Das Landgericht Heilbronn hat kürzlich einen 35-Jährigen wegen Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von 33 Monaten verurteilt und seine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik angeordnet. Die Unterbringung ist unbefristet. Von dem Angeklagten gehe eine erhebliche Gefahr für die Allgemeinheit aus, weitere Brandstiftungen seien zu erwarten, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Berkner.

Der geistig eingeschränkte Mann war Bewohner der evangelischen Stiftung Lichtenstern in Löwenstein. Aus Frust über Sanktionen, die seine Betreuer gegen ihn verhängt hatten, setzte er im Februar Heuballen in einer Halle auf dem Stiftungsgelände in Brand. Das Feuer hatte „furchtbare“ Konsequenzen, wie Richter Berkner sagte. Es griff auf eine Lager- und Festhalle über, wo etliche Wohnmobile, andere Fahrzeuge und Gegenstände untergebracht waren. Der Schaden beträgt 530 000 Euro. Da der Angeklagte kaum Einkommen hat, „wird er den Schaden nicht mehr abzahlen können“, so Berk­ner. Einige Geschädigte bleiben auf ihren Kosten sitzen.

Die Richter stützen sich in ihrem Urteil weitgehend auf das psychiatrische Gutachten, das Dr. Hans-Jörg Döring vom Klinikum am Weissenhof erstellt hatte. Er bescheinigte dem 35-Jährigen keine seelische Erkrankung im klassischen Sinne. Dafür aber eine psychische Alkoholabhängigkeit und vor allem eine „leichte Minderbegabung“ mit einem IQ von 55. Diese sei „im juristischen Sinn als Schwachsinn zu werten“, erklärte Richter Berkner. Die „deutlichen kognitiven Defizite“, berichtete Gutachter Döring, verursachten eine Verhaltensstörung, die behandelt werden müsse.

Der Angeklagte sei nicht in der Lage, seine aggressiven Impulse „sozial adäquat auszuagieren“. Durch seine Minderbegabung sei es ihm auch nicht möglich gewesen, vorherzusehen, dass das Feuer auf andere Gebäude übergreift und hohen Sachschaden anrichtet. Von einer erheblichen verminderten Steuerungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt sei auszugehen, so der Gutachter. Auch von einem hohen Rückfallrisiko. Der 35-Jährige hatte auch schon an anderen Orten gezündelt. „Die Tat beruht auf seinem Defekt“, sagte Richter Berkner. Der 35-Jährige war von seinen Betreuern Tage vor dem Brand gemaßregelt worden, weil er versucht hatte, sich Alkohol zu besorgen. Das Feuer sei Rache gegen die Stiftung Lichtenstern, so Berkner. „Seine Unterbringung wird wohl die Dauer der Freiheitsstrafe überschreiten.“