Das Mitarbeiterteam ist zur Einweihung des Pflegeheims am vergangenen Freitag fast komplett anwesend, außerdem sind Vertreter der Firma Glöckle, die den Bau termingerecht fertiggestellt hat, da. Auch viele ältere Menschen, die im betreuten Wohnen nebenan leben, sich ehrenamtlich für die Senioren engagieren oder in absehbarer Zeit vielleicht selber einen Pflegeplatz brauchen, schauten sich in den nagelneuen Räumen um. Nach den Grußworten lud der neue Einrichtungsleiter Henry Bartz die Gäste zur Besichtigungsrunde ein. Träger der Einrichtung ist Dienste für Menschen (DFM).

Aus dem Pflegebad im Pflegestift wird ein Wohlfühlbad

Staunen rief ein großzügiges Badezimmer, das fast an den Wellnessbereich eines Hotels erinnerte, hervor. Nicht steriles Weiß, sondern große Fliesen in einem warmen Beigeton bedecken den Boden und einen Teil der Wände. „Die Schränke sind aus Zirbenholz. Kommen Sie herein, dann riechen sie es“, forderte eine Mitarbeiterin die Besucher auf. Indirektes Licht spendet genug Helligkeit, blendet aber nicht. „Wohlfühlbad“ statt Pflegebad, wie sonst üblich, steht auf dem Schild an der Tür.

Kreis Hall

Auch an den Türen der einheitlich möblierten Zimmer sind schon die Namensschilder der neuen Bewohner angebracht. „Morgen ziehen 18 Senioren ein, darunter 16, die vor zwei Jahren von Vellberg aus nach Rosenberg in das neue Pflegeheim umgezogen sind. Wenn alles gut geht, sind sie bis 12 Uhr zum Mittagessen hier im neuen Haus“, erklärte Henry Bartz, der bisher das DFM-Haus in Rosengarten-Vohenstein geleitet hat. Auch ein Teil der Mitarbeiter aus Rosenberg geht wieder zurück nach Vellberg, sodass die Senioren vertraute Menschen um sich haben. In die restlichen Zimmer ziehen bald Bewohner aus dem DFM-Heim vom Haller Teurershof ein. Denn auch dort muss im großen Stil um- und angebaut werden, damit es künftig nur noch Einzel- und keine Doppelzimmer mehr für die alten Menschen gibt.

Eine dritte Gruppe zieht ins Gartengeschoss. „Dort ist eine weitere Wohnküche mit Aufenthaltsbereich und Ausgang in den beschützenden Garten. Dieser Wohnbereich ist besonders für Menschen mit Demenz geeignet“, so die für die Presse zuständige DFM-Mitarbeiterin Heike Schneider.

Bis zu 300 Mahlzeiten kann die neue Produktionsküche in Vellberg pro Tag zubereiten

Die neue Produktionsküche, in der bis zu 300 Mahlzeiten täglich zubereitet werden können, geht diesen Monat in Betrieb. „Sie versorgt die Bewohner in Vellberg und in Rosenberg mit warmem Essen. Vellberger Bürger können dort auch ‚Essen auf Rädern‘ bestellen“, informierte Jürgen Straßel aus der DFM-Führungsmannschaft. Später soll sie auch das geplante Pflegeheim in Obersontheim versorgen.

Im Aufenthaltsraum, der später im Alltag für die beiden Wohngruppen à 15 Personen mit einer Schiebewand in zwei kleinere Bereiche aufgeteilt wird, saßen ein paar Frauen aus dem benachbarten betreuten Wohnen. Unter ihnen war Lydia Kumrey. Die 84-Jährige ist noch sehr agil und kommt gut allein zurecht. „Ich habe viele Jahre Leute hier im Heim betreut“, berichtete sie. Während der Bauzeit ist sie sogar ein paarmal nach Rosenberg gefahren, um sie zu besuchen.

Lilli und Edwin Tschritter haben sich die Bewohnerzimmer angesehen. Jedes von ihnen ist mit einem Bad ausgestattet. Das Rentnerehepaar aus Vellberg engagiert sich ehrenamtlich im DFM-Heim in Rosengarten-Vohenstein. „Das macht uns viel Freude“, sagte Lilli Tschritter. Auch von den Vellberger Heimbewohnern kennen sie einige.

Angelika Altner schaute sich bei der Einweihung genau um, denn der Neubau ist seit dem 1. Dezember ihr neuer Arbeitsplatz als Betreuungskraft. Sie hat früher schon einmal hier gearbeitet. „Hierher zurückzugehen, ist wie heimkommen, weil viele alte Kolleginnen noch da sind. Ich fühle mich gut aufgehoben und freue mich auf die Arbeit“, sagte sie mit einem Strahlen im Gesicht.