Als sich General Motors an SPS wendete, musste es schnell gehen. Ende März hatte US-Präsident Donald Trump den Automobilhersteller dazu aufgefordert, auch Beatmungsgeräte zu produzieren. Dazu wurde ein Paragraf aus dem Kriegswirtschaftsgesetz von 1950 aktiviert – der sogenannte „Defense Production Act“.

Die vielen Menschen, die in den Vereinigten Staaten an Covid-19 erkranken, brauchen Hilfe. SPS sollte die Technik für die Endprüfung der dringend benötigten Beatmungsgeräte liefern. Durch eine Hochspannungsprüfung soll sichergestellt werden, dass diese keine Gefahr für den Anwender darstellen.

Schnelle Lieferung

Die Haller hatten die passende Prüftechnik aus anderen Anwendungen bereits in ihrer tschechischen Niederlassung. Dort wird sie gefertigt. So konnte sehr schnell geliefert werden, betont Alexander Golla. Er ist bei SPS fürs Marketing zuständig. Golla spricht davon, dass bei diesem Standardgerät lediglich die Parameter auf das Beatmungsgerät anzupassen waren.

Längst im Einsatz

Für SPS hatte dieser verhältnismäßig kleine Auftrag von etwa zehn Geräten hohe Priorität. Wurde die Technik kostenlos zur Verfügung gestellt? „Nein, nicht kostenlos. Aber wir haben besondere Konditionen vereinbart“, verrät der Marketing-Fachmann. Es sei einfach darum gegangen, schnell und günstig auszuliefern. Innerhalb weniger Tage sei der Auftrag über die US-Niederlassung von SPS ausgeführt worden. Diese war verantwortlich für die Kommunikation sowie die Zollabwicklungen.

Jetzt sind die Prüfapparate von SPS seit Wochen im Einsatz. Die Geräte seien einfach zu bedienen, erklärt Alexander Golla. Mittels einer Prüfpistole werde gecheckt, ob die Isolation der spannungsführenden Teile gewährleistet ist. Das sei eine Sache von wenigen Sekunden. Gut oder schlecht – diese zwei Möglichkeiten liegen als Ergebnis vor. Das hohe Tempo sei der Grund dafür, dass GM lediglich etwa zehn Prüfeinheiten benötigt.

Früher war SPS auf die sogenannte weiße Ware – Kühlschränke, Waschmaschinen und dergleichen – sowie auf Leuchten spezialisiert. Das hat sich geändert.

Kunden aus der Autobranche

Inzwischen entwickelt und fertigt der Betrieb viele Prüfgeräte für die Autoindustrie. Die E-Mobilität weite das Geschäftsfeld für das Unternehmen erheblich aus, betont Alexander Golla. Die Haller entwickeln für zahlreiche große Automobilkonzerne, dürfen aber die Namen ihrer Kunden nicht nennen. Das hat gute Gründe: Schon in sehr frühen Entwicklungsphasen liefern die Kunden ihre Prototypen-Bauteile an SPS. Das Unternehmen entwickelt dazu dann die passende Prüftechnik. An den Bändern der Hersteller prüft die Technik aus Hall später dann vollautomatisch die Motoren. Für diese Branche stellt SPS große Stückzahlen her.

Wolf-Hennig Stoll hat die SPS Electronic GmbH 1980 gegründet. Die Entwicklungen von SPS testen technische Geräte unterschiedlichster Arten auf elektrische Sicherheit. Lange war das Unternehmen in Sulzdorf angesiedelt, im Dezember des vergangenen Jahres ist SPS nach Schwäbisch Hall ins Gründle umgezogen. Geführt wird das Unternehmen von Gründer Wolf-Hennig Scholl und Sascha Aust. Beide sind auch Inhaber. Technischer Leiter ist Stefan Ruhl.

200


Mitarbeiter beschäftigt SPS weltweit. Am Standort Schwäbisch Hall sind etwa 80 Menschen angestellt, die weitere Belegschaft verteilt sich auf die Niederlassungen in Tschechien, England, den USA und der Schweiz.