Geschichte Untermünkheimer Museum kriegt weiteres Gebäude

Das Haus Häberlen (links) soll mit dem Bürgersaal und dem Rößler-Museum ein Ensemble bilden. Dazu wird es saniert und danach als zusätzliche Ausstellungsfläche dienen.
Das Haus Häberlen (links) soll mit dem Bürgersaal und dem Rößler-Museum ein Ensemble bilden. Dazu wird es saniert und danach als zusätzliche Ausstellungsfläche dienen. © Foto: Oliver Färber
Untermünkheim / Oliver Färber 21.06.2018
Der Untermünkheimer Gemeinderat beschließt, das Haus Häberlein neben dem Bürgersaal für 270.000 Euro zu sanieren. Es soll danach zu Ausstellungszwecken dienen.

Die Gemeinde Untermünkheim hatte bereits 2012 den Versuch gestartet, das Haus Hohenloher Straße 28 hinter dem Marktplatz – im Ort auch als Haus Häberlein bekannt – zu sanieren. Es befand sich damals schon in deren Besitz. „Aber wir haben damals keine Unterstützung aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) bekommen“, erinnerte Bürgermeister Christoph Maschke die Gemeinderäte in deren Sitzung, in der es nun erneut um das Thema ging. Selbst jetzt, als die Kommune als Schwerpunktgemeinde im ELR gelistet sei, wurde von den zuständigen Stellen keine Aussicht auf Fördermittel gestellt.

Jetzt haben die Untermünkheimer eine neue Möglichkeit gefunden, die dafür notwendigen Zuschüsse zu erhalten: das Leader-Programm der europäischen Union. So könne das Ziel, das Gebäude zu erhalten, noch erreicht werden. „Schließlich ist es ein schönes Ensemble dort“, so der Schultes.

Gebäude ist erhaltenswert

Architekt Wilhelm Kraft hatte die für die Förderanträge erstellten Pläne aktualisiert. Klar machte er, dass er das Haus als Erweiterung des benachbarten Rößler-Museums als ideal ansehe. „So könnte auch das, was noch im Magazin steht, ins Museum kommen“, nannte er einen Vorteil. Außerdem könnte im Erdgeschoss eine original Küferwerkstatt aus vergangenen Tagen einziehen. Auch ohne diesen Nutzen stufte er das Gebäude als unbedingt erhaltenswert ein. „Es ist mit das älteste Haus in Untermünkheim“, erklärte er. Es sei aber aufgrund seiner Dimensionen schlecht als Wohnhaus zu nutzen.

Sollten seine Ideen umgesetzt werden, sollen neben der Werkstatt im Erdgeschoss im Ober- und Dachgeschoss Ausstellungsräume für das Museum entstehen. „Ein ganz einfaches Konzept“, fasste der Fachmann zusammen.

Zuschussrate bei 60 Prozent

Dass es kein Geld aus dem ELR gebe, wundere ihn wenig, weil dort mittlerweile andere Schwerpunkte gesetzt würden. „Kulturelles wird da aus Geldmangel zurückgestellt“, ist seine Erfahrung. Dafür gebe es jetzt aber die Möglichkeit, bis zu 60 Prozent der Kosten aus der Leader-Kulisse als Zuschüsse zu bekommen. Zudem habe der Betreiberverein des Museums in Aussicht gestellt, 10 000 Euro zu den Kosten beizutragen. Die Kosten für die Sanierung, die sich für den Antrag 2012 auf 234 000 Euro beliefen, hatte er auch auf den aktuellen Stand gebracht: Nun liege die Prognose für die Gesamtkosten bei rund 270 000 Euro.

Kraft machte den Räten deutlich, dass ohnehin Arbeiten zum Substanzerhalt anstünden, die er auf rund 30 000 Euro schätzte. Das Dach sei undicht, der Putz bröckele ab, in einem Raum gebe es Probleme mit Feuchtigkeit.

Maschke erklärte, dass das Haus auch ein Stück Untermünkheimer Geschichte sei. Auch er bezweifelte, dass es eine besseren Nutzen als für das Museum geben könne: „Wenn wir eine Wohnung daraus machen, würde da höchstens ein Idealist einziehen.“ Kämmerer Daniel Sommer berichtete, dass der Haushalt die Kosten tragen könne. Der Zuschussantrag sei bereits eingereicht.

Einstimmiges Ja

Gemeinderat Peter Busch begrüßte die Pläne. „Wir haben hier einen rührigen Verein, dem es an Platz fehlt“, meinte er. Sei das Haus erst einmal saniert, gebe es im Ort ein weiteres Schmuckstück. Ziehe man die ohnehin notwendigen Kosten von rund 30 000 Euro für den Substanzerhalt ab, blieben nur 100 000 Euro an der Kommune hängen. „Das ist es wert“, erklärte er. Das sahen seine Amtskollegen auch so. Die Pläne wurden von den Gemeinderäten einstimmig abgesegnet.

Förderverein: „Großes Interesse an Nutzung“

Die Nachbarschaft zum derzeitigen Museum sei laut einer schriftlichen Stellungnahme des Kultur- und Fördervereins Rößler-Museum ideal für eine künftige Nutzung des Hauses Häberlen als Ausstellungsräume. Es sei in den vergangenen Jahren das gemeinsame Ziel von Gemeinde und Verein gewesen, die erforderlichen Fördermittel für Sanierung und Umbau zu akquirieren.

Der Platzmangel wird deutlich: Die zwei Möbel-Magazine des Vereins seien überbelegt, ein großer Teil der Truhensammlung vorübergehend in einem Regal in der Museumsscheuer untergebracht, unrestaurierte Möbel wenig geschützt in einer weiteren Scheuer. fär

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel