Konzerts nahmen sich das Trio Georg Philipp Telemanns c-Moll-Sonate an: zunächst ausdrucksvoll gesanglich, dann mit ineinandergreifendem Spiel von Altblockflöte und Gambe in der Allemande, gefolgt von einem elegant wiedergegebenen Menuett, einer innigen Aria, einer tänzerisch hüpfenden Gigue und einem mit „Réjouissance“ (Belustigung) überschriebenen espritvoll wie energisch gespieltem Schluss-Presto. Für den lang anhaltenden Beifall bedankten sich die Musiker mit Bach‘schen Klängen.