Empörtes Raunen ist in der Blendstatthalle zu hören. Hartmut Baumann (FWV) schlägt sich lachend die Hand auf die Stirn. Auslöser sind Äußerungen von Stadträtin Damiana Koch, die 2014 noch im Jahr ihrer Wahl aus der Grünen-Fraktion ausgetreten war.

Die Rätin beschwert sich über das Vorgehen des OB und pflichtet der Kritik von Rüdiger Schorpp (SPD) bei. Dieser hatte bemängelt, dass nur dem Bau- und Planungsausschuss Entwürfe für einen möglichen Nachfolgebau des Globe-Theaters vorgelegt wurde, nicht aber allen Stadträten. "Es wird Zeit, dass nicht nur die Elefanten in dieser Elefantenrunde informiert werden, sondern auch die Affen", so Koch.

Da platzt dem Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim der Kragen. "Es gibt Gemeinderäte, die es nicht gut finden, mit Hunden und Affen verglichen zu werden." Erst vor wenigen Wochen hatte Koch bei einer öffentlichen Veranstaltung im Haus der Bildung zum Globe-Nachfolger kritisiert: "Wir bekommen Planungen vorgesetzt wie Hunde ihr Futter." Pelgrim verbittet sich solche Vergleiche und droht mit einer Rüge. "Ihr Wunsch ist mir Befehl", antwortet Koch.

Da hakt Helmut Kaiser (SPD) ein: "Wegen Ihrer Äußerung zur Windkraft habe ich mich vorhin schon granatenmäßig geärgert." Koch hatte erklärt, "irgendwelche Politiker" in Berlin hätten beschlossen, den Ausbau der Windkraft zu forcieren. Kaiser meint, die Rätin missachte so jedes demokratisch gewählte Mitglied eines politischen Gremiums. "Ich kämpfe für meine Überzeugung. Und Sie führen sich hier auf - das ist unglaublich."

Koch geht in die Defensive: "Es ist ohnehin schwierig als fraktionslose." Pelgrim kontert: "Ich glaube, man kann sich über die Redezeit, die sie haben, nicht beklagen." Kaiser ergänzt: "Das ist eben Demokratie, dass die Mehrheit entscheidet." Nikolaos Sakellariou (SPD) will sich an der Debatte um Koch beteiligen - hebt sich seine Argumente aber für den nichtöffentlichen Teil auf.

Auf HT-Nachfrage zeigt sich Koch überrascht über die heftigen Reaktionen gegen sie. Die Rätin bezieht sich auf das Recht der freien Meinungsäußerung und setzt noch einen drauf: "Ich freue mich sehr, dass ich in der Lage bin, manche Männer im Gemeinderat zum Kochen zu bringen."