Sie haben das Dach des Nationalstadions in Brasilien geplant sowie Teile der jüngsten Umgestaltung der Mercedes-Benz-Arena entworfen. Bald könnte das Büro Schlaich, Bergermann und Partner aus Stuttgart seine Spuren in Schwäbisch Hall hinterlassen.

„Für uns ist das die beste Lösung“, berichtet Erster Bürgermeister Peter Klink über den Entwurf des renommierten Architekturbüros. Im Bau- und Planungsausschuss vor einer Woche werden die vier Varianten der Vorplanung für die Brücke vorgestellt, die das Lindach mit dem Unterwöhrd verbinden soll.

„Die Brücke ist rund 35 Meter lang und drei Meter breit“, erläutert Klink. Sie diene primär den Radfahrern und Fußgängern als Überweg über den Kocher. Der marode Theatersteg soll abgebrochen werden. Das ist die Fußgängerbrücke, die auf Höhe des Spielplatzes den Unterwöhrd mit der Straße „Im Lindach“ verbindet.

Um Biergarten und Globe-Theater zu beliefern, müssten ab und zu auch Transporter über den neuen Steg fahren. Daher soll die Konstruktion für eine Last bis zu 30 Tonnen ausgelegt werden.

Gemeinderat entscheidet am 13. März über die Brücke

Alle Entwürfe würden diese Anforderungen beachten. Allein in Konstruktion und in ihrer Anmutung würden sich die Ergebnisse unterscheiden. „Man kann sie in zwei Gruppen unterteilen“, erläutert Baubürgermeister Klink. Zwei Entwürfe schlagen eine Fachwerk- beziehungsweise Rahmenoptik vor. Zwei weitere würden auf eine eher unscheinbare Holzkonstruktion setzen. Die Haller Stadtverwaltung favorisiert den filigransten der vier Entwürfe. Sie erhofft sich, dass das der Gemeinderat am 13. März auch so sieht und das Okay erteilt, auf Grundlage dieser Arbeit weiter zu planen.

Die beiden Rahmen- und Fachwerkkonstruktionen bewerten die Bauexperten aus dem Haller Rathaus als gelungene Ideen, aber „für den Standort zu massiv“. Eine der beiden Zeichnungen erinnere an eine Eisenbahnbrücke.

Die beiden Holzkonstruktionen hingegen wären besser. Sie unterschieden sich in einem Aspekt. Das eine Mal würde eine Stütze vom Uferbereich aus in Nähe des Flusses die Lasten auffangen. „Bei Hochwasser wäre das störend“, sagt Klink. In dem anderen Entwurf endet die Stütze viel höher im Uferbereich und fällt nicht so auf. Das kommt wiederum gut an. „Leicht, filigran, transparent“, sei diese Leimholz-Verbundkonstruktion mit der Betonoberfläche. „Wir sind einhellig dafür“, sagt Klink über den Entwurf aus dem Haus Schlaich, Bergermann und Partner.

FWV-Fraktionschef Hartmut Baumann stimmt dieser Auswahl zu: „Man sollte da nicht historisch vorgehen und Altes kopieren. Man sollte den Mut haben zu zeigen, dass man beim Brückenbau weiter ist als vor 200 Jahren.“

Die fraktionslose Damiana Koch lobt das Filigrane an dem Entwurf und fragt nach dem Preis. Lässt sich das renommierte Büro das auch teuer bezahlen? Die Kosten sollen nun ermittelt werden, wenn der Gemeinderat festlegt, mit welchem Büro weiter geplant wird. Klink erläutert, dass die Honorarordnung für alle Büros gleich sei.

Schwäbisch Hall

Ist eine neue Brücke notwendig?

Grünen-Fraktionssprecherin Andrea Herrmann erinnert an die kritischen Diskussionen, die es seit Jahren zu dem Projekt, das vom Oberbürgermeister favorisiert wird, gibt. Herrmann: „Wir wollen eigentlich keine neue Brücke. Da wir es für ungeschickt halten, Verkehr ins Lindach und in die Bahnhofstraße zu bringen.“

OB Pelgrim, der in der Vergangenheit mehrmals die Brücke zur Abstimmung stellte und nach Ablehnungen zuletzt eine hauchdünne Mehrheit für das Projekt erhielt, kontert: „Die Schwierigkeiten mit der mehrfach überfluteten Furt zeigen doch, wie wichtig eine befahrbare Brücke ist.“ Herrmann kontert: „Bisher bin ich immer über den Kocher gekommen.“ Pelgrim: „Sie können ja auch gut schwimmen.“ Herrmann stellt klar: „Ich kam auch mit dem Rad auf den Unterwöhrd.“ Pelgrim fügt noch hinzu, dass nicht nur Fahrräder, sondern auch Lieferwagen zum Biergarten und zum Globe durchkommen müssten.

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